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  • 11.10.2012           65      Teilen:   |

David Berger

"Die Spuren zu kreuz.net verdichten sich"

Koordinator der Suche: Dem katholischen Theologen David Berger wurde nach seinem Coming-out 2010 vom Erzbistum Köln die Lehrerlaubsnis entzogen. Für sein Buch "Der heilige Schein" wurde er selbst von kreuz.net  heftig attackiert - Quelle: privat
Koordinator der Suche: Dem katholischen Theologen David Berger wurde nach seinem Coming-out 2010 vom Erzbistum Köln die Lehrerlaubsnis entzogen. Für sein Buch "Der heilige Schein" wurde er selbst von kreuz.net heftig attackiert (Bild: privat)

Seit Jahren sorgt das religiöse Hetzportal kreuz.net für Ärger und Frust in der Szene. Nach besonders homophoben Texten zum Tod von Dirk Bach wurde vom Bruno Gmünder Verlag die Initiative "Stoppt kreuz.net" ins Leben gerufen, unterstützt mit einem Kopfgeld in Höhe von ursprünglich 15.000 Euro auf die Hintermänner des Portals. Im Gespräch mit Norbert Blech berichtet Koordinator David Berger vom Stand der Ermittlungen.

Seit ein paar Tagen forschst Du nach den Hintermännern von kreuz.net. Gibt es erste Erkenntnisse?

Wir haben hunderte Emails bekommen. 90 Prozent der Personen teilen uns Sachen mit, die wir schon wussten, oder wollen uns Mut machen. 10 Prozent aber zeigen einige heiße Spuren auf, darunter ein bis zwei Prozent ganz heiße Spuren. Es ist aber noch nicht soweit, dass wir direkt zum Staatsanwalt gehen können und die Sache dann Erfolg hat. Wir müssen schauen, was juristisch belastbar ist.

Aber die Spuren verdichten sich, vielleicht ist es nächste Woche schon so weit. Optimal steht eines Morgens die Staatsanwaltschaft samt Kameras vor der Tür der Verantwortlichen. Wir haben auch ein öffentlich-rechtliches TV-Magazin, das uns begleitet und bei der Recherche helfen will, um dann über die Enttarnung groß zu berichten. Aber dafür müssen die Beweise stichfest sein.

Du willst noch nicht viel zu dem Kreis der Verdächtigen sagen, vermutest aber, hinter kreuz.net stehen nicht die Piusbrüder…

Viele Artikel, die auf kreuz.net erscheinen, stammen aus deren Milieu. Es gibt aber immer wieder Artikel, die überhaupt nicht mit der Piusbrüderschaft konform sind; die könnten es sich auch nicht erlauben, eine solche Seite zu führen. Nach allem, was ich bisher schon wusste und sich nun bestätigt, stecken hinter kreuz.net Mitarbeiter aus dem Raum der katholischen Kirche, die dort ihr Geld verdienen.

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Du hast die Vermutung, dass die Autoren vermutlich selbst schwul sind. Das überrascht zunächst.

Man muss sich einmal anschauen, womit die sich beschäftigen: Mehr als 50 Prozent der Artikel behandeln das Thema Homosexualität. Wenn jemand Schwule eklig findet, hält der seine Distanz und hakt das Thema ab. Bei kreuz.net ist das anders, die Autoren wühlen ja geradezu genüsslich in homosexuellen Praktiken herum. Da werden stundenlang Sexdrogen aufgezählt oder der Geruch eines Glory Holes thematisiert. Würde da keine geheime Anziehungskraft der Homosexualität auf die Leute wirken, sähe die Seite – mitsamt ihrer Bildstrecken – anders aus. Das stelle ich doch alles nicht online, wenn ich das nur eklig finde, das ist eine Mischung aus Genuss und Abscheu. Wie der Theologe gerne sagt: "Wovon das Herz voll ist, davon läuft der Mund über."

Gab es bereits Hinweise, die das Kopfgeld wert wären?

Das Kopfgeld ist daran gebunden, dass wir beim Staatsanwalt Erfolg haben, es also zur Überführung der Täter kommt. Dazu fehlt uns noch eine vollständige Beweiskette.

Ihr ruft zu Spenden auf. Wie werden die Gelder eingesetzt?

