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  • 08.10.2012           12      Teilen:   |

Entlassung wegen Homosexualität

Lesbische Erzieherin: Katholische Kirche knickt ein

Die katholische Kirche will nur Heterosexuelle beschäftigen - Quelle: mockney_piers / flickr / cc by 2.0
Die katholische Kirche will nur Heterosexuelle beschäftigen (Bild: mockney_piers / flickr / cc by 2.0)

Die katholische Kirche hat einen für Dienstag angesetzten Gerichtstermin zum Fall der Kündigung einer lesbischen Kindergarten-Leiterin in Neu-Ulm abgesagt und zahlt der Frau eine hohe Abfindung.

Damit endet die lange Odyssee einer 39-jährigen Erzieherin: Die Frau war 2011 während ihrer Elternzeit von ihrem Arbeitgeber gekündigt worden, weil die Kirche von der Homosexualität der Leiterin erfahren hatte (queer.de berichtete). Die gleichgeschlechtliche Liebe sei aber ein "schwerwiegender Loyalitätsverstoß", der zur Kündigung führen könne, argumentierte die Kirche.

Nun haben sich die beiden Parteien aber geeinigt und einen Vergleichsvorschlag des Arbeitsgerichts Neu-Ulm angenommen. Das Gericht hatte nach LSVD-Informationen die Parteien "auf die Vielzahl der Presseanfragen" hingewiesen und vorgeschlagen, dass die Erzieherin die Auflösung ihres Arbeitsverhältnisses zum Ende der Elternzeit akzeptieren und ihr die katholische Kirche dafür im Gegenzug die übliche Regelabfindung zahlen soll. Diese ist sehr hoch, weil die Mitarbeiterin 14 Jahre bei der katholischen Kirche beschäftigt war. Das haben die Parteien akzeptiert.

Das Bistum Augsburg will sich allerdings nicht zu den Hintergründen äußern. Für die Erzieherin ist der Vergleich ein voller Erfolg, weil sie mit ihrer Kündigungsschutzklage nicht mehr hätte erreichen können "Für die katholischen Arbeitgeber ist das ein erneuter Rückschlag, der zeigt, dass sie die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesarbeitsgerichts akzeptieren müssen", erklärte LSVD-Sprecher Manfred Bruns.

Fortsetzung nach Anzeige


Kirche feuert mehrere Erzieherinnen wegen Homosexualität

Der Lesben- und Schwulenverband begleitet derzeit vier lesbische Lebenspartnerinnen als Beistand, die als Kindergärtnerinnen bei der katholischen Kirche beschäftigt sind und entlassen werden sollen, weil sie ein Kind geboren haben und deshalb eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft eingegangen sind. Die katholische Kirche würde die Frauen weiter beschäftigen, wenn sie sich bereit erklären würden, sich von ihrer Frau scheiden zu lassen und ihr Kind als Alleinerziehende großzuziehen.

Als religiöser Tendenzbetrieb gelten für die Kirchen Ausnahmeregelungen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, sie dürfen daher Minderheiten diskriminieren. Allerdings haben Richter immer wieder Entlassungen als willkürlich bezeichnet und daher für ungültig erklärt. (dk)

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Tags: katholische kirche, neu-ulm
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Reaktionen zu "Lesbische Erzieherin: Katholische Kirche knickt ein"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
08.10.2012
20:11:33


(+1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ich hoffe, die Höhe der Abfindung reißt ein tiefes finanzielles Loch in den Haushalt der Katholiban!


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#2
08.10.2012
20:13:42


(-3, 5 Votes)

Von Timm Johannes


Ein sehr erfreuliches Urteil finde ich.

Die katholische Kirche sollte dringend ihr Verhalten ändern und von den Landeskirchen der EKD lernen.

Für die Katholische Kirche gibt es nur einen Ausweg: Öffnung des Zölibates, Zulassung von Frauen im Priesteramt und Reform der katholischen Sexualmorallehre.

Die Landeskirchen der EKD und eine Reihe weiterer protestantischer, anglikanischer, altkatholischer und presbyterianischer Kirchen denken ganz anders, lehren anders und haben eine ganz andere offizielle Kirchenhaltung im Umgang mit homosexuellen Paaren.


