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  • 16.10.2012           16      Teilen:   |

Griechischer Staatssender zensiert Homo-Kuss

Direkt in der ersten Folge küsst Diener Thomas (l.) seinen adligen Freund - Quelle: Screenshot
Direkt in der ersten Folge küsst Diener Thomas (l.) seinen adligen Freund (Bild: Screenshot)

Der griechische TV-Sender NET ist in Kritik geraten, nachdem die öffentliche-rechtliche Station einen Männerkuss aus der britischen Serie "Downton Abbey" heraus geschnitten hat. Verantwortliche des Senders begründeten die Zensur mit Jugendschutzgründen.

Die Folge aus der ersten Staffel der Kostümserie war am Montag ab 22.05 Uhr ausgestrahlt worden. Binnen weniger Minuten beschwerten sich Fans auf Twitter über die fehlende Szene, in der ein Diener (Footman) einen Herzog küsst, mit dem er eine heimliche Beziehung unterhält. Später schaltete sich auch die größte Oppositionspartei, das Linksbündnis SYRIZA, in den Streit ein.

Die Nicht-Ausstrahlung des Kusses sei "ein klarer Fall von Zensur und ein extremer Akt von Homophobie und Diskriminierung", so die Partei. Deren Abgeordneter Dimitris Papadimoulis twitterte, der Sender müsse erklären, auf den Druck welcher Partei man die Zensur ausgeübt habe.

Der Sender gab an, man habe den Kuss geschnitten, um die Jugendschutzbestimmungen für die Uhrzeit und die Kriterien der vorgeschalteten Altersfreigabe zu erfüllen. Bei einer nächtlichen Wiederholung am Dienstag werde man die Szene ausstrahlen, teilte ein NET-Sprecher mit.

Fortsetzung nach Anzeige


Serie ab Weihnachten im ZDF

Wie in "Das Haus am Eaton Place" (Upstairs, Downstairs) geht es in "Downton Abbey" nicht nur um die reichen Grundbesitzer, sondern auch um die Dienerschaft - Quelle: ITV
Wie in "Das Haus am Eaton Place" (Upstairs, Downstairs) geht es in "Downton Abbey" nicht nur um die reichen Grundbesitzer, sondern auch um die Dienerschaft (Bild: ITV)

Das britische Kostümdrama, das mit einem Chaos um die Erbfolge des titelgebenden Anwesens nach dem Untergang der Titanic beginnt und in der zweiten Staffel den ersten Weltkrieg thematisiert, läuft in Großbritannien derzeit in der dritten Staffel und hatte in deutscher Sprache im Pay-Kanal Sky Premiere.

Die unterhaltsame Mini-Serie überzeugt mit Humor, hervorragenden Schauspielern und perfekt ausgeleuchteter Optik. Erschaffen wurde sie von dem Schauspieler und Autor Julian Fellowes (Drehbuch "Gosford Park"). Die Serie des Privatsenders ITV, die in Amerika dem öffentlich-rechtlichen Sender PBS Einschaltquotenrekorde bescherte, wurde international vielfach ausgezeichnet: 2011 wurde sie elfmal für den Emmy nominiert, 2012 sechzehnmal. Ingesamt holte die Serie sechs Emmys, allein zwei davon gingen an Maggie Smith als beste Nebendarstellerin.

Ab November ist "Downton Abbey" in Österreich auf ATV und ab Weihnachten im ZDF zu sehen – man sollte freilich die englischsprachige Version bevorzugen, die verschiedenen Akzente von Graf- und Dienerschaft sind Teil des Dramas wie des Vergnügens. Die Rolle des schwulen Dieners Thomas (Robert James-Collier) ist ebenfalls vielfältig: Die Beziehung aus der ersten Folge geht noch in eben dieser zu Brüche, dann folgt ein vergeblicher Flirt mit einem türkischen Diplomaten, der aufgrund anderer Verwicklungen nicht auffliegt – danach ist erstmal Schluss mit dem Liebesleben und man lernt Thomas vor allem als Feigling und Intriganten kennen. Erst in den neuesten Folgen deutet sich wieder eine schwule Romanze an.

Youtube | Trailer zur ersten Staffel

Strafe für taiwanischen Sender

Die Zensur von homosexuellen Küssen ist weltweit keine Seltenheit, manchmal braucht es schon Olympia, um einem Land den ersten lesbischen TV-Kuss zu bringen (queer.de berichtete). In Taiwan hingegen ging ein TV-Sender mit einem Kuss den Behörden zu weit.

