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  • 08. Oktober 2004, noch kein Kommentar

"Shout It Out" heißt das neue Album der bisexuellen DSDS-Siegerin Elli. Sie rockt und zeigt, dass sie auch ohne Dieter Bohlen bestehen kann.

Von Jan Gebauer

Elli trägt eine schwere Bürde. Als sie bei der zweiten Staffel der Talent-Show "Deutschland sucht den Superstar" gewann, glaubten viele, dass der charismatische Rotschopf den Erfolg des Siegers der ersten Staffel, Alexander, nicht wiederholen könne. Prominentester Skeptiker dürfte wohl der Schreiber ihrer ersten Single "This Is My Life" gewesen sein: Dieter Bohlen. "Ich bin gar nicht so wild darauf, alle Songs für Ellis Album zu schreiben, werde nur einen oder zwei beisteuern", sagte der 50-Jährige gegenüber dem "Hamburger Abendblatt". "Er ist nicht mein Wunschproduzent. Ich möchte lieber in eine andere Richtung. Elli und Dieter Bohlen, das ist kein stimmiges Paket", war von Elli zu hören und letztendlich blieb es bei der einen Zusammenarbeit. Ihr Debüt-Album "Shout It Out" präsentiert dafür andere namenhafte Komponisten und Texter wie Rea von Reamonn oder Guy Chambers, der hauptsächlich Robbie Williams Megahits verschaffte. Aber auch Elli selbst hat mit ihrer Band einige Titel zum Album beigesteuert. Produziert wurde das Album von keinem Geringeren als Frank Bornemann (u. a. Guano Apes). Das verleiht den Songs deutliche Rock-Elemente, auch wenn die Melodien eher poppig-freundlich daherkommen. Wer bei "Shout It Out" an den gleichnamigen Kiss-Rocker denkt, ist somit auf dem Holzweg.

Der Gesamteindruck ist dennoch durchweg positiv. Elli hat eine ausdrucksstarke Stimme, mit viel Power und Nuancen, die durchaus an Sängerinnen wie Melissa Etheridge ("Like The Way I Do") oder Kim Carnes ("Bette Davis Eyes") erinnert. Zu schade das die zweite Single "In My Dream" so böse in den deutschen Charts floppte (Platz 40), denn der druckvolle Song hat wirklich Ohrwurm-Potenzial und besitzt auch ein schönes Video. Vielleicht hat sie ja mit Single Nummer drei "Not My Type" mehr Glück, denn der Song besitzt einen packenden Refrain und würde auch Avril Lavigne gut stehen. Am Ende des Albums spürt man das Potential der sympatischen Sängerin und das sie sowohl beim Rock-Sound, als auch bei ihrer Stimme noch "eine Schüppe" drauf packen kann, insbesondere bei den Balladen. "Strong Enough" beispielsweise überzeugt nämlich immer genau dann, wenn die Brüchigkeit in Ellis Stimme zum Vorschein kommt. Bleibt nur zu hoffen, dass Elli nicht das gleiche Schicksal ereilt wie viele ihrer DSDS-Kollegen (Juliette Schoppmann, Gracia, Nektarios, etc.): heute Plattenvertrag und Star-Trubel, morgen wieder ohne und eine von Vielen.

8. Oktober 2004, 11:00 Uhr