Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?17667

Orlando Cruz hat sich am 4. Oktober via Pressemitteilung geoutet. Nun will er der erste offen schwule Boxweltmeister werden (Bild: WBO Boxing)

Unter großem Jubel des Publikums besiegte der puertoricanische Boxer Orlando Cruz in der Nacht zum Samstag seinen Konkurrenten Jorge Pazos aus Mexiko. Der Wettkampf in Kissimmee im US-Bundesstaat Florida war der erste nach seinem Coming-out als Schwuler vor zwei Wochen (queer.de berichtete).

Der 31-Jährige setzte sich vor etwa 3.000 Zuschauern im Civic Center nach Punkten durch. Bereits beim Einmarsch war er frenetisch gefeiert worden – die Mehrheit der Fans waren Landsleute. Sein Gegner Pazos war ihm lange Zeit ebenbürtig, doch die Ringrichter sprachen Cruz den Sieg einstimmig mit 118-110, 116-111, 118-110 zu. Damit behält Cruz nicht nur seinen Super-Fliegengewicht-Titel in der World Boxing Organization (WBO), er ist auch seinem Ziel, erster offen schwuler Boxweltmeister zu werden, einen Schritt nähergekommen.

"Es ist mein Traum, der Traum meiner Mutter und der Traum meiner ganzen Community", sagte Cruz auf einer Pressekonferenz nach dem Wettkampf: "Das war mein Moment. Und ich habe gewonnen." Der Boxer freute sich zudem über die positive Reaktion der Fans: "Das Publikum war klasse, hat mich respektiert und genau darauf habe ich auch gehofft. Ich möchte einfach, dass die Leute mich als normalen Boxer und Mann sehen."

"Große Last von den Schultern gefallen"

Cruz, der im Jahr 2000 für sein Land bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney antrat, steht derzeit auf Platz vier der Weltrangliste im Federgewicht (bis rund 57 Kilo). Von den jetzt 22 Profi-Kämpfen hat er 19 gewonnen, davon neun mit einem Knock-out, und nur zwei verloren. 2008 holte er den ersten Weltmeister-Titel der WBO.

Orlando Cruz ist der weltweit erste Boxer, der sich während seiner aktiven Karriere als schwul geoutet hat. Auf seine entsprechende Presseerklärung vom 4. Oktober 2012 habe er "zu 95 Prozent positive Reaktionen" erhalten, erklärte der Sportler in zahlreichen Interviews. "Das ist ein sehr mutiger Schritt", meinte etwa der frühere Weltmeister Henry Maske: "Es gibt immer welche, die den Kampf als Erste führen."

Ihm selbst sei eine große Last von den Schultern gefallen, räumte Cruz ein. "Die ersten Tage waren wie ein Eimer kaltes Wasser, aber ich musste es tun." Jetzt könne er sich endlich zu hundert Prozent auf seine Karriere konzentrieren. Entsprechend entspannt gab sich der Boxer vor dem Kampf gegen Pazos: "Ich bin bereit, ich bin hungrig. Hier kommt der neue Orlando."

Auf homophobe Beschimpfungen und Beleidigungen, die ihn ebenfalls erreicht hätten, reagierte Orlando Cruz gelassen: "Sie nennen mich Schwuchtel, aber das ist mir jetzt egal. Sie können mich nicht mehr verletzen." (cw)



#1 LorenProfil
  • 20.10.2012, 13:01hGreifswald
  • Freut mich für ihn. Wer als Profiboxer offen schwul lebt, hat meine ganze Sympathie und meinen Respekt. Ein echtes Vorbild.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 sympathischAnonym
  • 20.10.2012, 13:12h

  • Glückwunsch! Was noch wichtiger ist als der Sieg sind seine Aussagen...sie strahlen eine sehr positive Energie aus.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Kenny
  • 20.10.2012, 13:49h
  • Gratulation zum Sieg.
    Ich halte eigentlich nicht soviel vom Boxsport. Aber Orlando Cruz´ coming out könnte unheimlich viel dazu beitragen, dass noch viel mehr Profisportler endlich aus dem Schrank kommen. Ausserdem ist er ein sympathischer Kerl.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LorenProfil
  • 20.10.2012, 14:53hGreifswald
  • Ach ja ...

    "There was another facet of Brown's life that made life in Europe amenable to him: he is widely believed to have been gay and to have had a long-lasting romantic affair with renowned French poet Jean Cocteau.

    In fact, Cocteau, who had no experience in boxing, became Brown's manager after the loss to Sangchili and is credited with guiding the fighter through a modestly successful comeback. '[Brown] was a homosexual at a time when such things were not even whispered about in society at large, never mind boxing circles,' wrote the great British boxing historian Harry Mullan in the Ultimate Encyclopedia of Boxing.

    Writing about one of the ill-regarded, American-based sanctioning bodies that stripped Brown of the title, Mullan continued, 'The conservative American establishment in the form of the NBA [National Boxing Association] were glad to find a reason to strip him of the title, ostensibly for his failure to defend against [mandatory contender] Baby Casanova.'

    Nevertheless, Brown, who ended his career with a remarkable record of 123-18-10 (with 55 knockouts), was the recognized bantamweight world champion for six years and over that time made 11 title defenses against the best bantamweights and featherweights of his era."

    Panama Al Brown (* 5. Juli 1902 in Colon, Panama als Alfonso Teofilo Brown; 11. April 1951 in New York) war ein panamaischer Bantamgewichtsboxer.

    sports.espn.go.com/sports/boxing/news/story?id=3586234
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 RobinAnonym
  • 20.10.2012, 23:56h
  • An dem kann sich so mancher Fußballer ein Beispiel nehmen:
    echte Männer verstecken sich nicht feige vor sich selbst.

    Er hatte nicht nur die volle Unterstützung der Zuschauer, sondern ihm ist jetzt eine Last von tausend Kilo von den Schultern gefallen.

    Ehrlichkeit, Mut und zu sich selbst zu stehen sind wahre sportliche Werte! Feiges Versteckspiel nicht!

    Erst nach dem Outing merkt man, was man all die Zeit verpasst hat und sich selbst angetan hat. Man kann vorher gar nicht ermessen, wie befreit und frei man sich danach fühlt. Dann bereut man jeden Tag, den man gewartet hat.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 David JacobAnonym
#8 Carsten ACAnonym
  • 21.10.2012, 09:50h
  • Wenn selbst in einem Macho-Sport wie Boxen Schwulsein kein Problem mehr ist und die Zuschauer (selbst die streng katholischen Puerto Ricaner) ihm begeistert zujubeln, dann sollte doch auch im Fußball ein Outing kein Problem mehr sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 PetterAnonym
  • 21.10.2012, 11:11h
  • Spätestens jetzt hat wirklich kein Sportler mehr irgendwelche faulen Ausreden, warum er eine selbstverleugnende Schmierenkomödie spielt.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 JasperAnonym
  • 21.10.2012, 16:53h
  • Ich bin wirklich kein Fan von Boxen. Aber dieser Boxer ist ein bewundernswerter Mensch und ein echtes Vorbild, so wie es Sportler sein sollten.

    Meinen Glückwunsch!
  • Antworten » | Direktlink »