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Jo Weil zeigt Körpereinsatz, auch in seiner kurzen Rolle (Bild: Screenshot WDR)

Nanu, was macht denn Olli aus der Soap "Verbotene Liebe" als Escort für Frauen im Dortmunder Tatort-Krimi? Queer.de erwischt Jo beim sexy Gastauftritt.

Von Carsten Weidemann

Was machen Männer, wenn sie beruflich bis über den Hals in Schwierigkeiten stecken, vor lauter Stress kurz vor dem Burnout stehen, und gleichzeitig auch noch den Segen in den eigenen vier Wänden mehr als schief hängen haben? Sie gehen in den Puff. Und was tun Frauen in Führungspositionen zur Entspannung? Sie rufen einen Callboy an. Fans der ARD-Soap "Verbotene Liebe" werden womöglich etwas irritiert sein, dass der Herr, der sich für Kriminalhauptkommissarin Martina Bönisch im November beim nächsten Dortmunder Tatort für die käufliche Liebe hergibt und deshalb an ihre Hoteltüre klopft, der Schauspieler Jo Weil ist.

Der 35-jährige Schauspieler und Sprecher verkörpert in "Verbotene Liebe" kontinuierlich seit 2007 Oliver Sabel, den bisexuellen Ehemann von Christian Mann (Thore Schölermann). Als Christian und Olli gelten sie seit Jahren als das schwule Dreamteam des deutschen Fernsehens, von den Fans werden sie trotz aller Höhen und Tiefen nur noch als Einheit wahrgenommen und unter "Chrolli" subsummiert.

Tonys Lohn für 30 Minuten Sex: 150 Euro. Jo's Gage für den Auftritt: Unbekannt


Jo Weil und Thore Schölermann verkörpern seit Jahren das schwule Dream-Team im TV (Bild: ARD/Anja Glitsch)

Jo Weil hat als Escort Tony einen nur wenige Sekunden langen Auftritt in der Tatort-Folge "Mein Revier". Die gestresste Ermittlerin Bönisch (Anna Schudt), die wegen der Eskapaden ihres neuen Kollegen Faber (Jörg Hartmann) und den Drogendelikten ihres pubertierenden Sohnes mächtig unter Strom steht, verliert keine Zeit. "Wir haben nur eine halbe Stunde", knurrt sie und drückt Tony 150 Euro in die Hand. Der Escort, der es scheinbar gewohnt ist, bei seiner weiblichen Klientel zunächst den Charmebolzen zu geben, ist irritiert ob seiner schnellen Degradierung zum reinen Lustobjekt, fügt sich dann aber.

Eine kleine aber feine Idee von Drehbuchautor Jürgen Werner, der hier mit einem Rollentausch spielt (Eine Frau kauft sich mal die Lust bei einem Mann) und in der kurzen Szene zugleich die Erfahrung vermittelt, die viele Sexarbeiterinnen machen, wenn sie mal wieder von ihren Kunden als Objekt betrachtet und entsprechend behandelt werden. Werner, der auch für die Auftaktfolge "Alter Ego" verantwortlich zeichnet, erweist sich als guter Kenner der menschlichen Psyche und der Akzentsetzung durch solch Zwischentöne. Während in "Alter Ego" das neue vierköpfige Ermittlerteam den Mord an zwei schwulen Männern aufzuklären hatte, geht es in "Mein Revier" um einen toten Drogendealer in der als Problemviertel verschrienen Dortmunder Nordstadt.

Thore Schölermann geht zu Pro7, Jo Weil bleibt bei der ARD


Toter Dealer in der Nordstadt – Das Dortmunder CSI-Team ermittelt per Laser (Bild: WDR/Willi Weber)

Jo Weil, der über sein eigenes Privatleben in Interviews grundsätzlich nichts herauslässt, dürfte mit der Sexszene keine großen Schwierigkeiten gehabt haben. Dem Magazin "BOX" erzählte er 2010 in einem Interview, das er durch die Paarrolle in "Verbotene Liebe" inzwischen gewohnt sei, intimere Szene zu drehen: "Da ist das inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit geworden, wenn wir alle vier Wochen im Bett liegen und uns anfassen müssen, um intimere Szenen zu drehen. Mittlerweile ist man so vertraut, dass man sich darauf nicht mehr besonders vorbereiten muss."

