Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?17571

Die Junge Union will künftig das "Kindeswohl" in den Mittelpunkt stellen und erklärt damit Homosexuelle nicht mehr generell zur Gefahr für den Nachwuchs (Bild: nerdcoregirl / flickr / by-sa 2.0)

Am Wochenende hat die Junge Union auf ihrem Deutschlandtag in Rostock ein neues Grundsatzprogramm beschlossen, das eine Gleichstellung im Adoptionsrecht befürwortet.

Ursprünglich wollte die Jugendorganisation von CDU und CSU die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben beim Adoptionsrecht ablehnen, allerdings haben vergangene Woche mehrere Landes- und Kreisverbände Änderungsanträge gestellt. Eine Mehrheit der Delegierten lehnte schließlich am Wochenende das generelle Adoptionsverbot für schwule und lesbische Paare ab.

Statt dessen stellt die Junge Union das "Kindeswohl" in den Mittelpunkt. Neben der Beibehaltung der 2004 von Rot-Grün beschlossenen Stiefkindadoption plädieren die jungen Konservativen für "Einzelfallentscheidungen". Eine Entscheidung aufgrund der sexuellen Orientierung der Eltern werde abgelehnt, allerdings "brauche" ein Kind Vater und Mutter.

Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) begrüßten die Entscheidung der Jugendorganisation als "Meilenstein in der Gleichstellungspolitik der Union", wie LSU-Chef Alexander Vogt erklärte. "Ich freue mich sehr, dass die Junge Union hier wieder einmal zum Vorreiter für die Gesamtpartei geworden ist. Die Mehrheit der jungen Mitglieder von CDU und CSU ist mit uns der Meinung, dass Lesben und Schwule nicht per se schlechtere Eltern sind als heterosexuelle Ehepaare", so Vogt.

Union blockiert

Die Union ist die einzige im Bundestag vertretene Fraktion, die eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht ablehnt. SPD, FDP, Grüne und Linke fordern dagegen, die Benachteiligung zu beenden. 2009 hat das Bundesjustizministerium bereits in einer Studie nachgewiesen, dass Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, keine Nachteile erleiden (queer.de berichtete).

Noch vor wenigen Jahren hat auch die Junge Union die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben strikt abgelehnt. So erklärte die JU-Familienbeauftragte noch 2008, dass Regenbogenfamilien für "seelischen Entwicklungsstörungen" unter Kindern verantwortlich seien (queer.de berichtete). (dk)



#1 anomeAnonym
#2 stephan
  • 08.10.2012, 19:17h
  • "Eine Entscheidung aufgrund der sexuellen Orientierung der Eltern werde abgelehnt, allerdings "brauche" ein Kind Vater und Mutter."

    Dieser Satz jedoch ist völlig unklar! Was soll das denn bitte in der Praxis bedeuten?

    Ich befürchte, der Sinn eines solches Satzes ist, es allen Seiten irgendwie recht zu machen und Konflikten solange aus dem Weg zu gehen, wie eine praktische Umsetzung mit der Union ohnehin noch nicht möglich ist! Ob man es mit solchen Sätzen und der Pervertierung der Logik allerdings schafft, scheint mir sehr fraglich!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 finkAnonym
  • 08.10.2012, 19:46h
  • ""Die Mehrheit der jungen Mitglieder von CDU und CSU ist mit uns der Meinung, dass Lesben und Schwule nicht per se schlechtere Eltern sind als heterosexuelle Ehepaare", so Vogt."

    aber meistens anscheinend doch, denn kinder "brauchen" ja angeblich vater und mutter. obiges ist also ein typisches beispiel für die devote rosa-brillen-poesie der lsu. da wird jedes noch so vergiftete krümelchen gleich zur halben torte hochgejubelt.

    wenn es schon ein "meilenstein" sein soll, dass man schwule und lesbische eltern IM AUSNAHEFALL mal NICHT schlimmer findet als heteroeltern, dann zeigt diese maßangabe nur, wie unendlich weit auch die junge union und natürlich die lsu von der anerkennung echter gleichberechtigung entfernt sind.

