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Nick Griffin will Großbritannien weißer und heterosexueller machen

Der Europa-Abgeordnete Nick Griffin, der Chef der rechtsradikalen British National Party (BNP), hat via Twitter für Empörung unter Homo-Aktivisten gesorgt: Der 53-Jährige beklagte die Entscheidung eines Gerichts in Reading, das einem schwulen Paar eine Entschädigung zusprach, weil es von einer christlichen Pensionsbesitzerin aus Hass auf Homosexuelle abgewiesen worden war (queer.de berichtete).

In Großbritannien ist es seit 2006 verboten, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung beim Zugang zu Dienstleistungen zu diskriminieren. Dem Paar wurde eine Entschädigung von umgerechnet 4.500 Euro zugesprochen. Griffin rief deshalb dazu auf, vor dem Privathaus des Paares zu demonstrieren und veröffentlichte dessen Adresse.

Auf Twitter beschuldigte er die zwei Männer, Christen zu mobben. So schrieb er unter anderem: "Wir werden eine Demo abhalten. […] Wir geben euch Drama, indem wir euch daran erinnern, dass das Haus eines Engländers sein Schloss ist. Sagt Nein zu Heterophobie!". In einem anderen Tweet erklärte er: "Warum konfrontieren linke und schwule Aktivisten nicht Muslime, anstatt sich friedfertige und nachsichtige Christen auszusuchen. Rüpel sind immer feige!".

Die Polizei ermittelt

Eine Sprecherin der Polizei in der Grafschaft Cambridgeshire, in der das schwule Paar wohnt, erklärte gegenüber dem "Guardian", dass sich mehrere Bürger über die Twitter-Einträge des Politikers beschwert hätten. Man werde Ermittlungen einleiten.

Die Homo-Gruppe Stonewall nannte das Vorgehen des Europa-Abgeordneten "unglaublich schockierend": "Das ist ein wahres Beispiel, wie viel Hass es noch gegen Schwule und Lesben gibt. Wir hoffen, dass die Polizei für die Sicherheit des schwulen Paares garantieren kann, das belästigt wird."

Nick Griffin ist in Großbritannien berüchtigt: Er war früher in der offen faschistischen Nationalen Front aktiv und erhielt in den 1990er Jahren wegen der Verbreitung rassistischer Schriften eine Bewährungsstrafe. 1999 übernahm er den Vorsitz der British National Party, die alle "nicht eingeborenen Briten" zum Verlassen des Landes bewegen will. Besonders scharf ist die Rhetorik der Partei gegen die EU, gegen Muslime und gegen Homosexuelle. Die BNP konnte bei den Europawahlen 2009, bei denen anders als bei anderen Wahlen das Verhältniswahlrecht gilt und das Volk auf mehrere Regionen verteilt wird, mit 6,3 Prozent der Stimmen erstmals in eine wichtige Volksvertretung einziehen. In Straßburg ist die BNP Mitglied der "Europäische Allianz nationaler Bewegungen", zu der auch die französische Front National (FN) und die ungarische Partei Jobbik gehören. Die Partei hält vereinzelt auch Sitze in Kommunalparlamenten. (dk)



#1 bittewasAnonym
  • 19.10.2012, 15:32h
  • "Auf Twitter beschuldigte er die zwei Homo-Aktivisten, Christen zu mobben. So schrieb er unter anderem: "Wir werden eine Demo abhalten. [] Wir geben euch Drama, indem wir euch daran erinnern, dass das Haus eines Engländers sein Schloss ist. Sagt Nein zu Heterophobie!". In einem anderen Tweet erklärte er: "Warum konfrontieren linke und schwule Aktivisten nicht Muslime, anstatt sich friedfertige und nachsichtige Christen auszusuchen. Rüpel sind immer feige!"."

    Wenn überhaupt müsste der Mann vor den Häusern derjenigen demonstrieren, die das Gesetz erlassen haben.
    Man kann Menschen wohl kaum vorwerfen, gesetzlich garantierte Rechte in Anspruch zu nehmen.

