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  • 13.10.2012           16      Teilen:   |

Im Fummel in der Ausnüchterungszelle

Wird Bad Hersfeld vermutlich künftig meiden: Christian Bohne als "Clara Fusel, geborene Schamlos" - Quelle: Facebook
Wird Bad Hersfeld vermutlich künftig meiden: Christian Bohne als "Clara Fusel, geborene Schamlos" (Bild: Facebook)

Der Geschäftsführer der Mainzer Jusos Christian Bohne alias Clara Fusel plante eine Aktion gegen Sexismus und Homophobie – die After-Party ging jedoch mächtig daneben.

Von Carsten Weidemann

Den schönen Tuntennamen Clara Fusel hat er wohl nicht von ungefähr gewählt. Mit 1,45 Promille landete der 24-jährige Geschäftsführer der Mainzer Jusos Christian Bohne am vergangenen Wochenende in einer Ausnüchterungszelle in Bad Hersfeld – kräftig geschminkt und im Fummel.

Zuvor hatte der Student der Mainzer Gutenberg-Uni zusammen mit Kommilitonen in der Bad Hersfelder Jugendherberge eine Kampagne gegen Sexismus und Homophobie vorbereitet. Nach getaner Arbeit wollte die Gruppe noch ein bisschen in der hessischen Kur- und Festspielstadt feiern und fummelte sich auf. Außer verwunderten Blicken gab es zunächst keine Probleme für die feucht-fröhliche Tuntentruppe. Doch als die Studenten in einer Kneipe auf die Damentoilette wollten, beschwerten sich weibliche Gäste und der Wirt schmiss sie raus.

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"Als Mann in Frauenkleidern diskriminiert"

Bohne, der erst die Stunden zuvor über Gender-Theorien diskutiert hatte, fühlte sich diskriminiert und stellte den Wirt zu Rede. Was dann genau geschah, darüber gibt es verschiedene Versionen. Laut dem Besitzer der Kneipe hätten der Student und seine Freunde laut gestöhnt, sich schlecht benommen und andere Gäste belästigt. Irgendwann rief er die Polizei, die die betrunkene Clara Fusel vergeblich davon zu überzeugen versuchte, besser in die Jugendherberge zurückzukehren. Weil der Student selbst einem offiziellen Platzverweis nicht nachgekommen sei, wurde er in Handschellen abgeführt und musste die Nacht in der Ausnüchterungszelle verbringen. Den Vorwurf der Homophobie wiesen sowohl Wirt wie Polizei zurück. "Mensch ist Mensch, Gast ist Gast", sagte der Wirt gegenüber der "Hersfelder Zeitung". "Wir haben korrekt gehandelt", erklärte auch Polizeisprecher Manfred Knoch.

Christan Bohne indes bleibt auch im nüchternen Zustand bei seinem Vorwurf. Er sei "als Mann in Frauenkleidern diskriminiert" worden. Gegen die Polizeibeamten, die ihn zudem unsittlich berührt hätten, kündigte er Dienstaufsichtsbeschwerde an. "Wer meint, mit mir oder in meiner Anwesenheit mit anderen Menschen so umgehen zu können, hat sich geirrt", schrieb der Student auf seiner Facebook-Page. Obwohl er eigentlich sehr selbstbewusst sei, habe er sich in Bad Hersfeld "wie ein Mensch niederer Natur" gefühlt.

Rücktrittsforderungen von der Jungen Union

Auch wenn die Bad Hersfelder Fummel-Sause nichts mit seiner Jusos-Funktion zu tun hat, nutzte sie die Mainzer Junge Union (JU) zur Profilierung und forderte Christian Bohne zum Rücktritt als Geschäftsführer der SPD-Jugendorganisation auf: "Ein dermaßen schlechtes Benehmen und Verhalten in der Öffentlichkeit muss als einzig richtige Konsequenz seinen sofortigen Rücktritt zur Folge haben", heißt es in einer Erklärung des JU-Vorstands.

Bei den Jungen Liberalen zeigte man sich dagegen nachsichtiger: Der stellvertretende Landesvorsitzende Tobias Huch hält die Sache für erledigt, wenn sich Clara Fusel bei Wirt und Polizei entschuldigt: "Er hat sich bis auf die Knochen blamiert und jeder macht mal Fehler in jungen Jahren."