Rein theoretisch könnte Weils Gastauftritt im Tatort gut nochmal in der Soap verbraten werden. Schließlich sind in der Endlosserie mit inzwischen über 4150 Folgen sämtliche noch so absurde Wendungen ganz normal. Da Thore Schölermann wegen seines Engagements als Moderator bei "The Voice Of Germany" und parallel beim Magazin "Taff" keine Zeit mehr hat, verabschiedet sich seine Figur Christian im Dezember für eine längere Auslandsreise. Wiederkehr noch ungewiss. Ohne seinen Geliebten an der Seite hätte der beidseitig spielfähige Olli nun jede Menge Zeit, um beispielsweise eine neue Karriere zu starten als vielgefragter Hustler. Deckname: Tony, Einzugsgebiet: Düsseldorf bis Dortmund…

Sendetermine

"Tatort – Mein Revier", Sonntag, 11. November, 20.15 Uhr in der ARD. "Verbotene Liebe" läuft Montag bis Freitag um 18.00 Uhr im Ersten.


#1 nachtigallAnonym
  • 13.10.2012, 22:37h
  • "Was machen Männer, wenn sie beruflich bis über den Hals in Schwierigkeiten stecken...? Sie gehen in den Puff."

    ganz schön verallgemeinernd, z.b. schwule männer gehen wohl kaum in den puff.

    das jo weil für ein paar sekunden den callboy der komissarin spielt ist löblich, trotzdem geht es bezüglich des themas prostitution in dem film um eine weibliche prostituierte die sich, wie schon häufig im tatort, um strassenmädchen kümmert...die jungen stricher sind mal wieder tabuthema. obwohl es sie in dortmund auch gibt.

    unter queeren gesichtspunkten ist diese folge also nur minimal thematisch passend...aber immerhin wird eine ungewöhnliche ( oder gibt es das häufiger als man meint?) art der käuflichen liebe ( frau kauft mann) zumindest gestreift.
    angucken werde ich ihn mir so oder so; und auch den morgigen mit dem fall barschel ( u.a. mit einem ungeouteten familienvater)

    ob suizid oder mord, wie barschel gestorben ist wird man wohl nie erfahren.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 pilo2004
  • 15.10.2012, 09:16h
  • Guten Morgen! Macht Herr Weil das jetzt in jedem Dortmunder Tatort. Bereits in der ersten Folge "Alter Ego" durfte er Frau Kommissarin in einem sehr sehr kurzen Auftritt beglücken ;)
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#4 Gehts nochAnonym
  • 15.10.2012, 13:12h
  • "Was machen Männer, wenn sie beruflich bis über den Hals in Schwierigkeiten stecken, vor lauter Stress kurz vor dem Burnout stehen, und gleichzeitig auch noch den Segen in den eigenen vier Wänden mehr als schief hängen haben? Sie gehen in den Puff. Und was tun Frauen in Führungspositionen zur Entspannung? Sie rufen einen Callboy an."

    Willkommen in der "queeren" Welt der Nichtinfragestellung und bereitwilligen Propagierung und Reproduktion der herrschenden heterosexistischen bürgerlichen Ordnung.

    Vorsicht, rhetorische Frage: Warum machen die öffentlich-rechtlichen Sender, deren Anteil schwuler Protagonisten im Hauptabendprogramm weiterhin bei gerundet 0% liegt (meistens bei absoluten 0%), eigentlich nicht auch mal das Gegenteil: Einen ihrer heteronormierten und -normierenden Herzensbrecher aus den immergleichen "Unterhaltungsprogrammen" als Escort für Männer in Szene setzen?
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