Der Sender "LS Time" hatte im Februar einen Kuss zwischen zwei Frauen aus einem Film aus dem Jahr 1992 gezeigt. Das war zuviel für die TV-Aufsichtsbehörde: Sie verhängte jetzt ein Strafgeld in Höhe von 300.000 Taiwan-Dollarn (rund 7.860 Euro). (nb)

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Tags: downton abbey, griechenland, fernsehen, taiwan
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Reaktionen zu "Griechischer Staatssender zensiert Homo-Kuss"


 16 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
16.10.2012
22:15:25


(+6, 10 Votes)

Von goddamn liberal


So kann der Klerikalismus ein altes Kulturvolk verderben.

Grotesk!


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#2
16.10.2012
23:06:45


(+5, 9 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Homophob bleibt homophob....

Das ist eine Zensur der Realität.
Und wer zensiert dann die vielen Hetero-Küsse aus Jugendschutzgründen?

Solche Sender gehören verklagt.


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#3
17.10.2012
02:18:29


(+5, 5 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


" Verantwortliche des Senders begründeten dies mit Jugendschutzgründen."

Was in Europa alles noch so möglich ist! Ja, es ist eine massive und grobe Diskriminierung. Was wohl sollte an einem Kuss auch für Kinder nicht vorzeigbar sein, wenn es nicht darum ginge, dass für die Verantwortlichen Homosexualität immer noch widerlich erscheint! Widerlich aber ist einzig und allein diese Haltung gegenüber allem, was einigen Idioten nicht in ihr hetero-normiertes und hetero-normatives Welt- und Menschenbild passt!


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#4
17.10.2012
09:12:07


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Begründung ist sehr abenteuerlich! Dann sollte man auch alle Hetenküsse herausschneiden, da die ja auch gegen den Jugendschutz verstoßen! Dieser griechische TV-Sender hat sich damit zurecht den Zorn der Zuschauer auf sich gezogen!


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#5
17.10.2012
09:17:55


(+1, 7 Votes)

Von Sanktion


Idioten und Ignoranten wollen in der Europäischen Union verbleiben?

Wenn es nicht - besonders für die schwulen und lesbischen Jugendlichen im Coming-Out - in Griechenland so traurig wäre, würde ich schallend lachen ...

Was bilden sich die Zurückgebliebenen bei diesem griechischen Fernsehsender ein? Etwa ...

dass EU-Vollmitglied Griechenland nicht an die, seit 1952 gültige, Europäische Menschenrechtskonvention gebunden wäre? Oder ...

dass dieses Land die Europäische Antidiskriminierungsrichtlinie nicht in nationales Recht umzusetzen hat?

Ich glaub' mein Schwein pfeift,


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#6
17.10.2012
11:27:26


(+4, 4 Votes)

Von XYZ1


Komisch grade die Griechen sollten damit doch kein Problem haben. War sowas bei denen früher doch gang und gäbe


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#7
17.10.2012
13:29:48


(+8, 12 Votes)

Von -hw-


"In der Krise, und die hat Griechenland besonders hart getroffen, muss die Regierung alles daran setzen um Einigkeit zu demonstrieren, dies geht aber offenbar auf Kosten von Minderheiten: Ein Gesetz, welches unter anderem Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und Homophobie unter Strafe gestellt hätte, wird nun nicht behandelt.

Seit der ersten Ankündigung war das Gesetz Ziel von Gehässigkeiten und wütenden Reaktionen durch Nationalisten und rechte Politiker.......

Link zu www.gay.ch

"Die Nationalisten erhielten 18 Sitze bei den Parlamentswahlen im Juni und zogen als fünftgrößte Partei zum ersten Mal ins Parlament ein. Die Rechtsradikalen gewinnen zunehmend an Popularität: neuesten Umfragen zufolge würde Chrysi Avgi bei landesweiten Wahlen sogar als drittstärkste Kraft hervorgehen. Über 20 Prozent der Griechen haben eine positive Einstellung zur Partei, berichtet das Wall Street Journal.

In einem Interview verglich der griechische Premierminister Antonis Samaras die Situation seines Landes mit der der Weimarer Republik vor der Machtübernahme durch die Nazis. Er beschrieb die Partei als rechtsextremistische, man könnte sagen faschistische Neo-Nazi-Partei, die eine Gefahr für die Gesellschaftsordnung darstelle. [...]
Athens Bürgermeister Giorgos Kaminis gesteht in einer Meldung von Kathimerini, die Gefahr rechtsextremistischer Gewalt unterschätzt zu haben: Wir haben viel Zeit verloren bis wir realisiert haben, was geschehen ist. "


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#8
17.10.2012
13:54:08


(+5, 5 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von XYZ1


Die Griechen haben gewaltige Probleme mit dem Thema Homosexualität, vielleicht weil sie - ob ihrer Geschichte - unbewusst noch immer glauben, beweisen zu müssen, wie gute 'Christen' sie doch seien.