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#3
08.10.2012
20:23:40
Via Handy


(-2, 2 Votes)

Von David Jacob


Jaja......mit genug Geld verkauft man sogar seine Würde und seinen Stolz. Erbärmlich!!


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#4
08.10.2012
22:42:27


(+3, 5 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #2 von Timm Johannes


...und die evangelischen einrichtungen, bezahlt ebenfalls aus allgemeinen steuermitteln, machen ebenso von ihrem recht gebrauch, mitarbeiter_innen aufgrund rein privater lebensentscheidungen zu entlassen, die mit den beruflichen anforderungen nicht das geringste zu tun haben.

da werden auch schon mal eine reinigungskraft oder eine chefärztin gefeuert, wenn sie aus der kirche austreten oder sich - in ihrer freizeit! - gar aktiv religionskritisch engagieren.

wenn wir da von irgendwem was lernen können, dann bestimmt nicht von deiner lieblingsrepressionsvereinigung, sondern von staaten, die wirklich für einen konsequenten diskriminierungsschutz im arbeitsrecht sorgen - für ALLE menschen!


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#5
08.10.2012
23:06:20


(+2, 2 Votes)

Von Roman Bolliger


Die Katholische Kirche hat wohl mehr die negative Publicity gescheut als das Geld, denn die Argumentation mit dem "schweren Loyalitätsverstoss" ist ja dermassen hanebüchen, dass sich sogar der arme Christus am Kreuz windet. Das ist ja fast eine Argumentation wie vor 70 Jahren, als braune Augen unter blauen suspekt waren.


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#6
08.10.2012
23:25:27


(-3, 5 Votes)

Von Timm Johannees
Antwort zu Kommentar #4 von fink


@fink
Ja fink wir wissen, dass Du hier auf atheistischer Propagandatour unterwegs bist.

Was muss es Dich doch ärgern, dass viele andere christliche Kirchenleitung den gegensätzlichen Weg zum Vatikan eingeschlagen sind. Je mehr homopolitische Fortschritte dort in diesen lutherischen, reformierten, unierten, anglikanischen, altkatholischen, presbyterianischen sowie auch buddhistischen und jüdischen Kirchen/Organisationen und Denominationen sich einstellen, desto mehr dürfte deiner atheistischen Propaganda "der Boden entzogen" werden.

-------
Ansonsten was die Kritik an der Katholischen Kirchenleitung angeht, die teile ich zu 100 Prozent. Die Katholische Kirchenleitung sollte dringend auf die Reformrufe von "Kirche von unten" oder Ihren katholischen Theologieprofessoren (Theologenmemorandum 2011) hören; aber da Ratzinger dort an der Macht ist, laufen alle Reformbemühungen in Rom vor die Wand.


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#7
09.10.2012
01:22:48


(+1, 1 Vote)

Von Timm Johannes
Antwort zu Kommentar #5 von Roman Bolliger


@Roman Bollinger
Die Katholische Kirchenleitung arbeitet hier mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen.

Eines darf man bei diesen Debatten um die Katholische Kirche nicht vergessen:

Über Jahrhunderte prägten gerade homosexuelle Menschen das Klosterleben sowie die Priesterseminare massgeblich. Mit der Einführung des Zölibates im Priesteramt im Mittelalter waren nicht nur in den Klöstern sondern auch im Priester-/Bischofsamt viele Kleriker schwul/bisexuell.

Mit den Erfolgen der Lesben- und Schwulenbewegung seit den 1960er gehen in zunehmendem Maße homosexuelle Menschen in Industriestaaten einen anderen Lebensweg: sie leben frei und offen und viele homosexuelle Menschen suchen nach dem Partner fürs Leben oder zumindest nach einem Lebensabschnittsgefährten.

Damit aber versiegt ein wesentlicher Nachwuchsanteil am katholischen Klerikerstand und dies ist ein wichtiger Mitgrund ("nicht der einzige"), warum heute Klöster in Industriestaaten leer sind und katholischer Priestermangel herrscht. Die Kirchenleitung in Rom weiß sehr genau um diese Zusammenhänge, doch wird darber wie seit Jahrhunderten der Mantel der Tabuisierung und des Schweigens geworfen.

