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Finnische Lebensweise für Anfänger: Mit dem Nachbarn tratscht es sich am Besten in der Sauna (Bild: Pro-Fun Media)

Im Französischen klingt Finnland wie "fin-lande", das Ende der Welt. Dort will Ruben sein idyllisches schwules Paradies einrichten. Wäre da nicht noch die Familie.

Von Carsten Weidemann

Achtung: Dies ist kein Reisebericht, sondern eine Filmbesprechung. Und dennoch sei zu Beginn der Hinweis erlaubt, dass Finnland ein Ort ist, an dem sich jeder einmal in seinem Leben für mindestens eine Woche in einem der kleinen "Mökki"-Holzhäuser mit integrierter Trockensauna am See einmieten sollte. Der in Paris lebende Regisseur Mikael Buch sagt zwar, dass aus französischer Sicht Finnland mit dem Ende der Welt assoziiert wird (ausgesprochen "fin-lande"). Doch dass er den Helden seiner Liebeskomödie "Le My People Go" genau dorthin versetzt, ist folgerichtig. Mit dem Liebsten an der Seite kann das beschauliche wie raue Finnland ein äußerst romantischer Ort sein.

Die Story des Films: Ruben und sein Göttergatte Teemu leben ein paradiesisches Märchen im finnischen Städtchen Oulu, in dem seine Bewohner stets lächeln und schnuckeliger Kuschelsex am Morgen zur Tagesordnung gehört. Die rosarote Idylle mit Seeblick ändert sich schlagartig, als ein Nachbar die Annahme einer Geldsendung verweigert und dabei einem Herzinfarkt erliegt. Als Ruben mit dem Kleinvermögen zu Hause aufschlägt, wird er kurzerhand von seinem misstrauischen Freund vor die Tür gesetzt. Gebrochenen Herzens flieht der Verstoßene ins familiäre Exil nach Paris, wo es alles andere als beschaulich zugeht.

Die jüdischen Familienwurzeln kappen? No Way...!


Das Familienleben kann zu einem kunterbunten Alptraum ausarten (Bild: Pro-Fun Media)

Bereits kurz nach Ankunft am Pariser Flughafen wird dem leicht orientierungslosen Ruben gewahr, dass sich sein Hab und Gut mitsamt des üppigen Kleinvermögens verlustiert hat, seine verheulte Schwester Irène die erste Scheidung in der Mischpoke durchboxen will und das leicht reizbare Brüderchen Samuel den Schwager am liebsten kastrieren möchte. Nicht genug des schwerwiegenden Kummers über die Trennung zu seinem geliebten Ein und Alles hat Mama Rachel die Hoffnung noch immer nicht begraben, dass ihr geliebter Augapfel eines Tages doch noch die Richtige findet, um so das Überleben der jüdischen Gemeinschaft zu sichern.

Regisseur Mikael Buch profitiert von vielen Einflüssen verschiedener Kulturen. Der Vater ist Argentinier, die Mutter Marokkanerin. Das Licht der Welt erblickte er 1983 in Marseille, die Kindheit verbrachte er in Taiwan, bevor er nach Barcelona kam und schließlich in Frankreich landete, um in Paris Film zu studieren. Dennoch gibt es auch für ihn exotische Orte: "Wir hatten keinerlei Vorstellungen über Europas nördlichsten Zipfel. Es gab ein klares Bild von Schweden und auch den anderen skandinavischen Ländern, aber Finnland fühlte sich ausgesprochen jungfräulich und überaus exotisch an", erzählt er mit Verweis auf seinen Co-Drehbuchautoren Christophe Honoré ("Chanson der Liebe").

Youtube | Offizieller Trailer

Kleine Katastrophen im Schoß der Familie

Familien sind für den Regisseur "perfekte Motoren für Komödien", das beweist Mikael Buch mit "Let My People Go" sehr überzeugend: Ruben erfährt am Ende der Achterbahn der Gefühle und Ereignisse, dass man noch so weit weg reisen kann, um sich an einem scheinbar perfekten Ort die rosarote Traumidylle mit Mann, Garten und Hund einzurichten – am Ende holt einen doch das ein, was man daheim an Konflikten hat liegenlassen…

Infos zum Film

Let My People Go. Komödie. Frankreich 2011. Regie: Mikael Buch. Darsteller: Nicolas Maury, Carmen Maura, Jean-François Stévenin, Amira Casar, Clément Sibony. Laufzeit: 84 Minuten. Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. FSK 12. Bundesweiter Kinostart: 4. Oktober 2012


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.10.2012, 17:35h
  • Da hat man sich mal wieder die Kosten für eine Synchronfassung gespart - unglaublich!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 carolo
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil