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  • 08.10.2012           21      Teilen:   |

Debattieren oder fordern?

Richtungsentscheidung für die LSU

Wer macht am Samstag das Rennen um den LSU-Vorsitz: Amtsinhaber Alexander Vogt oder Herausforderer Thomas Mehlkopf?
Wer macht am Samstag das Rennen um den LSU-Vorsitz: Amtsinhaber Alexander Vogt oder Herausforderer Thomas Mehlkopf?

Ronny Pohle hat sich aus dem Rennen um den LSU-Vorsitz zurückgezogen. Die zwei verbleibenden Kandidaten verfolgen verschiedene Prioritäten: Geht die Partei vor? Oder der Kampf für gleiche Rechte?

Von Dennis Klein

Wie sollen die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) künftig ihren Mutterparteien entgegentreten? Sollen sie CDU und CSU mit Forderungen konfrontieren und nach außen hin die zögerliche Haltung der Parteien bei der Gleichstellungspolitik ankreiden? Sollen sie Politiker wie Karl-Josef Laumann (CDU) und Thomas Goppel (CSU), die Schwule und Lesben öffentlich als minderwertig bezeichnen, mit scharfen Worten kritisieren dürfen, auch wenn es sich um Parteifreunde handelt? Oder soll man lieber einen freundlichen Dialog mit den Partei-Granden führen, um sie letztendlich mit Argumenten zu überzeugen? Diesen Fragen müssen sich die LSU-Mitglieder am Samstag bei ihrer Mitgliederversammlung in Düsseldorf stellen.

Für die Politik der konservativen Homo-Aktivisten entscheidend ist, welcher Kandidat die Wahl zum LSU-Bundesvorsitzenden gewinnt: Alexander Vogt, LSU-Chef seit 2010, will den bisher eingeschlagenen Weg fortsetzen und Fortschritte in der Partei über "Glaubwürdigkeit, Hartnäckigkeit und persönliche Ansprache erreichen", wie er im Gespräch mit queer.de erklärte. Öffentliche Kritik an Parteifreunden scheut er dagegen meist. Sein Gegenkandidat Thomas Mehlkopf fordert hier einen härteren Kurs: Der 48-Jährige hat die Befürchtung, dass die von 13 CDU-Abgeordneten losgetretene Debatte um die Gleichstellung von Homo-Paaren einschläft, wenn die LSU hier nicht aufs Gaspedal drückt.

Der bislang dritte Kandidat im Bunde, der extrovertierte LSU-Bundesgeschäftsführer Ronny Pohle, hat dagegen am Montagmorgen seine Kandidatur zurückgezogen. Der 31-Jährige, der mehrfach den amtierenden LSU-Chef Vogt als zu zurückhaltend kritisiert hatte, sicherte Mehlkopf seine Unterstützung zu: "Ich wollte gewährleistet wissen, dass die Mitgliederversammlung zwischen wirklichen Alternativen entscheiden könnte. Das sehe ich nun durch Thomas Mehlkopf überzeugend sichergestellt", so Pohle. Mehlkopf könne "der Vorsitzende aller LSU-Mitglieder sein, zusammenführen und zugleich neue wichtige Impulse für uns alle setzen".

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Homo-Gegnern nicht "Honig um Bart schmieren"

Bewerbung für Parteivorsitz zurückgezogen: LSU-Geschäftsführer Ronny Pohle
Bewerbung für Parteivorsitz zurückgezogen: LSU-Geschäftsführer Ronny Pohle

Mehlkopf verweist bei seiner Bewerbung auf seiner Erfahrung in Politik und Szene: Er ist Chef eines CDU-Stadtbezirksverbandes in Essen, engagiert sich ehrenamtlich – unter anderem als Vorsitzender des Essener Sozialvereins für Lesben und Schwule. Außerdem war er bereits zwischen 2004 und 2007 stellvertretender LSU-Chef. Jetzt sei es an der Zeit, nicht mehr nur nach außen hin Werbung für die Union zu machen: "Wir sollten nicht mehr Leuten Honig um den Bart schmieren, die uns nicht wohlgesonnen sind", erklärte der Kandidat. Dass die Union das Ende der Wehrpflicht und die Energiewende geschluckt habe, bei Homo-Rechten aber immer noch den Blockierer gebe, sei für die LSU "politisch ein Armutszeugnis".

Der katholische Diplom-Theologe kritisierte Vogt auch für dessen unkritische Haltung gegenüber der Kirche: So hatte der LSU-Bundesvorsitzende unter anderem den LSVD angegriffen, weil die größte Homo-Gruppe beim Papstbesuch lautstark auf die homofeindliche Politik des Vatikans aufmerksam gemacht hatte. Statt die Defizite in der Kirche anzukreiden, forderte Vogt die Homo-Aktivisten auf, dem Kirchenfürsten doch bitte "gebührenden Respekt" zukommen zu lassen (queer.de berichtete).