Karlheinz Deschner beschreibt in seiner 'Kriminalgeschichte des Christentums' sehr gut, wie das Christentum in eine reiche antike Kultur eingebrochen sei wie eine Pest-Epidemie. Du kannst nach einer solchen Epidemie kaum erwarten, dass alte Werte und Ordnungen noch eine Bedeutung hätten.

Auf die Antike beruft man sich in Griechenland, wenn man die Bedeutung als Kulturnation unterstreichen oder den Tourismus fördern möchte. Aber die griechische Regierung bedarf heute bei Amtsantritt des Segens der gr.-orthodoxen Popen, die sich mindestens so sehr gegen homosexuelle Beziehungen stellen wie die röm.-kath. Kirche!


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#9
17.10.2012
14:11:52


(+7, 9 Votes)

Von -hw-
Antwort zu Kommentar #7 von -hw-


Griechische Nazis als "Kreuzritter"

Bild-Link:
image-345661-panoV9free-qgej.jpg


Nur der 100 prozentige orthodoxe Grieche ist eines Griechen würdig, denn er hat 'spartanisches' Blut in seinen Adern. Unsere Vorfahren sind für den orthodoxen Glauben gestorben

Sparta und Christen? Hier im Einsatz:

"Die Partei sorgte im Wahlkampf für Schlagzeilen, dass ihre Funktionäre den in Griechenland nicht verbotenen Hitlergruß zeigten. Darauf angesprochen, erklärte der Parteichef Nikolaos Michaloliakos, es handele sich um einen antiken griechischen Gruß, um die Morgenröte und den Gott Apollon zu ehren."


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#10
17.10.2012
15:42:22


(+7, 11 Votes)

Von Solidarity


Gegen den Faschismus als letztes Mittel der herrschenden Klasse, eine soziale Revolution zu verhindern, gegen den dritten Anlauf des deutschen Imperialismus zur Unterwerfung Europas, hilft nur der gemeinsame Kampf aller Lohnabhängigen, der Jugend und aller Unterdrückten - europaweit und weltweit.

Die Kapitalisten und ihre Regierungen in Deutschland und Europa sind fest entschlossen, ihre Krise auf Kosten der Arbeiterklasse, der Jugend, von Migrant_innen, Frauen und anderen Unterdrückten zu lösen. Und sie führen den Kampf um die schwindenden Profite auch untereinander. Die Stärkeren sichern sich auch hier größere Teile auf Kosten der Schwächeren.

Das deutsche Exportkapital war durchaus erfolgreich auf diesen Gebiet und konnte seine Position in Europa, die ohnehin schon durch Binnenmarkt und Euro verbessert war, in der Krise weiter auf Kosten der anderen europäischen Länder ausbauen. Merkels Vorgabe von 2009, "gestärkt aus der Krise" herauszukommen, hat sich dahingehend zunächst erfüllt.

Bezahlt wurde dies nicht nur mit der massiven Ausweitung von Niedriglöhnen und Reallohnverlusten, Leiharbeit und anderer prekärer Beschäftigung, sondern auch dadurch, dass die Kosten der Krise auf die schwächeren Volkswirtschaften, vor allem auf Südeuropa abgewälzt wurden, so dass etliche Länder, allen voran Griechenland, vor dem Kollaps stehen. Die Rettung der Banken durch Steuermittel und Sozialkürzungen konnte zwar das Fließen von Krediten (und damit weiterhin fette Geschäfte für Banken und Finanzkonzerne) sichern, hat aber die Arbeitslosigkeit, v. a. bei der Jugend, auf den höchsten Stand aller Zeiten getrieben.

Solidarität mit Schwulen und Lesben in Griechenland muss heißen: Solidarität mit dem Kampf der Arbeiter_innen, der Jugend, der Migrant_innen und aller Unterdrückten in Griechenland und überall gegen Troika-Diktat und Krisenabwälzung! Vor allem auch: Kampf gegen die Imperialisten hier bei uns! Denn Griechenland und Südeuropa sind nur das Versuchslabor für ganz Europa und auch für Deutschland, wenn die Krise in absehbarer Zeit auch hier wieder voll zuschlägt.

Dagegen hilft nur die organisierte Gegenmacht der Arbeiter_innen, der Jugend und aller Unterdrückten in ganz Europa - erstes wichtiges Ziel: europaweit koordinierte Solidaritätsaktionen zu den bevorstehenden Massenprotesten und -streiks in Portugal, Spanien, Griechenland, Italien oder jetzt am Wochenende in England. Hin zum europäischen Generalstreik!

Link zu www.welt.de

Link zu www.coalitionofresistance.org.uk

Link zu www.welt.de


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