Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?17596

Berliner Bündnis gegen Homophobie

Kardinal Woelki für Respektpreis nominiert


Rainer Maria Woelki: Lob für den "konstruktiven Dialog"

Überraschende Entscheidung des Bündnisses gegen Homophobie: Für den Respektpreis wurde der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki nominiert, obwohl er Homosexuellen vorwirft, "gegen das natürliche Gesetz" zu verstoßen.

Das Berliner Bündnis, das im Auftrag der Landesantidiskriminierungsstelle vom LSVD Berlin-Brandenburg koordiniert wird, hat für die dritte Preisverleihung neben Woelki die Kabarettistin Gabi Decker, den katholischen Rebellen David Berger und die Frauenrechtlerin Seyran Ateş nominiert. Ende November soll der Gewinner bekannt gegeben werden.

Insbesondere die Nominierung von Woelki dürfte zu Kontroversen führen: Das Bündnis begründete seine Entscheidung jedoch damit, dass der 56-Jährige "als erster katholischer Erzbischof in Deutschland offiziell mit dem Lesben- und Schwulenverband zu Gesprächen" zusammengekommen sei. "Damit hat Woekli das seit Jahrzehnten angespannte Verhältnis seiner Kirche zu Lesben und Schwulen durchbrochen und das Fundament für weiteren Austausch und konstruktiven Dialog geschaffen", heißt es in der Begründung für Woelkis Nominierung.

Außerdem hätten öffentliche Äußerungen eine neue Linie erkennen lassen. So zitiert das Bündnis Woelki, der in den vergangenen Monaten in Presse-Interviews erklärt hatte, dass "gleichgeschlechtliche Partner ein vergleichbares Maß an Fürsorge" zeigten und "zwei Homosexuelle Verantwortung füreinander übernehmen" könnten. Damit sei der Kardinal "die erste hochrangige Persönlichkeit der Katholischen Kirche, die sich öffentlich für ein neues Miteinander mit Homosexuellen in der Gesellschaft ausspricht".

Woelki: Sexuell aktive Homosexuelle können "nicht gebilligt" werden

Allerdings erwähnt das Bündnis gegen Homophobie nicht, dass Woelki diese Worte nur für Homosexuelle gelten lässt, die zölibatär lebten. Schwule und Lesben, die Sex in einer Beziehung haben, seien dagegen seiner Ansicht nach ein Problem, weil sie "gegen das natürliche Gesetz verstoßen und deshalb von unserer Glaubensüberzeugung her nicht gebilligt werden können", so Woelki im August gegenüber der "Frankfurter Rundschau". Dabei betonte der Kardinal ausdrücklich, dass er in dieser Frage "keinerlei Abstriche" mache (queer.de berichtete).

Dennoch überraschte Woelki in den vergangenen Monaten mit den für die deutsche katholische Kirche relativ milden Worte gegenüber sexuellen Minderheiten: So hat sich der Absolvent einer Opus-Dei-Universität und ehemaliger Sekretär des reaktionären Kölner Kardinals Joachim Meisner bislang mit homofeindlichen Äußerungen zurückgehalten. Im Mai sagte er auf dem Katholikentag in Mannheim, dass homosexuelle Beziehungen ähnlich sein könnten wie heterosexuelle. Allerdings warnte er schon damals vor überhöhten Erwartungen: So könne der innerkirchliche Veränderungsprozess lange dauern. Außerdem werde die Kirche bis in alle Ewigkeit daran festhalten, dass nur Heterosexuelle das Recht auf Eheschließung hätten.

Die Preisverleihung an einen der vier Nominierten findet am 4. Dezember im Berliner Grand Hotel Esplanade statt. Im vergangenen Jahr wurde die Berliner Staatssekretärin für Jugend und Familie, Sigrid Klebba (SPD) ausgezeichnet. Bei der ersten Preisverleihung 2010 erhielt die Moabiter Dohm-Schule den Preis.