Im Eifer des Gefechts haben wir uns noch wenig Gedanken dazu gemacht, wir waren von der Spendenbereitschaft überrascht. Es entstehen sicher kleinere Unkosten, etwa für das Telefon. Aber vieles passiert auch ehrenamtlich, durch unseren Rechtsbeistand Sissy Kraus oder durch die Mitarbeiter des Verlags. Wenn hier größere Spenden eintreffen, werden die also zu einer wirkungsvollen Steigerung des Kopfgeldes eingesetzt.

Du koordinierst die Aktion für den Verlag und scheinst damit derzeit rund um die Uhr beschäftigt. Wie wird das bezahlt?

Ein Privatmann hat sich bereit erklärt, mir ein pauschales Honorar zu zahlen.

In der letzten Woche gab es Denial-of-Service-Attacken gegen kreuz.net, gestern wurde eine Unterstützerseite auf Facebook gehackt. Wie sinnvoll sind solche Aktionen, die, wie kreuz.net andeutet, auch Seiten der Community treffen können?

Wir sind bemüht, eng mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten, und solche illegalen Aktionen kann ich nicht gutheißen. Wenn die Seite ein paar Stunden offline ist, bringt das auch nicht viel, kreuz.net ist dafür gewappnet. Ich kann den Ärger und Frust der Leute aber verstehen, daher hoffen wir, diesen zu koordinieren.

Mit mehreren hasserfüllten Artikeln zum Tod von Dirk Bach hat kreuz.net bei vielen das Fass zum Überlaufen gebracht
Mit mehreren hasserfüllten Artikeln zum Tod von Dirk Bach hat kreuz.net bei vielen das Fass zum Überlaufen gebracht

Ihr plant, die Unterlagen an die Staatsanwaltschaft in Berlin zu übergeben. Macht es Sinn für unsere Leser, noch privat bei ihrer örtlichen Polizei Anzeige wegen Volksverhetzung zu erstatten?

Es macht Sinn, da weiterer Druck ausgeübt wird. Ich war selber schon vor einigen Jahren bei der Polizei und gar beim Verfassungsschutz und man hört da: Wir behandeln die Sachen nach Wichtigkeit. Klar, die Behörden haben viel zu tun und wenig Personal, Ermittlungen zu kreuz.net sind zeitintensiv. Aber weitere Anzeigen, das große öffentliche Interesse können das Gefühl für die Wichtigkeit verstärken.

Auch eine Form des Drucks: Eure Kampagne hat heute einen Öffentlichen Brief an die Bischofskonferenzen von Deutschland und Österreich geschrieben. Rechnet ihr mit der erbetenen Unterstützung?

Die Bischöfe sind jetzt in einer Zwickmühle: Bleibt es bei unseren wenigen Distanzierungen oder wollen wir aktiv werden? Durch meine Verbindungen in die katholische Welt kann ich berichten, dass dort der Unmut sehr groß ist, weil ein schwuler Verlag nun die Arbeit macht, die die Kirche erledigen sollte: Die eigenen Leute zur Ordnung zu rufen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber gering. Dabei steht doch im Katechismus, dass man Homosexuellen mit Takt und Respekt begegnen und Diskriminierung vermeiden sollte. Kreuz.net steht dagegen, und die Kirche sollte mit "Menschen guten Willens" zusammenarbeiten, wie es das zweite Vatikanische Konzil forderte. So oder so: Sie werden nicht mehr länger untätig bleiben können.

Die Leserschaft von kreuz.net ist in den letzten Jahren stark gestiegen, trotzdem weiß man wenig über sie. Man hat den Eindruck: Die meisten Leute lesen das und sind empört oder vielleicht amüsiert, die wenigsten nehmen das ernst (sollten aber sicher ernst genommen werden). Aus Deiner Erfahrung als Theologe: Wie steht man innerhalb der katholischen Kirche dazu, als Leser?

Ich habe mich schon 2007 über die Seite beschwert, als ich als konservativer Theologe in Rom tätig war. Im Vatikan habe immer wieder gefragt, warum man nicht in den Anfängen dieser Seite gegen sie vorgeht. Und oft habe ich von den Klerikern gehört: Die sagen doch eigentlich nur unverklausuliert, was Sache ist, gerade in Deutschland, wo soviel Modernismus herrsche. In der deutschen Kirche selber habe ich häufig die Position gehört, dass man ganz froh über kreuz.net ist: Dann sehen die, die auf uns Bischöfe und uns konservative Katholiken schimpfen, dass wir eigentlich gar nicht konservativ sind, sondern in der gesunden Mitte stehen, geradezu liberal sind. So klingen Äußerungen von Kardinal Meisner oder seiner Eminenz Woelki richtig nett, die könnte man ja glatt mit einem Szene-Preis belohnen. Man sieht also kreuz.net aus strategischen Gründen.