Für die LSU sei der Weg des Dialoges jedoch ein voller Erfolg, findet Vogt, weil man "mittlerweile viele Mitstreiter gefunden" habe. In einem vergangene Woche an die LSU-Mitglieder versandten Brief erklärte er, die LSU werde jetzt als "Gesprächspartner auf Augenhöhe von Bundestagsabgeordneten wahr- und ernstgenommen". Es sei daher wichtig, für Akzeptanz innerhalb der Partei zu werben ("Argumentation mit Augenmaß").

Union ist keine Speerspitze für Wandel

Änderungen beim Lebenspartnerschaftsgesetz, wie von Mehlkopf und Pohle gefordert, sieht Vogt dagegen nicht als Priorität an. Er glaubt, dass sich das Problem von selbst lösen werde, ohne das sich die Union politisch ihre Hände schmutzig machen muss: "Gleichstellungen im Steuerrecht und bei der Adoption können wir in Kürze mit einiger Gewissheit durch das Bundesverfassungsgericht erwarten", so Vogt. Die LSU-Mitglieder erinnerte er daran, dass man die Union anders als die anderen Parteien nicht bei der Frage der schwul-lesbischen Bürgerrechte überfordern dürfe: "Wir kämpfen für unsere Sache in einer Partei, die niemals Speerspitze des gesellschaftlichen Wandels sein wird."

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Tags: lsu, ronny pohle, alexander vogt, thomas mehlkopf
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Reaktionen zu "Richtungsentscheidung für die LSU"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
08.10.2012
15:25:24
Via Handy


(0, 6 Votes)

Von Kerouacly


Solange die in einer homophoben Partei sind, können sie wählen wen sie wollen. Fest steht nur, dass sie nicht die LGBT-Community repräsentieren.


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#2
08.10.2012
16:17:19


(0, 6 Votes)

Von XX1XX
Antwort zu Kommentar #1 von Kerouacly


Richtig!

CDU/CSU bleibt CDU/CSU, denn bislang hat man nichts anderes unter Beweis gestellt!

CDU/CSU müssen weg aus Bund, Land und Kommunen!!!


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#3
08.10.2012
16:29:43


(+3, 7 Votes)

Von NO LSU


Ob wir den Verein haben oder nicht haben, macht keinen Unterschied. Also, ist es auch egal, wer da der Vorturner ist. Wenn dann mal einer den Goppel anzeigen will, dann darf der das nicht. Alle kneifen dann wieder. Die Jungs und Mädels sollten lieber stricken oder Kochrezepte austauschen - wäre genau so sinnvoll wie ihre vermeintliche politische Tätigkeit.


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#4
08.10.2012
16:45:07


(-7, 13 Votes)

Von anome


Die Union wird weiterhin die stärkste Partei in Deutschland bleiben, ob uns das passt oder nicht!
Und deshalb ist es sehr wichtig, dass es auch in dieser Partei Menschen gibt, die sich für Homo-Rechte engagieren. Zwar ist die Union noch nicht auf dem selben Stand wie die anderen Parteien, was das angeht, aber es hat sich in den letzten Jahren schon einiges in dieser Partei getan, unter anderem durch die Arbeit der LSU. Wir sollten ihnen dankbar sein, dass sie sich so für uns stark machen in einer Partei, in der das nicht so einfach ist.


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#5
08.10.2012
17:11:34


(+6, 8 Votes)

Von Nie CDU CSU


Arschkriecher und unterwürfige Radfahrer (= nach oben buckeln, nach unten treten) gibt es schon genug!

Die wissen schon warum sie ausgerechnet in die homophobe Union eingetreten sind: Sie haben keinen Charakter und es geht ihnen nur um eine Parteikarriere, deshalb immer schön den Schwanz einziehen, wenn ein in der Parteihierarchie höher stehendes Männlein bellt.

Achtung habe ich vor denen, die es nicht wagen, aufzumucken nicht. Sie passen aber bestens in die obrigkeitshörige CDU/CSU und ich halte mich im Privatleben von solchen rückgratlosen Figuren fern.


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#6
08.10.2012
17:23:22


(+6, 8 Votes)

Von SXMPirat
Antwort zu Kommentar #4 von anome


Dankbar sein??? Ich habe Grund- und Menschenrechte, die ich selbstverstaendlich einfordere, da muss ich ganz bestimmt nicht dankbar sein, dass ein paar LSU Weicheier mit den Parteioberen reden. Da sagen diese Typen doch echt, dass es halt so sei, dass CDU/CSU nicht zur Speerspitze des gesellschaftlichen Wandels gehoeren. Und wann hat diese Partei ueberhaupt jemals zum gesellschaftlichen Wandel beigetragen??????? Doch nur , wenn es durch das Bundesverfassungsgericht gar nicht mehr anders ging. So eine Partei braucht kein LGBT Mensch!


