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  • 08.10.2012           52      Teilen:   |

Homophobie

"Focus" an Schwule: "Es ist genug!"



Im "Focus" hat sich mal wieder ein Heterosexueller seinen Frust über Schwule von der Seele geschrieben: Michael Klonovksy, der das Debattenresort für das Münchener Nachrichtenmagazin leitet, beschwert sich in der neuesten Ausgabe darüber, dass Homosexuelle ihn nun auch beim Fußballgucken belästigten. Kurz zusammengefasst wirft er in "Es ist genug!" Schwulen vor, dass sie die "von den Medien sonst gern übersehene Normalos" (=Heteros) mit ihren Problemen nervten. Sein Fazit:

Homosexuellen-Probleme sind in der letzten Zeit in der Öffentlichkeit ausgiebig behandelt worden. […] Angesichts der Tatsache, dass die Probleme der Schwulen und Lesben für die Zukunft dieser Republik eher sekundär sind, vielleicht zu ausgiebig. […] Es ist […] nicht einzusehen, warum sich die heterosexuelle Mehrheit auch noch auf dem Fußballplatz mit schwulen Coming-outs beschäftigen soll. Die Grenzen der gebotenen Toleranz sind erreicht, wenn sie in Belästigung umzuschlagen beginnt.



Damit schlägt der 50-jährige Klonovsky in die selbe Kerbe wie sein "Bild"-Kollege Franz Josef Wagner: Er hatte vor wenigen Wochen erklärt, dass Schwule und Lesben doch bitte zufrieden sein sollen, dass man sie nicht mehr ins Gefängnis steckt (Mehr Infos hier).

Warum fühlt sich Herr Klonovsky denn von Schwulen belästigt? Er argumentiert, dass die Fankurve im Fußballstadion "die letzte Bastion gegen den Totalitarismus des Toleranzerzwinger" sei. Dort sei ein Platz für Männer (aber nicht für Frauen und Schwule!), die "archaische Sphäre" auszukosten – es sei ein Ort der "Enthemmung" und "Triebabfuhr", der den modernen Mann seinem inneren Neandertaler näher bringt. Der Journalist beruft sich dabei auf das "temporäre Menschenrecht", sich in der Fankurve daneben benehmen zu dürfen.

Und was hat das mit Schwulen zu tun? Nun ja, wenn man schon keine Bananen mehr auf schwarze Spieler schmeißen darf, kann der vorbildliche heterosexuelle Fußballfan laut Klonovsky offenbar nur noch mit "Schwule Sau"-Rufen seine Männlichkeit zur Schau stellen. Das schadet schließlich nicht: Im Artikel hat der "Focus"-Redakteur ja bereits klargestellt, dass die Probleme von Homosexuellen "eher sekundär" seien. (dk)

Der Kommentar ist im neuen "Focus" (48/12) auf Seite 123 veröffentlicht worden.

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Tags: focus, fußball
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Reaktionen zu ""Focus" an Schwule: "Es ist genug!""


 52 User-Kommentare
« zurück  123456  vor »

Die ersten:   
#1
08.10.2012
17:09:46


(+6, 8 Votes)

Von Lars3110
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Fuck them, Fuck them, Fuck them!!!


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#2
08.10.2012
17:15:57


(+2, 6 Votes)

Von Armine


Ach ja, die Mär vom tumben und homophoben Fußballfan.... Ich habe da in den letzten Wochen mal ein wenig Feldforschung betrieben und war bei folgenden Vereinen: SC Verl, Sportfreunde Lotte, KAS Eupen, KSV Hessen Kassel, Hannover 96 und TSV Havelse. Immer Fankurve, immer Stehplatz, Zuschauerzahl zwischen 349 und 48000. Außerdem habe ich eine Stehplatz-Dauerkarte für Arminia Bielefeld. Nirgendwo habe ich je ein "schwule Sau" oder "schwuler Pass" gehört.
Mir scheint, der durchschnittliche Fußballfan ist inzwischen intelligenter und aufgeschlossener als der durchschnittliche Focus-Redakteur. Was nicht viel heißen muss...