    Christen zu mobben, wäre übrigens christo-phob und nicht heterophob.

    Und in England gibt es genug radikal islamische Communities die gegen Christen hetzen.
    Wieso konfrontiert er nicht die anstatt friedfertige und nachsichtige Schwule aufzusuchen? Rüpel sind immer feige.
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#2 SebiAnonym
  • 19.10.2012, 16:39h
  • Nationalisten waren ja noch nie die hellsten.

    Aber immer, wenn man denkt, es ginge nicht noch dümmer, setzen die noch einen drauf.

    Wie soll bitteschön die Gleichstellung einer Minderheit die Mehrheit unterdrücken?!

    Aber deren Anhänger sind ja ähnlich dumm, so dass die das gar nicht merken.
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#3 LorenProfil
  • 19.10.2012, 17:20hGreifswald
  • Antwort auf #2 von Sebi
  • Es handelt sich bei den BNP-Politikern nicht nur um Nationalisten, sondern um Rechtsextremisten, die u.a. als ausländerfeindlich, rassistisch, antisemitisch, islamophob und homophob zu charakterisieren sind. Die Vorgängerpartei, die National Front, wurde in GB als faschistische Partei eingeordnet, der Gründer der BNP, John Tyndall, äußerte: "Mein Kampf is my bible". David Cameron bezeichnete sie als "a bunch of fascists", Nick Clegg als "a party of thugs, fascists", der Daily Mirror warf der BNP vor, "a Nazi-style doctrine of racial hatred" zu propagieren und der Guardian charakterisierte die BNP als "a racist organisation with a fascist pedigree" (alles nachzulesen auf :

    en.wikipedia.org/wiki/British_National_Party
    ).

    Es stellt sich für mich die Frage, was eine solche Partei überhaupt im Europäischen Parlament als dem Parlament der proklamierten Wertegemeinschaft EU zu suchen hat. Sollte eine politische Integration Europas voranschreiten, muss aus meiner Sicht darüber nachgedacht werden, wie man den Einfluss solcher Parteien auf die europäische Politik wirksam eindämmt.
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#4 ah jaAnonym
#5 agnesAnonym
  • 19.10.2012, 17:36h
  • Der Gewinn an gleichen Rechten für alle Personen in der Gesellschaft bedeutet auch, dass bestimmte Personen (z.B. ein heterosexueller, weißer Mann wie Griffin) ihre für lange Zeit unhinterfragte priviligierte Position aufgeben müssen. Dass dies nicht ohne Gegenwehr geschieht, wundert mich überhaupt nicht. Allerdings stellen sich viele dabei nicht so dämlich an wie der hier beschriebene Politiker.
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#6 BalanceAnonym
  • 19.10.2012, 17:54h
  • Man könnte auf die Idee kommen, dass das Einzige, was den so richtig scharf macht, ist, wenn er gegen irgendwen hetzen kann. Und wenn solchen Leuten diese Möglichkeit beschnitten wird, geht das also in Richtung Kastration Und der Begriff, den er suchte war wohl nicht "Heterophobia", sondern höchstens "Hater-ophobia". Aber wenn jemand nicht mehr Hirn im Kopf als ein Spatz Fleisch in der Kniescheibe hat, ist es mit der sprachlichen Eloquenz eben nicht so weit her...

    Ich würde ihm gern antworten: Extremisten sind immer überflüssige Widerlinge.
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#7 YannickAnonym
  • 19.10.2012, 18:57h
  • Ein ganz alter Trick:
    die Täter positionieren sich selbst als Opfer.

    Nur, dass jeder intelligente Mensch solche Tricks durchschaut...
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.10.2012, 23:31h
  • Mr. Griffin, mind your own business! Solche Typen wie Sie gehören nicht ins EU-Parlament!
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#9 Roman BolligerAnonym
  • 20.10.2012, 11:16h
  • BNP? Mit seinem Tweet outet sich Griffin einmal mehr als der Chef der British Nazi Pogrom Bewegung. Hoffentlich wird er im Rahmen eines Justizverfahrens sein Nürnberg erleben.
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#10 RobinAnonym