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#7
08.10.2012
17:56:13


(+8, 8 Votes)

Von Ronny Pohle


Hat der Bundesvorsitzende den Kampf um die Gleichstellung aufgegeben?

"Gleichstellungen im Steuerrecht und bei der Adoption können wir in Kürze mit einiger Gewissheit durch das Bundesverfassungsgericht erwarten", so Vogt.

Es kann doch nicht angehen, dass sich ein Bundesvorsitzender einer schwul-lesbischen Interessenvertretung (egal welcher politischen Richtung) hinstellt und solch eine Aussage tätigt. Ich zweifle, ganz ehrlich am politischen Feingespür des Bundesvorsitzenden. Am Samstag geht es in der Tat um eine Richtungsentscheidung.


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#8
08.10.2012
18:12:12


(-8, 10 Votes)

Von anome
Antwort zu Kommentar #5 von Nie CDU CSU


Ganz im Gegenteil: Wer sich in einer Partei, in der es viele homophobe Menschen gibt, für Homo-Rechte stark macht, muss über Charakterstärke verfügen. Sich in SPD/Linke/Grüne für die Eheöffnung einzusetzen, kann jeder, denn da erwartet einen kein Gegenwind. Und wenn es den LSUs nur um ihre Karriere ging, würden sie sich auf andere Themen konzentrieren, die in der Union populärer sind, dann hätten sie deutlich bessere Karrierechancen. Dass sie sich aber in dieser Partei für unsere Rechte engagieren, wenn auch nicht so aggressiv, ist etwas, dass die LGBT-Community schätzen sollte, anstatt pausenlos auf ihnen rumzuhacken, wegen den politischen Standpunkten ihrer Mutterpartei. Es ist gut, dass es die LSU gibt, denn ohne sie gäbe es keine Bewegung in der größten und derzeit einflussreichsten deutschen Partei.

Ich bin auch kein CDU/CSU-Anhänger und würde sie ganz sicher nicht wählen, weil es mich ankotzt, dass Homophobie dort so geduldet bzw. sogar unterstützt wird (wie z.B. bei K. Reiche), aber wir dürfen nicht alle aus der Union über einen Kamm scheren und müssen die Bemühungen der LSUler würdigen.


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#9
08.10.2012
18:20:44


(+7, 9 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #4 von anome


"Wir sollten ihnen dankbar sein, dass sie sich so für uns stark machen in einer Partei, in der das nicht so einfach ist."

täten sie das wirklich, dann ließe sich darüber reden. aber was kommt denn von dem verein?

"ja nööh, können wir schon verstehen, ganz soo dringend ist uns die gleichberechtigung dann auch wieder nicht, die wollen wir ja selber nicht unbedingt alle; und es gibt ja für uns selber auch viel wichtigere politikfelder; über grundrechte kann man halt verschiedener meinung sein, das muss man halt erst mal eine weile diskutieren, ob die für alle gelten; ist ja auch alles eher so 'ne privatsache; lasst euch ruhig zeit, ist schon okay..."

und dann stellen sich nämlich die unions-kolleg_innen hin und sagen: "ich habe selber schwule freunde, und die sind mit mir einer meinung, dass..."

ein beitrag zur emanzipation, auf den ich gern verzichte!


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#10
08.10.2012
18:24:41


(+8, 10 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #4 von anome


"Die Union wird weiterhin die stärkste Partei in Deutschland bleiben, ob uns das passt oder nicht!"

Hast Du in Deine Glaskugel geguckt?

Und selbst wenn so wäre: Die reaktionäre CDU hat in diesem Land keine strukturelle Mehrheit mehr und kann sich auch nicht mehr auf die FDP verlassen. Sie ist nur so stark, wie die linke Mitte (einschließlich Linkspartei) schwach und uneinig ist.

"...aber es hat sich in den letzten Jahren schon einiges in dieser Partei getan, unter anderem durch die Arbeit der LSU."

Das kann man nach dem letzten homophoben Massen-Outing quer durch alle Landesverbände und Altersgruppen der Union bis hinauf zur Kanzlerin nun wirklich nicht mehr behaupten. Was da an innerem Schweinehund rausgelassen wurde ('Qualitätsunterschiede' zwischen Menschen, 'Gesunde Familien', 'Deutschland leidet nicht an Diskriminierung' etc. etc.) war bestenfalls Volkswartbund der 50er, wenn es nicht auf die Zeit davor verwies.

Ich muss nicht dankbar sein, wenn die Volksgesundheitspartei Union Beschlüsse des BVG umsetzt und ansonsten den Geist der Verfassung mit Füßen tritt.

Aus persönlichen Gesprächen mit Unionspoltikern weiß ich, dass die geradezu stolz darauf sind, dass sie uns am Leben lassen. Wer so verblendet ist, den kann man nicht mehr überzeugen, den muss man abwählen.


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