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#3
08.10.2012
17:31:57


(+4, 4 Votes)

Von Kenny
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Also während Focus online heute aufmacht mit:
"Sex, Suff, Streitereien: Wie verkommen ist der Profi-Sport? ", also was unsere Heterosportler jenseits von Tor und Ziellinie so alles treiben,
mäkelt Michael Clownovsky äh Klonovsky an den Schwulen im Stadion und deren möglichem Coming Out rum.
Das kann doch nur Satire pur sein, oder?
Kein klar denkender Mensch, dessen IQ auch nur knapp über dem Wert seiner Körpertemperatur liegt, kann so ein Geschreibsel ernst meinen.


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#4
08.10.2012
17:37:37


(+2, 6 Votes)
 
#5
08.10.2012
17:45:44
Via Handy


(+4, 4 Votes)
 
#6
08.10.2012
17:47:26


(+2, 4 Votes)

Von gefunden


"Und im Zweifelsfalle würde sie erstens die Feststellung des Earl of Balfour zitieren: „Es ist besser, wenn unser Schiff still steht, als wenn es auf ein Riff läuft“, zweitens die Bemerkung von Joachim Fest: „Die Wirklichkeit ist immer rechts.“

Link zu www.michael-klonovsky.de


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#7
08.10.2012
17:57:19


(+9, 9 Votes)

Von fink


selbstverständlich ist es eine vermessene zumutung, dass jemand (als journalist! im öffentlichen raum!) die existenz anderer menschen wahrzunehmen gezwungen wird.

im namen aller homosexuellen möchte ich mich deshalb ausdrücklich für unsere existenz entschuldigen. uns allen ist sehr bewusst, dass wir die heterosexuelle mehrheit durch unser bloßes dasein überfordern und verängstigen.

natürlich werden wir aus rücksichtnahme auf die toleranzkapazität des durchschnittsbürgers zukünftig vollkommen unsichtbar bleiben, atem- und herzfrequenz auf knapp über null absenken und uns ganz in das unterirdische schattenreich zurückziehen, dem wir einst entsprangen, damit sich die echten menschen ungestört ihren eigenen wichtigen problemen zuwenden können.

versprochen!


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#8
08.10.2012
18:06:37


(+2, 4 Votes)

Von sogenannte Fans


ich habe einen passenden link gefunden, der die kuriosen gedankengänge einiger "fans" offenbahrt:

"Mal ehrlich, was soll diese Anbiederei an die Fußballeidenschaft der Männer? Ist es nicht eher das Verhalten der eifersüchtigen Frau auf die Geliebte, die Frauen ins Stadion treibt und nicht die tiefe (vermutlich genetisch bedingte), echte Liebe der Männer zu diesem Sport?"

Link zu www.5-freunde-im-abseits.de

"amüsant" auch die aussage eines kommentators zu diesem artikel:

"Ich spreche Frauen ausdrücklich nicht das Recht hab. Ich frage mich nur, warum sie immer jedes Recht in Anspruch nehmen müssen."

der autor und die kommentatoren lassen sich darüber aus das sie keinen bock haben mit frauen ins stadion zu gehen.
das ist ihr gutes recht und ich kann als schwuler gut nachvollziehen das man auch mal etwas nur mit den eigenen geschlechtsgenossen unternehmen will.
nur, warum tun sie es dann nicht? warum gehen sie wenn sie es vorziehen, nicht alleine mit ihren jungs ins stadion und lassen die anderen frauen im stadion fans sein, so wie sie selber welche vorgeben zu sein? oder wenn sie alleine gehen, warum stört es sie wirklich das es weibliche fans gibt?

das folgende mädel macht es sich einfacher, sie geht mit ihren freundinnen ins stadion um fussball zu gucken und nicht um sich dort (wie die werten herren oben) gedanken über geschlechterrollen zu machen:

"Ich bin ein 15jähriges Mädchen und interessiere mich für Fußball. Ich bin seit sieben Jahren HSV-Fan, habe seit mehreren Jahren eine Dauerkarte und bin Mitglied des Vereins. Mein Interesse habe ich von meiner Mutter geerbt. Ich gehe mit meinen Freundinnen und meiner Schwester zu jedem Heimspiel sowie zu manchen Auswärtsspielen. Ohne Jungs"

