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"Die Zeit, die bleibt" – Drama von Francois Ozon (Bild: Einsfestival)

Am 11. Oktober findet zum 25. Mal der Internationale Coming-out-Day statt. Der Digitalsender Einsfestival bekennt Farbe und zeigt jede Menge Filme zum Thema.

Von Carsten Weidemann

Unter dem Motto "Es wird besser" gibt es bei Einsfestival am Donnerstag einen Programmschwerpunkt gegen Diskriminierung und für mehr Toleranz. Gezeigt werden ausgesuchte internationale Spielfilme, Reportagen und Dokumentationen sowie ein Ausflug mit der queeren Band "Gossip" in die Welt der Popmusik.

Beth Ditto, die charismatische Sängerin der amerikanischen Band, nutzt ihre Popularität konsequent für den Kampf gegen Bigotterie und Konformismus. Ein Konzertmitschnitt aus Liverpool eröffnet am Nachmittag den Coming-out-Day beim digitalen ARD-Kanal. Direkt im Anschluss gibt Filmemacher Rosa von Praunheim um 15.35 Uhr mit seinem Dokumentarfilm "Die Jungs vom Bahnhof Zoo" einen sehr persönlichen Einblick in das Berliner Strichermilieu und dessen Entwicklung von den 80er Jahren bis heute. Die Reportage "Meine Eltern sind lesbisch" zeigt um 17.00 Uhr, wie Kinder damit umgehen, mit zwei Müttern aufzuwachsen, bevor um 18.30 Uhr die Frage gestellt wird: "Kommt Mausi raus?" Die Antwort gibt der gleichnamige deutsche Fernsehfilm von Alexander Scherer. In der Coming Out-Geschichte spielt Julia Richter die 20-jährige Kati, eine junge lesbische Frau auf dem Weg "nach draußen" – und zu sich selbst. Ein Klassiker.

Geschlechterrollen sprengen und Johnny Depp im Fummel


Johny Depp im Drama "Bevor es Nacht wird" (Bild: Einsfestival)

In "Nadia auf den Spuren der Liebe" erkundet Moderatorin Nadia Kailouli um 20.15 Uhr die außergewöhnliche Welt der so genannten "Gender Bender". Dabei begegnet sie Till und Keay, zwei Menschen, die sich dafür entschieden haben, die konventionellen Rollen von "Mann" und "Frau" zu sprengen und ihrem inneren Ich zu folgen. Ab 20.45 Uhr folgen drei Filme des internationalen Queer Cinema. Den Auftakt macht Francois Ozons "Die Zeit die bleibt" u.a. mit Jeanne Moreau und Melvil Poupaud, ein existenzialistisch-sensibles Drama um einen unheilbar kranken Fotografen, der zu einer letzten Reise aufbricht. Um 22.00 Uhr folgt die auf einem wahren Fall beruhende Gaunerkomödie "Ich liebe dich Phillip Morris" mit Jim Carrey und Ewan McGregor als schwules Paar mit krimineller Energie.

Schließlich geht es um 23.30 Uhr um eine tragische Lebensgeschichte im Kuba der 60er Jahre: In Julian Schnabels Biopic "Bevor es Nacht wird" spielt Oscar-Preisträger Javier Bardem den homosexuellen Schriftsteller Reinaldo Arenas. Der muss erleben, dass der von ihm anfangs glühend verehrte Máximo Líder Fidel Castro nicht nur keine kritischen Stimmen im eigenen Land duldet, sondern darüber hinaus auch kein Interesse daran hat, dass sich an den überkommenen Moralvorstellungen aus der Zeit des Batista-Regimes etwas ändert. In diesem bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig vierfach ausgezeichneten Film glänzen in den Nebenrollen Stars wie Johnny Depp, Sean Penn und Olivier Martinez.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 YannickAnonym
  • 09.10.2012, 09:22h
  • Sehr schön, dass Eins Festival so ein umfangreiches schwul-lesbisches Programm bringt. Allerdings würde ich mir wünschen, dass auch die ARD an dem Tag etwas bringt. Die können natürlich keinen ganzen Tag machen, so wie der Schwestersender Einsfestival, aber zumindest abends ein Film und eine Doku zum Thema, wären schon toll!
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