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Das Hetero-Duo Marshall & Alexander pendelt zwischen herzzereissendem Pop und Operetten-Kitsch - wie geschaffen für schwule Hörer.

Von Jan Gebauer

Die beiden Jungs schmelzen die Herzen der ältesten Frauen oder (schwulen) Männer: Marc Marshall und Jay Alexander singen ihre Pop-Arien mit soviel Gusto, dass jeder Mutti Deutschlands die Tränen in den Augen stehen. Das Duo selber nennt seine Musik-Richtung "Emotional-Pop". Dabei verstehen die beiden Heteros ihr Handwerk: Jay, an der Musikhochschule in Karlsruhe zum Sänger ausgebildet, traf 1997 auf Marc. Ton- und TV-Studios waren zu dieser Zeit dessen zweites Zuhause, erst später ließ er sein Talent über die Musikhochschule und Lehrmeister in den USA aufbauen. Für die Einspielung von "If You Could See Me Now" (2000 auf "Welcome", dem Debüt des Duos veröffentlicht) begegnen sich Marc, der Produzent und Jay, der Solist in einem Berliner Studio. Mittlerweile präsentieren sie mit "Lovers Forever" das fünfte Album ihrer Karriere - das dritte für ihre Plattenfirma Edel.

"'Lovers Forever' ist das erste Konzeptalbum von Marshall & Alexander", erklärt Marc Marshall. "Bisher waren wir immer nur bestrebt, für unsere Alben die schönsten Lieder zu finden, die am besten zu unseren Stimmen passen. Diesmal ergab sich durch die Auswahl der ersten zwei, drei Stücke ein Konzept, das wir dann weiter entwickelten." In den Songs auf "Lovers Forever" geht es um die Liebe in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen. "Wir möchten unsere Fans an den individuellen Erfahrungen mit der Liebe teilhaben lassen, vom ersten Verliebtsein bis zum Verlust. In meinem Alter schaut man gern auch schon mal zurück, erinnert sich an die erste Liebe, beobachtet, was sich bei den eigenen Kindern und den Eltern in dieser Hinsicht abspielt", erklärt der 41-Jährige.

Emotional-Pop statt Kuschel-Rock lautet die Devise von "Lovers Forever". Melodie statt Beat, Klang statt Staccato, Innovation statt Remake – wäre da nicht die geschmacklose Version von Stevie Wonders' "Never Dreamed You'd Leave In Summer", welches niemand so feinfühlig interpretierte wie der Meister selber oder Folk-Ikone Joan Baez. Ansonsten gibt es aber kaum was zu meckern, wenn man dauf sehr gefühligen Pop steht, bei dem Männer schmettern, als wenn es um ihr Leben ginge. Da trieft es aus allen Boxen, ganz besonders bei Balladen wie "Maria", "Passione" oder "This Is My Song". Aber auch flottes Retro-Werk wissen die Marshall & Alexander geschickt zu interpretieren: "Men's Delight" klingt nach 30er Jahre Kaffeehaus-Musik und ist so kitschig, dass es schon wieder schön ist. Auch das Trio mit Ex-No-Angels-Sirene Jess "When We Kiss" ist hübsch plüschig geraten. Ein weiteres Trio ist für die Zukunft mit Schwulen-Liebling (und Edel-Kollegin) Vonda Shephard geplant. Da wir Gays ja gerne unser Herz für Kitsch und überbrodelnde Gefühle öffnen, dürfte Marshall & Alexanders neuestes Werk eine interessante Ergänzung zur Plattensammlung sein. Und singen können die beiden wirklich. Das erlebt man bald auch wieder live und auf den Bühnen sind sie quasi zu Hause: Ab dem 2. Dezember 2004 gehen Marshall & Alexander auf Tour und werden erst am 29. Mai 2005 in München ihr Abschlusskonzert geben. Bis dahin werden sie über 60 Konzerte absolviert haben. Wenn das kein Fleiß ist.

11. Oktober 2004, 17:30



#1 skydiverProfil
  • 12.10.2004, 15:29hStuttgart
  • Ich war dann doch neuGIERIG und hab mir das Album gekauft (!!!) Sooooo schööööön :-) Kann ich wirklich nur weiter empfehlen ...
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