Wenn alles gut läuft, stehen demnächst Personen vor Gericht. Ist nicht aber anzunehmen, dass die Seite in irgendeiner, vielleicht sogar noch härteren Form weiterleben wird?

Es ist gut möglich, dass es eine Nachfolgeseite geben wird, vielleicht nicht unter dem Namen kreuz.net. Aber sollen wir einfach zuschauen, wie die Volksverhetzung, der indirekte Aufruf zu Gewalt ungestraft bleibt? Im Prinzip ist das wie der Kampf gegen Homophobie: Die wird es immer geben, aber wir müssen uns ihr andauernd stellen und damit Erfolge erzielen.

Auch ist kreuz.net ja gefährlich: Wer kann ahnen, ob einer der fundamentalistischen Spinner die Gewaltaufrufe der Katholiban nicht ernster nimmt als die anderen? Das klingt erstmal abenteuerlich, aber so groß sind die Unterschiede zu fundamentalistischen Islamisten nicht. Die Fundis beider Seiten gehen jetzt schon Hand in Hand, was man etwa an der Zusammenarbeit von kreuz.net und Muslim-Markt erkennen kann. Wir müssen da einfach ein Zeichen setzen: Irgendwann ist der Moment erreicht, wo wir in der Lage sind und den gemeinsamen Willen haben, uns zu wehren. Ein wichtiges Zeichen auch in unsere Community herein.

David Berger mit Tino Henn (l.), Geschäftsführer des Bruno Gmünder Verlags - Quelle: Bruno Gmünder Verlag
David Berger mit Tino Henn (l.), Geschäftsführer des Bruno Gmünder Verlags (Bild: Bruno Gmünder Verlag)

Manche bezweifeln den Sinn der Aktion, andere sehen vor allem ein gutes Marketing für den Bruno Gmünder Verlag, eine Privatisierung der Bewegung…

Es ist für den Verlag sicher ein Win-Win-Geschäft, meines Erachtens ist aber nichts Ehrenrühriges dabei, dass es auch um die Interessen des Verlags geht. Das Unternehmen hat immer wieder Gelder an die Community zurückgegeben, sinnvoll eingesetzt. Man denke an die ersten Aids-Broschüren oder an den Protest gegen den Papst-Besuch im letzten Jahr, wo viel Geld beigesteuert wurde. Bei manchen Aktionen muss auch jemand mal die Initiative ergreifen, und das halte ich für einen ethischen Umgang mit dem Geld, das man verdient.

Die Empörung über kreuz.net wurde durch soziale Netzwerke verstärkt, wie zuvor etwa die Kritik an der Familienministerin Katherina Reiche. Andere wichtige Themen erhalten kaum Aufmerksamkeit. Laufen wir Gefahr, einer Art hysterischem Scheinaktivismus zu verfallen, oder ist eure Kampagne gerade ein Beispiel dafür, wie man die Szene mobilisieren kann?

In den Medien war es ja schon immer so, dass jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird. Mit der Konsequenz, dass die Themen leider schnell wieder in die Vergessenheit geraten. Das gilt so auch für die Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken. Ich glaube nicht, dass man das ändern kann. Aber man kann das klug nutzen: Man kann den Zusammenhalt in der Community stärken; da ist noch viel zu tun, man muss sich nur manchen Kommentar zu dem Thema ansehen. Man kann vor allem Signale nach innen und außen setzen: Wir stehen zusammen, wenn wir von außen angegriffen werden. Und durch ein Handeln im günstigen Augenblick stehen wir, auch praktisch gesehen durch neu entwickelte Vernetzung oder gar der Gewinnung neuer Aktivisten, gestärkter da als vorher. Wenn wir das schaffen, haben wir viel erreicht.

Die Aktion "Stoppt kreuz.net" ist via Facebook-Gruppe und Homepage erreichbar.

Links zum Thema:
» Mehr Infos zu David Bergers Buch "Der heilige Schein" bei Amazon
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Reaktionen zu ""Die Spuren zu kreuz.net verdichten sich""


 65 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
11.10.2012
22:00:49


(+9, 9 Votes)

Von Timon


Ich kann mich nur anschließen:
die Seite ist brandgefährlich. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis irgendein homophober Spinner die Hetze auf kreuz.net zum Anlass nimmt, um einen Angriff z.B. auf eine schwule Bar, einen Sexshop, o.ä. zu verüben.

