Der Präsident von Gambia, der sich selbst als Wunderheiler sieht, hat am Sonntag behauptet, er habe die HIV-Infektion von 68 Patienten mit einer Mixtur gekochter Kräutern ausgelöscht.
Der 47-jährige Yahya Jammeh sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur "Reuters" in einer Sendung des staatlichen Fernsehens, dass er die Lösung für HIV-Patienten gefunden habe: "Wie der Prophet Mohammed die Oberhand bei der Etablierung des Islam behalten hat, so habe ich die Oberhand behalten bei der Behandlung von HIV/Aids". 68 HIV-Positive seien aus seiner Klinik völlig gesund entlassen worden. Er erwarte aber nicht "Lob von allen Seiten", erklärte der Diktator des westafrikanischen Staates weiter.
Es ist nicht das erste Mal, dass Jammeh mit großspurigen Ankündigungen auf sich aufmerksam macht. Bereits 2007 behauptete er, seine Ärzte könnten Aids und Asthma binnen drei Tagen heilen (queer.de berichtete). Auch die Regierungen im Iran und vor einigen Jahren in Südafrika behaupteten, sie könnten HIV mit Naturprodukten bekämpfen.
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Gesundheitsexperten: Ankündigung ist gefährlich
Aids-Experten und die Weltgesundheitsorganisation warnen stets vor Wunderheilern mit großen Versprechungen: Diese würden falsche Hoffnungen geben und zu einer zögerlichen Nutzung der antiretroviralen Medikamente führen. Das ist aber derzeit die einzige wirksame Behandlungsmöglichkeit für HIV-Patienten.
Jammeh ist 1994 in Gambia durch einen Putsch an die Macht gekommen. Er sorgte in den vergangenen Jahren auch mit seiner ausgeprägten Homophobie für Schlagzeilen. So forderte er 2008 Schwule auf, sein Land binnen 24 Stunden zu verlassen (queer.de berichtete). Vor wenigen Monaten erklärte er, dass es wichtiger sei, das Homo-Verbot durchzusetzen als Entwicklungshilfe zu erhalten (queer.de berichtete). In seinem Land steht auf Homosexualität 14 Jahre Haft. Gleichzeitig ist Gambia, das 1,8 Millionen Einwohner zählt, mit einem Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt von zirka 500 US-Dollar ärmer als Länder wie Afghanistan oder Simbabwe. (dk)
Kommentare:Selbst kommentieren | Bisher 14 KommentareArtikel teilen:(mehr) Klicke hier, um Buttons undähnliche Dienste von sozialen Netzwerken dauerhaft auf queer.de anzuzeigen. Dabei werden bereits bei einem Seitenbesuch auf queer.de Daten an die Dienste übertragen. Du kannst das später wieder abschalten. Mehr Infos in den AGB.Dieser Bericht ist mir etwas wert:(Info)
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Kein Wunder, dass aus vielen Ländern Afrikas nichts wird. Schuld sind nicht die bösen Ex-Kolonialherren, denn das ist mehr als 50 Jahre vorbei. Schuld sind korrupte und unfähigen Afrikaner wie dieser "Präsident", die ihre eigenen Landsleute ausbeuten und betrügen.
"He received extensive military training in neighboring Senegal and at United States Army School of the Americas."
Die Schule wird von Kritikern mit den schmutzigen Kriegen südamerikanischer Militärdiktaturen und der damit einhergehenden Unterdrückung breiter Bevölkerungsschichten vor allem in den 1970er und 1980er Jahren in Verbindung gebracht.
dann hat er wunderbare Maechte! Dennso, braucht er nicht mehr seines Volkes tyranisieren, mit diesem Uebernatuerlichen Rezept kann er fuer langen Zeit ein Milliardaer bleiben!
Von seb1983 Profil nur für angemeldete User sichtbar Antwort zu Kommentar #7 von antos
Homöopathie hilft zwar nicht, tut aber auch keinem weh.
Der Müll den dieser Herr verzapft allerdings schon.
Von meiner ehemaligen Uni gabs enge Verbindungen nach Kenia. Was man da mitbekommen hat schlägt dem Fass den Boden aus.
Klar haben Kolonialmächte übel gewütet und schlechte Ausgangssituationen geschaffen, Industrieländer und Konzerne noch Jahrzehnte alles rausgeholt was drin war. Aber nach 50, 60 Jahren muss man auch selbst mal Verantwortung übernehmen.
Wenn aber dermaßen unfähige Menschen in politische Ämter kommen, eine schier ungeheure Korruption herrscht, Studenten mit Ministern reden die weniger Ahnung haben als sie selbst (kein Witz!), und nur durch Stammeszugehörigkeit und Beziehungen Posten erreichen, diese nur dazu nutzen in einer Wahlperiode alles rauszuholen was geht, dafür das Land an den meistbietenden, früher Europa/USA heute China verkaufen, dann wird sich nichts ändern.
Der Großteil des Verwaltungsapparates in diesen Ländern ist korrupt und unfähig. Dafür ist Gambias Präsident ein Paradebeispiel.