Link zu www.abendblatt.de

dasselbe hört man von schwul-lesbischen fangruppen, die gehen ins stadion aus interesse am fussball und solange sie nicht von homophoben fans beleidigt werden, ist es denen völlig schnuppe ob die anderen fans die auch im stadion sind, weiblich oder männlich, homo oder hetero sind.
was zählt ist der fussball und der favorisierte verein, DAS macht einen fan aus.
(aus diesem grund sind für mich auch hooligans keine fussballfans, aber das ist noch ein anderes thema)


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#9
08.10.2012
18:22:36


(+4, 6 Votes)

Von Fußball schwul


An den Leiter des Debatten-Ressorts beim FOCUS
Herrn Michael Klonovsky

Sehr geehrter Herr Klonovsky,

Deutschland hat mit seinem, ängstlich den Heterosexuellen spielenden, geschätzten etwa einem Dutzend schwulen Fußball-Profis sicher keinen Grund stolz auf eine weltoffene und tolerante Gesellschaft zu sein, im Gegenteil etwa zu den skandinavischen oder den Benelux-Ländern ...

Mit freundlichen Grüßen

----------

"Ex Profi-Fußballer Glenn Hysén ist stolz auf seinen schwulen Sohn, der ebenfalls Profi-Fußballspieler ist:

Glenn Hysén, zu seinen aktiven Zeiten einer der international erfolgreichsten schwedischen Fußball-Profis und Vater von Anton Hysén (ebenfalls Profi-Fußballer) der sich als schwul geoutet hat, unterstützt seinen Sohn und erklärt öffentlich, "wie verdammt stolz er auf seinen Sohn ist."

Anton Hysén hat damit das Glück in seiner Familie (zwei seiner Brüder sind ebenfalls Profi-Fußballer) Rückhalt, nach seinem mutigen Schritt, zu haben.

Der Vater Glenn hatte bereits bei der Stockholmer Pride-Parade (CSD) 2007 einen Auftritt, der heute in anderem Licht erscheint:

Zitat Glenn Hysén:
"Wir behaupten, dass der Sport gut für junge Leute ist", erklärte (Glenn) Hysén auf der Pride: "Angeblich für alle Jugendlichen. Aber wie leicht ist es eigentlich für einen 16-jährigen Fußballer, sich vor seinen Mannschaftskameraden als schwul zu erkennen zu geben?" Und er fuhr fort: "Manchmal erzieht der Sport Menschen zu Teamplayern. Manchmal aber offenbar auch zu ängstlichen Herdentieren mit Schwulenphobie."

Was damals kaum jemand wusste: Er sprach von seinem eigenen Sohn, von dem er einige Monate vorher erfahren hatte, dass er schwul war. Und der das wiederum vier weitere Jahre später als 20-jähriger dann auch öffentlich machte. Quelle: "Verdammt nochmal, wo sind alle anderen?", taz (Deutschland-Version Print) 11.03.2011, Seite 19
Link zu www.taz.de

Zitat Anton Hysén:
"Verdammt nochmal, wo sind alle anderen?" Einerseits gibt er damit seiner Erwartung Ausdruck, mehrere könnten seinem Beispiel folgen, andererseits hegt er auch keine Illusionen: "Es gibt nun mal Leute, die mit Homosexuellen nicht klarkommen. Wie es Rassisten gibt, die mit Ausländern nicht können. Womöglich gibt es Vereine, die an mir interessiert gewesen wären, aber für die das nun anders aussieht." (Quelle: taz - siehe vorherigen Absatz -)

Und die Verfasserin eines Regenbogen-Ratgebers für Firmenchefs, Petra Elisson, ergänzt, dass sie sich vorstellen könne, dass Anton Hysén ein "(...) fantastisches Vorbild für manchen Jungen werden könnte" (Quelle: taz - siehe oben -)


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#10
08.10.2012
18:25:44


(+6, 6 Votes)

Von Dennis
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von fink


Möge dem Honk Klonovsky niemals der enthemmte sich daneben benehmende archaische innere Neandertaler eines schwulen Mannes im Überschwang der Gefühle in der Fankurve begegnen.


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