Umso schöner, dass sich das Netz um die Betreiber langsam aber sicher zuzieht!

Hoffentlich haben wir sie bald, damit sie von der Staatsanwaltschaft verklagt werden können.

Das wäre zwar eigentlich Aufgabe des Staates gewesen, die ausfindig zu machen, aber da es da keine Bemühungen gibt, mussten wir das eben selbst in die Hand nehmen!


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#2
11.10.2012
22:07:31


(+11, 11 Votes)

Von ehemaligem User paren57


Wenn die Aussagen von Berger zu den strategischen Winkelzügen der katholischen Kirche zur Diffamierung ihrer Hassgruppe zutreffen, zeigt das einmal mehr, wie wenig diese (kriminelle?) Vereinigung auf die vorgeblichen christlichen Werte gibt. Dass es eine Verbrüderung der monotheistischen Hassprediger gibt, wenn es gegen die Ungläubigen geht, war mir schon immer klar. Da würde ich auch einen Bischof Huber von den Evangelen trotz seiner salbungsvollen Worte dazurechnen. Die Gefahr ist, und da gebe ich Berger durchaus recht, dass einige die Hetze wörtlich nehmen und eine Rechtfertigung darin finden, Schwule zu klatschen, ggf. auch mit letalem Ausgang. Sollte der Rechtsstaat sie tatsächlich dafür belangen, was nicht unbedingt ausgemacht ist, werden sie sich zumindest noch als Märtyrer fühlen. Und wenn sich dann noch genügend Gutmenschen finden, die die Augen davor verschließen, dass auch Gewalt, die von Religionsgemeinschaften, Minderheiten und Migranten ausgeht, Gewalt bleibt, dann wird es für die potentiellen Opfer richtig gefährlich. Denn dann hat man die Armen ja allein schon dadurch kulturell provoziert, dass man ihnen gegenüber zu erkennen gibt, nicht der geforderten heterosexuellen Norm zu entsprechen. Dann ist eben allein schon offen gezeigte Homosexualität Blasphemie, die bestraft gehört, weil sie die heiligen Worte von Erleuchteten in Frage stellt, von denen noch niemand jemals hat den Nachweis führen können, dass sie mehr sind als das Fantasieprodukt von missionarischen Eiferern. Und das Wort 'Prophet' darf man dann schon gar nicht in den Mund nehmen.


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#3
11.10.2012
22:11:35


(+6, 10 Votes)

Von Hinnerk


Wow, die Kampagne hat schon aktuell 15.647 Euro gesammelt!

Ich hoffe, da kommt noch mehr dazu, damit diesem Pack endlich das dreckige Handwerk gelegt werden kann.

Link zu www.stopptkreuznet.de


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#4
11.10.2012
22:32:47


(+11, 11 Votes)

Von Lapushka


Wie riecht denn ein Glory Hole?

Ob kreuz.net so gefährlich ist, weiss ich nicht. Ich hatte bisher eher so den Eindruck, dass die das einfach brauchen um irgendwie den Druck abzulassen den sie aufgrund ihrer religiösen Erziehung nicht in gesundem Maße ablassen können. Und das halt jeden Tag bzw. alle paar Tage durch einen neuen Artikel.
Und jemand der deswegen durchdreht, würde - vermute ich - auch ohne kreuz.net durchdrehen.

Es ist aber schon auffällig, dass Artikel mit homosexuellem Inhalt fast immer deutlichst mehr Kommentare bekommen als alle anderen, egal ob Abtreibung, Medizin-Ethik, irgendwelche theologischen Themen, Artikel über religiöse Persönlichkeiten, politische Themen usw. Alles rückt in den Hintergrund, in Gegenwart des Themas Homosexualität.
Man kann sich die Kommentare nicht lange durchlesen, aber viele schreiben tatsächlich extrem gewalttätig, paranoid, aber auch unglaublich sexualisiert.
Da drängt sich schon der Verdacht auf, dass sich da nicht ausgelebte "Triebe" eben andere Bahnen suchen, denn durch Verdrängen sterben sie ja nicht ab.

Ob es so gut ist, dass sie jetzt so viel Aufmerksamkeit kriegen, weiss ich nicht.

Lustig ist der Gedanke aber schon, dass da so ein Eumel nichtsahnend die Tür aufmacht und dann von Kameras und Reportern belagert und bloßgestellt wird.