In dem 2009 gegründeten "Bündnis gegen Homophobie" haben sich über 40 Unternehmen, Organisationen und Verbände aus den Bereichen Sport, Kultur und Wirtschaft zusammengeschlossen, darunter die Akademie der Künste, die AOK Nordost, die Deutsche Bank, der Polizeipräsident, das Deutsche Rote Kreuz, Kaiser's Tengelmann und der Fußballverein Türkiyemspor. Zuletzt war auch der Bruno Gmünder Verlag beigetreten (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 sylviafeeProfil
#2 alexander
  • 11.10.2012, 13:32h
  • na dann rutscht mal weiter auf dem katholenschleim aus ! oder lest erstmal bei den brüdern grimm nach : "der wolf und die sieben geislein!"
  • Antworten » | Direktlink »
#3 goddamn liberalAnonym
  • 11.10.2012, 13:39h
  • Da kann man nur von patholgischem Selbsthass sprechen.

    Und von Unkenntnis. Die Herrschaften hätten sich mal bei Insidern des katholischen Milieus informieren sollen, wie da seit jeher taktisch operiert wird.

    Eine negative Begleiterscheinung der Säkularisierung. Man kennt den klerikalen Feind und seine Finten nicht mehr.

    PS Ich bin kein Atheist, sondern Protestant in Protesttradition.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LorenProfil
  • 11.10.2012, 13:51hGreifswald
  • Ein Aprilscherz im Oktober oder Realsatire?
    Auf die Idee muss man erstmal kommen, einen Vertreter der homophoben RKK, der gelebte Homo-SEX-ualität verurteilt, als Interessenorganisation von Lesben und Schwulen für diesen Respektpreis vorzuschlagen.
    Ich schlage den LSVD Berlin-Brandenburg für die nächste Homo-Gurke vor. Und das ist weder scherzhaft noch satirisch gemeint.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 dobrapivo
  • 11.10.2012, 13:52h
  • Die haben sich wohl ganz frei nach Kurt Tucholsky gesagt:
    "Küsst die Homophoben, wo ihr sie trefft."

    Bezweifle aber ob das aufgehen wird. Das sind Christen. Die verpacken ihre Abscheu immer in das Gewandt der Nächstenliebe. "Wir haben nichts gegen Homosexuelle aber man muss ihnen doch helfen!" Das ist aber kein Fortschritt, sondern einfach nur ein besonders perfides rethorisches Mittel. Das Ziel bleibt das Auslöschen der Homosexuellen durch "Umpolung" oder "auferlegter Enthalstamkeit". Streng christlich, freundschaftlich natürlich. Mit ausgestreckter Hand und selbstgefälligem Grinsen. Wie nett!! Jetzt reden sie sogar schon mit uns!!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 finkAnonym
  • 11.10.2012, 13:58h
  • na klar, und meine katze bekommt einen preis für kochkunst: die hat neulich in eine alte bratpfanne gekackt.

    ich kann nicht glauben, was ich da lese. sind wir wirklich schon soweit, dass wir vor dankbarkeit unseren feinden die füße lecken, nur weil sie sich herablassen, uns ihre verachtung im persönlichen gespräch mitzuteilen?

    für mich hat der lsvd damit verschissen, verschissen, verschissen!

    und wenn die anderen drei auch nur einen funken ehre im leib haben, werden sie den preis in dieser unwürdigen gesellschaft ablehnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Wyndakyr
#8 daVinci6667
  • 11.10.2012, 14:22h

  • Mein Mann und ich sind also ein Problem, das nicht gebilligt werden kann. Danke schön. Sehr nett und wirklich fortschrittlich von Ihnen eure Hochwürden!

    Dafür soll er gemäß LSVD auch noch ausgezeichnet werden. Ok, er hat nicht gesagt, wir sollten ausgerottet werden. Immerhin erwas. Aber wie soll denn gemäß Wölki dass nicht hinnehmbare Problem endgelöst werden? Merkt dort denn keiner was hier gerade abläuft?

    Einfach entsetzlich. Passt aber leider. Schon vergessen mit welchen homophoben Hasssongs letztes Jahr der deutsche Integrationspreis gewonnen wurde?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 BERLINAnonym