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  • 11. Oktober 2004, noch kein Kommentar

Nigel Coleman aus dem englischen Swindon hatte einen Mann brutal zusammengeschlagen - und wurde dafür von einem Gericht zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Jetzt hat der 47-Jährige, der seine Tat gestanden hat, Widerspruch gegen das Urteil eingelegt. Grund: Seine Polizei-Gutachterin war eine Transsexuelle - und mit ihr wollte er nicht reden.

"Er konnte nicht verstehen, warum jemand, der eine so große Sünde begangen hat, ihm helfen könne, seine Sünden aufzuarbeiten", so Martin Guyll-Wiggins, Colemans Anwalt, gegenüber der BBC. "Mein Mandant meinte, der Beamte war lediglich ein Mann in einem Kleid. Er ist davon überzeugt, dass Transsexualität eine Sünde ist." Das Gericht folgte dieser Ansicht nicht: Es nannte die Argumentation des Mormonen "diskriminierend" und verurteilte ihn ohne ein Gutachten - denn in Großbritannien ist seit diesem Jahr die Diskriminierung Transsexueller in Großbritannien verboten. Guyll-Wiggins erwiderte darauf, dass nicht die Gutachterin sondern sein Mandant diskriminiert worden sei - wegen dessen religiöser Ansichten. Coleman habe "seelische Probleme", die in einem Gutachten angesprochen und vom Gericht anerkannt werden müssten, so Guyll-Wiggins weiter. "Weil kein Gutachten erstellt worden ist, wurde der Geisteszustand meines Mandanten nicht berücksichtigt."

Die mormonische Sekte (offizieller Titel: "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage") hat weltweit elf Millionen Mitglieder. Sie wurde im Jahre 1830 im heutigen US-Staat Utah gegründet und beruht sowohl auf der Bibel als auch auf dem vom Kirchengründer Joseph Smith verfassten Buch Mormon, das biblische Geschichten auf den amerikanischen Kontinent verlegt. (dk)

11. Oktober 2004, 15:22 Uhr