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#5
11.10.2012
22:58:20


(+10, 16 Votes)

Von fink


ich habe mir gerade den offenen brief an die dt. bischofskonferenz angesehen.

Link zu www.brunogmuender.com

haben die autoren vergessen, dass sie da nicht mit unseren kumpels reden, sondern mit erklärten gegnern der LGBT-bewegung?

muss man sich bei denen wirklich mit "eminenzen und exzellenzen" einschleimen?

muss man so tun, als sei es GEMEINSAME aufgabe, den "ruf der katholischen kirche" zu retten? kirchenaustritte zu vermeiden?

aus dem text:
"Es [die unterstützung der aktion] würde die vielerorts schon verloren gegangene Glaubwürdigkeit wiederherstellen, dass man wirklich allen Menschen mit „Takt und Respekt“ begegnen und sich gegen jede ungerechte Diskriminierung wenden möchte!"

hallo? ist denen überhaupt nicht mehr klar, mit wem sie es zu tun haben? bitte aufwachen! diese bischöfe stehen nicht auf unserer seite! diese leute sprechen sich selber jeden tag FÜR unsere diskriminierung aus! diese leute sind selber völlig frei von "takt und respekt", wenn es um schwule, lesben, transgender geht! und daran wird sich nichts ändern!

und denen will man die gelegenheit geben, ja geradezu aufdrängen, so zu tun, als sei das alles nicht wahr, als stünden sie auf unserer seite? als sei die katholische kirche der hort des respekts für schwule, lesben, transgender?

teufelnochmal, wie blöd kann man denn eigentlich sein?

damit ist genau das passiert, was ich befürchtet hatte: die konzentration auf die durchgeknalten "superschurken" macht vergessen, dass die alltägliche gefahr von ganz anderen leuten ausgeht.

aber dass ausgerechnet die schwulen selbst geradezu darum buhlen würden, dass sich die alltäglichen täter reinwaschen können, das hätte selbst ich in meinen paranoidsten träumen nicht erwartet.

erst wölki, jetzt das... ich hoffe, ich wache morgen auf und habe das alles nur geträumt.


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#6
11.10.2012
23:00:51


(+7, 7 Votes)

Von Raffael


Die Schlinge zieht sich zu...


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#7
11.10.2012
23:12:55


(+3, 7 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #5 von fink


Wo ist denn das Problem? Der Verlag biedert sich doch nicht an, sondern führt doch sogar die Untätigkeit des Klerus öffentlich vor, bzw. reibt ihm unter die Nase wie man die Sache löst.
Jetzt liegt es doch am Klerus wie die Stellung beziehen.
Das ist doch eher peinlich für die und nicht für uns.


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#8
11.10.2012
23:23:13


(+5, 7 Votes)

Von flex


vermutlich ungeoutete?
eventuell jene die auf sehr junge männer fixiert sind?

auffällig das auf einer "keuschen" katholischen seite die beiden themen homosexualität und päderastie am beliebtesten sind.


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#9
11.10.2012
23:30:14


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Daß hinter dieser menschenverachtenden Hetzsite Schrankschwestern dahinterstecken könnten, darf vermutet werden. Auf jeden Fall sind hier deutlich reaktionäre Kräfte am Werk. Oder sollte man hier besser "subversive Elemente" sagen? Das Wichtige ist: solchen Radikalen muß das Handwerk endlich gelegt werden!


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#10
11.10.2012
23:37:51


(+9, 11 Votes)

Von fink
Antwort zu Kommentar #7 von David77


entschuldige, aber was soll denn das heißen: "verloren gegangene glaubwürdigkeit"? wann war denn bitte die katholische kirche jemals glaubwürdig in ihrer behauptung, gegen diskriminierung zu sein, taktvoll zu sein oder gar respektvoll? wenn das keine anbiederung ist, wie weit muss man deiner meinung nach gehen?

und was soll da schon als reaktion kommen? entweder gar nix oder das übliche windelweiche beteuern, dass man natürlich gegen diskriminierung sei und schon immer gewesen sei. das ist zwar die dreisteste lüge der welt, tausendfach täglich widerlegt, aber es wird halt nochmal genauso behauptet werden.

muss man denen noch freiwillig eine bühne bereiten, auf der sie sich abermals als die friedlichsten schwuppenflüsterer inszenieren können?

was ist denn bitte die katholische kirche? teil der lösung oder teil des problems? und als was sollten wir sie öffentlich benennen?


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