    da fehlen noch SEHR VIELE meilen!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 finkAnonym
  • 08.10.2012, 19:58h
  • die eigentlich interessante meldung verschwindet hier leider in einem nebensatz: "Neben der Beibehaltung der 2004 von Rot-Grün beschlossenen Stiefkindadoption"

    aufgemerkt: hier wurde ernsthaft darüber diskutiert, ob man das recht auf stiefkindadoption nicht lieber WIEDER ABSCHAFFEN solle. und das wurde nur mit einer KNAPPEN MEHRHEIT verhindert:

    www.dradio.de/nachrichten/201210071000/4

    da diskutieren diese reaktionären dreikäsehochs allen ernstes darüber, ob es nicht an der zeit wäre, das rad der homopolitik mal wieder eine runde zurückzudrehen und ein paar rechte abzuschaffen, das wird gerade noch knapp verhindert, und die lsu jubelt über die tollen fortschritte in der union??

    ich fasse es echt nicht!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Timm JohannesAnonym
  • 08.10.2012, 20:02h
  • Das wird sowieo im Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichtes spätestens in zwei Jahren befürwortet. Egal was die Union will oder auch nicht will.

    Dort im Ersten Senat ist bereits ein Verfahren anhängig, das das Oberlandesgericht Hamburg dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt hat.

    Die CDU/CSU und Merkel haben die letzten Jahre auf ZEIT gespielt. aber nunmehr fliegen Ihnen die Urteile des Bundesverfassungsgerichtes reihenweise "um die Ohren".

    *
    www.bundesverfassungsgericht.de/organisation/erledigungen_20
    12.html


    1 BvL 1/11 Vorlage des Hanseatischen Oberlandesgerichts zu der Frage, ob das Verbot der sukzessiven Adoption durch den Lebenspartner des zunächst Annehmenden gemäß § 9 Abs. 7 des Lebenspartnerschaftsgesetzes in der Fassung vom 16. Februar 2001 (BGBl I S. 266) zuletzt geändert durch Art. 7 des Gesetzes zur Änderung des Zugewinnausgleichs- und Vormundschaftsrechts vom 6. Juli 2009 (LPartG) mit dem Grundgesetz vereinbar ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.10.2012, 20:13h
  • Nachtigall, ick hör Dir trappsen! Was diese ganzen Beschlüsse wert sind, muß sich noch zeigen!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 GGastAnonym
  • 08.10.2012, 20:46h
  • Juhu. Brauchen wir also nur noch ca. 40-50 Jahre warten, bis die aktuelle Kinder-Union auch bei den Großen mitreden darf.

    Dann nochmal weitere 40-50 Jahre, dass der Geist der Vaatz', Reiches und Schneiders auch aus der Mehrheit verschwunden ist.

    Unsere "Urenkel" - wenngleich wohl eher nicht die echten - werden dann wohl eventuell und vielleicht, aber auch nur wenn das Verfassungsgericht...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 goddamn liberalAnonym
  • 08.10.2012, 21:09h
  • Antwort auf #4 von fink
  • "da diskutieren diese reaktionären dreikäsehochs allen ernstes darüber, ob es nicht an der zeit wäre, das rad der homopolitik mal wieder eine runde zurückzudrehen"

    Leute, das ist die CDUUUUU....

    Ich stamme ja gottseidank von gutbürgerlichen Menschen ab, die die seit Menschengedenken nie gewählt haben. Aus ganz vielen Gründen. Homopolitik kam erst nach meinem Outing hinzu.

    Weshalb sollte man die auch wählen?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 NO UNIONAnonym
#10 goddamn liberalAnonym
  • 09.10.2012, 08:42h
  • Antwort auf #4 von fink
  • "Den christdemokratischen Studenten ist gesellschaftspolitischer Aktivismus durch gewählte Studentenvertreter schon lange zuwider. Auch Ferreau erneuerte diese Kritik. Die Förderung von Antifa-Arbeit oder eine finanzierte Busfahrt zur Anti-NPD-Demonstration durch die Studentenvertretung gehören nicht zu deren Aufgaben." (Der Spiegel)

    Es ist derselbe reaktionäre Haufen wie zu Adenauers und Kohls Zeiten. Wir sollten uns nicht mehr von 'innovativen' Hosenanzügen blenden lassen. Da tat sich nie was und da tut sich weiterhin nichts.
  • Antworten » | Direktlink »