Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?17678



Im August schockte der Pfarrer Phil Snider bei einer Anhörung des Stadtrats von Springfield im US-Bundesstaat Missouri die Lokalpolitiker. Er ratterte altbekannte Argumente gegen Homo-Rechte herunter – um am Ende zuzugeben, dass alles, was er gesagt hatte, vor einem halben Jahrhundert als Argument für die Rassentrennung herhalten musste.

Bislang war der Priester der Brentwood Christian Church mit der Rede für eine Antidiskriminierungsverordnung eher ein lokaler Held – jetzt sind Blogger auf ein bei Youtube eingestelltes Video aufmerksam geworden. Das Ergebnis: Der Lokalpfarrer bringt es plötzlich auf mehr als 3,2 Millionen Klicks (Stand: 22.10., 16:00 Uhr).

Hier das Video:

Die Hauptargumente in der deutschen Übersetzung:

Ich mache mir Sorgen um die Zukunft unserer Stadt. Die sorgfältige Lektüre der Bibel sollte deutlich machen, dass Homo-Rechte das Wortes Gottes verletzen. Ich zitiere einen Prediger: Wenn der Mensch die gottgegebenen Grenzen überschreitet, indem er Schwulen und Lesben Sonderrechte zugesteht, lädt Gott dazu ein, uns zu richten.

Das ist ein weiterer Schritt Richtung Unmoral und Gesetzeslosigkeit, der charakteristisch für die Endzeit sind. Diese Verordnung widerspricht allem, an das wir glauben. Das darf uns nicht aufgezwungen werden.

Es ist ja nicht so, dass uns Homosexuelle gleichgültig sind. Aber wir werden entrechtet und unchristliche Ansichten werden uns und unseren Kindern aufgezwungen. Wir werden gezwungen, gegen unsere persönliche Moralvorstellung zu handeln. […]

Die Linken unter uns, die diese Bewegung anführen, glauben nicht mehr an die Bibel. Aber gute, bibelgläubige, intelligente, orthodoxe Christen können das Wort Gottes lesen und wissen, dass diese Entwicklung nicht Gottes Wille ist. Wenn man mit der göttlichen Ordnung in Konflikt gerät, gibt es Probleme. Man erzeugt keine Harmonie. Man produziert Vernichtung und Not. Unsere Stadt war noch nie in so großer Gefahr wie jetzt. […]

Wir haben uns von der Bibel unserer Vorfahren entfernt. Schauen Sie, das Recht auf Rassentrennung beruht eindeutig auf der Heiligen Schrift…

Es tut mir Leid, ich habe das falsche Manuskript mitgebracht. Meine Erörterung stammt aus dem falschen Jahrhundert. Ich habe ihnen gerade Zitate von Pfarrern aus den 1950ern und 1960ern vorgelesen, die allesamt Rassentrennung befürwortet haben. Ich habe nur die Bezeichnung "Rassenintegration" durch "Homo-Rechte" ersetzt.

Die Argumente, die ich in Springfield gehört habe, habe sich einfach so ähnlich gehört wie damals; das hat mich offenbar verwirrt. Hoffentlich machen Sie nicht den gleichen Fehler. Ich hoffe, sie werden auf der richtigen Seite der Geschichte stehen.

In seinem eigenen Blog zeigt sich Pfarrer Snider von seiner plötzlichen Popularität überrascht:

Die letzten paar Stunden waren wie ein Wirbelsturm für mich, um es mal harmlos auszudrücken. Mich haben die ganzen E-Mails, Facebook-Mitteilungen und freundlichen Worte der letzten 24 Stunden sehr berührt.

Snider erklärte weiter, dass es viele Pfarrer gebe, die die Diskriminierung von Homosexuellen nicht mehr ertragen könnten und sich für gleiche Rechte aussprechen würden. Er zitiert dabei die "United Church of Christ", in der gerne gesagt wird: "Unser Glaube ist 2.000 Jahre alt. Unsere Ansichten sind es aber nicht." Viel mehr Einfluss, das gibt Snider unumwunden zu, hätten derzeit leider die lautstarken Homo-Hasser. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 CarstenFfm
#2 bengtAnonym
  • 22.10.2012, 17:26h
  • Klug gedacht und klug gemacht.
    Dass er sich auf die 1950er und 1960er beschränkte
    und nicht massenhaft rassistische Zitate von Militärs, Politikern und US-Präsidenten, seit diesem* Ereignis brachte, spitzt die Sache zielführend zu. Er arbeitet mit Bildern, mit denen
    fast alle etwas anfangen können.

    *

    de.wikipedia.org/wiki/Philippinisch-Amerikanischer_Krieg
  • Antworten » | Direktlink »
#3 RobinAnonym
  • 22.10.2012, 17:37h
  • Toll!

    Einer der letzten Aufrechten und Anständigen. Der mit seinem rhetorischen Trick die Verlogenheit und Absurdität der Homo-Diskriminierung aufzeigt!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 GottAnonym
  • 22.10.2012, 18:32h
  • "Ich zitiere einen Prediger: Wenn der Mensch die gottgegebenen Grenzen überschreitet, indem er Schwulen und Lesben Sonderrechte zugesteht, lädt Gott dazu ein, uns zu richten."

    Da hat er nochmal Glück gehabt. Ich wollte für die Frechheit, zu suggerieren, dass ICH zum Richten erst eine Einladung der Erdenwürmer bräuchte gerade einen Blitz auf ihn hinabschleudern. Maria sei Dank habe ich aber seinen Text bis zum Ende gelesen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 HugoAnonym
  • 22.10.2012, 22:31h
  • Hallo,
    "...hätten derzeit leider die lautstarken Homo-Hasser."
    Der Satz zeigt mal wieder, wer Recht hat, der am lautesten Schreit.
    Ich frag mich, für was uns die Natur Verstand gegeben hat.
  • Antworten » | Direktlink »