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Der evangelikale Pastor Martin Ssempa hat Schwulen und Lesben die Rolle der Sündenböcke zugewiesen

Mit dem evangelikalen Pfarrer Martin Ssempa ist Anfang Oktober einer der erbittertsten Homogegner in Uganda zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden, weil er einem katholischen Kontrahenten Homosexualität vorgeworfen hatte.

Auch fünf weitere "Mitverschwörer" von Ssempa erhielten nach Angaben von Lokalmedien die 100-Stunden-Strafe. Zudem müssen die sechs Personen eine Geldstrafe von je einer Million Schilling (rund 300 Euro) an die Staatskasse abführen. Ssempa hat diese Woche begonnen, die Sozialarbeit in einem Krankenhaus abzuleisten.

Der Vorfall, der zur Bestrafung geführt hatte, ereignete sich bereits 2009. Damals hatte der evangelikale Pastor Ssempa den katholischen Jugendpfarrer Anthony Musaala bei einer Pressekonferenz als schwul bezeichnet. In Uganda befinden sich die evangelikalen Kirche und die römisch-katholische Kirche derzeit in einem Wettstreit um neue Mitglieder.

Musaala hatte zuvor erklärt, er habe "Homosexuellen, Lesben und Prostituierten" in seiner Funktion als Priester seelischen Beistand geleistet, könne diese aus ethischen Gründen aber nicht an die Staatsmacht ausliefern. Derzeit können Schwule und Lesben wegen ihrer sexuellen Orientierung zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt werden.

Youtube | In den ugandischen Fernsehnachrichten präsentiert sich Martin Ssempa als engagierter Menschenfreund

Ugander sehen Homosexuelle als unmoralisch an

Ssempa wirbt für seine Kirche insbesondere mit homophoben Reden. Damit weiß er eine Mehrheit der Ugander hinter sich: Vier von fünf Bürgern glauben nach einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2010, dass Homosexualität "moralisch falsch" sei. Ssempa setzt sich deshalb insbesondere für die Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle ein. Dabei setzt er auch auf bizarre Mittel: So führte er bei einer Pressekonferenz 2010 einen Schwulenporno vor, um die Anwesenden von der Notwendigkeit der Todesstrafe für Schwule zu überzeugen (queer.de berichtete). Zudem schreibt er immer wieder Kommentare in ugandischen Zeitungen, in denen er Homosexuelle als Hauptfeinde der Gesellschaft bezeichnet. In einem Artikel für die Zeitung "Onion" beklagte sich der Pastor etwa, dass er "wegen seines Kampfes gegen die Arschbohrer" weniger Spenden für seine Kirche erhalten habe. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 panzernashorn
  • 18.10.2012, 15:04h
  • Es ist doch traurig und erschreckend, sehen zu müssen, dass diese "Mehrheit" der Ugander auf einer Entwicklungsstufe noch weit vor der des Neandertalers stehen geblieben zu sein scheint......................

    Wie kann man nur so dumm sein................

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#2 mettmannAnonym
#3 LorenProfil
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 Roman BolligerAnonym
  • 18.10.2012, 20:56h
  • Die westliche Zivilisation orientiert sich am Ideal der Selbstbestimmung (Freiheit, Gleichheit, Entfaltung, Individualismus, auch Konsum) und wendet sich immer mehr ab von der religiösen Fremdbestimmung durch kleine und grosse Sekten.

    Der Zivilisationsprozess trifft in Afrika und seinen Gesellschaften auf eine Situation, die geprägt ist von einem gespannten Verhältnis zum Westen (Kolonialismus, Ausbeutung und Missionierung, wirtschaftliche Nord-Süd-Ungleichheit) und von einer Verwurzelung in einer noch einflussreichen archaischen Vorstellungswelt. Ein noch dominantes Ideal ist die soziale Ein- bis Unterordnung in die traditionelle Grossgruppe, welche nur so Fortbestand haben kann. Selbstbestimmung ist an einem kleinen Ort.

    Da der westliche Acker nicht mehr so ergiebig ist, die Schäfchen davonlaufen, rammen kleine und grosse Sekten ihre Pflüge im Süden mit doppeltem Elan in die Böden und werben um neue Schäfchen, indem sie den bösen Wolf (die Homosexuellen) identifizieren, vor dem nur der richtige Jäger (die Sekten) die Schäfchen bewahren können (Fremdbestimmung).

    Ist die Verurteilung nun ein Hoffnungsschimmer in Richtung einer positiveren Entwicklung? Gar ein Lichtblick?
    Nur ein verirrtes Glühwürmchen in der Weite der Savanne?
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