Für den katholischen Klerikerstand gibt es da nur einen Ausweg in den Industriestaaten: sie reformiert den katholischen Klerikerstand und folgt in diesem Punkt den protestantischen/anglikanischen Kirchen und öffnet den Klerikerstand für Menschen, die in einer Beziehung leben sowie für Frauen. DAS aber blockiert Ratzinger und gleichgesinnte Kardinäle in Rom und so laufen die Reformforderungen von "Kirche von unten" und der katholischen Theologieprofessoren (Theologenmemorandum 2011) ins Leere.

Solange die katholische Klerikerreform blockiert wird in Rom, solange wird auch Rom aus Eigeninteresse die staatlichen und gesellschaftlichen Partnerschaftsanerkennungen homosexueller Menschen angreifen.


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#8
09.10.2012
09:25:48


(-1, 1 Vote)

Von Yannick


Jetzt wollen wir hoffen, dass wir auch in den anderen Fällen gegen diesen Hass-Verein siegen!

Und die Leute, die noch Kirchensteuer zahlen, sollten sich bewusst machen, dass diese nicht wohltätigen Zwecken zukommt, sondern erstens dem Prunk der Kirche und zweitens solchen Strafen oder auch den Schweigegeldern bei Missbrauch oder heimlichen Kindern von Priestern.


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#9
09.10.2012
09:40:09
Via Handy


(0, 2 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #6 von Timm Johannees


"Ja fink wir wissen, dass Du hier auf atheistischer Propagandatour unterwegs bist."

@ TJ
Ach, auf einmal ist jeder, der die Kirche kritisiert ein atheistischer Propagandist.
Hattest du dich nicht neulich darüber ausgelassen, wie schwach doch der Atheimus sei, weil er nicht "missioniert" wie es die Religionen tun?
Komisch, auf einmal tun sie es nach deiner Ansicht doch und es ist dir auch nicht recht...
Werd einer schlau aus dir.

"David Jacob schreibt am 08.10.2012, 20:23:40 Uhr:
Jaja......mit genug Geld verkauft man sogar seine Würde und seinen Stolz. Erbärmlich!!"

Wer denn jetzt? Die kath. Kirche (welche Würde denn) oder die Kindergärtnerin, die das nicht auf sich sitzen lässt??!?! Warum glaubst du das? Was hättest DU denn gemacht?

Im Übrigen verhöhnt die kath. Kirche das Thema zutiefst, auch wenn sie hier verloren hat:

"Die katholische Kirche würde die Frauen weiter beschäftigen, wenn sie sich bereit erklären würden, sich von ihrer Frau scheiden zu lassen und ihr Kind als Alleinerziehende großzuziehen. "

Das muss man sich mal vorstellen!!! Ich finde diese Aussage menschenverachtend, auf die Würde wird einfach gesch....
Man stelle sich vor, ein Arbeitgeber würde dies zu einem heterosexuellen Ehepartner sagen.
Die Aufregung und Empörung wäre riesengroß, man würde was von "Schutz der Ehe" sprechen.
So also sieht das ach so hochgehaltene Kindeswohl aus - früher hat man Alleinerziehende verurteilt (was mitunter zu Abtreibungen geführt hat), dann aber wieder verteufelt wenn sie ein Kind NICHT bekommen haben; geschiedene Menschen durfte es nicht geben, Elternteile die ihr Kind verließen wurden als Rabeneltern verurteilt. Und jetzt darf eine Angestellte ihre Beziehung nicht absichern und soll genau das machen, was in der anderen Konstellation verwerflich ist - somit ist das Kind auch weniger geschützt.
In der Hinsicht sollte man tief nachbohren und auf die Doppelmoral hinweisen.
Verlogene geht es kaum!!

Und zugleich schiebt man unsereins wieder die niedrige Geburtenrate in die Schuhe. Pfui!


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#10
09.10.2012
10:59:41


(+1, 1 Vote)

Von Simon AC


Richtig so!

Wir müssen uns viel öfter wehren und dürfen uns nicht mehr so viel gefallen lassen.

Die nehmen sich nur deshalb so viel raus, weil wir es oft genug zulassen. Dadurch wird es dann immer schlimmer.


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