Links zum Thema:
» Clara-Fusel-Fanpage auf Facebook
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Tags: clara fusel, christian bohne, bad hersfeld
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Reaktionen zu "Im Fummel in der Ausnüchterungszelle"


 16 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
13.10.2012
16:44:05


(-7, 11 Votes)

Von le_waldsterben
Aus Berlin
Mitglied seit 07.01.2012


Ein Mensch, der einem nur leid tun kann. Er gehört in therapeutische Behandlung.


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#2
13.10.2012
16:45:09


(+1, 5 Votes)

Von naja


solange man nicht transsexuell ist, gehören männer ( egal was sie anhaben) auf die herrentoilette und frauen ( egal was sie anhaben) auf die damentoilette.
was gibt es daran auszusetzen? das ist keine diskriminierung.


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#3
13.10.2012
16:56:56


(+6, 8 Votes)

Von goddamn liberal


Gender Trubel in Hersfeld.

Tiefer hängen!

Und wenn der Jung wieder nüchtern ist, kann er sich ja mal zuhause bei (Noch-) König Kurt um die echten Probleme kümmern.


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#4
13.10.2012
16:56:56


(+6, 8 Votes)

Von FürFlottenDreier


Vielleicht einfach mal nüchtern im gleichen Outfit zu Kurt Beck in die Mainzer Staatskanzlei?

Zwecks Aufhebung von Schandurteilen.

Link zu www.queer.de

Vielleicht noch mit seinem schwulen SPD-OB für ein Pressefoto?


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#5
13.10.2012
17:11:15


(0, 4 Votes)

Von bittewas


Wieso ist es Kampf gegen Homophobie wenn ein Mann als Mann in Frauenklamotten rumrennt?

Diskriminierend finde ich es nicht. Es sei denn, es handelt sich um eine Transfrau o.ä. Aber ein selbstidentifizierter Mann der sich als Frau VERKLEIDET, gehört aufs Männerklo.
Frauen im Managerhosenanzug stellen sich ja auch nicht zu den Kerlen ans Pissoir.


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#6
13.10.2012
18:37:46


(-3, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Als Dragqueen auf die Damentoilette - klar, daß da die "echten" Frauen Sturm laufen! Möchte zu gern mal wissen, was passiert, wenn ein Dragking (Frau in Männerklamotten) eine Herrentoilette für seine Notdurft betritt. Ob die Herren der Schöpfung sich auch querstellen?


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#7
13.10.2012
19:38:32


(+3, 3 Votes)

Von MrFD


Ganz schön hoch gehängt. Ich erinnere nur an die zahllosen vollen Partys, wo die Mädels froh waren, aufs Männerklo zu dürfen, passiert mir heute auch noch ständig und ist im Grunde auch egal. Es geht eh immer mehr dazu über, dass es Unisextoiletten gibt......


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#8
13.10.2012
19:39:35
Via Handy


(+1, 1 Vote)

Von Davids
Antwort zu Kommentar #5 von bittewas


Frauen stellen sich nicht ans pissoir, aber sie sind häufig genug auf dem Männerklo. Und was die Kleidung betrifft, nicht ganz nachzuvollziehen ist das wenn er als Mann frauenklamotten tragen will, es nicht einfach tut sondern komplett in der angeblich weiblichen Rolle aufgeht. Mit Perucke, gibt sich einen weiblichen Vornamen usw. Das ist keine weitergefaste männliche Rolle, also ein Mann in frauenkleidern, sondern das kopieren einer Klischeefrau.


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#9
13.10.2012
20:04:06


(+1, 3 Votes)

Von Simon H


Und die "Junge Union" muss das natürlich mal wieder ausnutzen, um gegen die ach so bösen Schwulen zu hetzen.

Das zeigt, dass auch der Nachwuchs von CDU und CSU genauso homophob ist und sich diese Parteien auch in Zukunft nicht ändern werden...


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#10
14.10.2012
08:50:11


(-1, 3 Votes)

Von Jürgen Klann


Er hätte es mit mehr Promille machen sollen! Als Tunte irgendwo Aufzutauchen sollte schon vorher überlegt sein. Vielleicht hätte er einen "Strip" hinlegen sollen,damit die ganze Sache etwas lockerer über die Bühne gekommen wäre. - Es gibt ja auch Typen die auf Ausnüchterungszellen stehen. Zumindest hat Clara Fusel eine Erfahrung mehr gemacht. Allein der Name lässt mich Erschaudern! Wenn er eine Aktion gegen Sexismus bei Studenten startet, frage ich mich aber schon ob er nicht ganz richtig ist!


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