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  • 23.10.2012           7      Teilen:   |

Brutaler Übergriff

Mazedonien: Lage für Schwule und Lesben wird schlechter

LGBT-Aktivisten in Mazedonien - Quelle: LGBT United Macedonia
LGBT-Aktivisten in Mazedonien (Bild: LGBT United Macedonia)

Nach homofeindlichen Äußerungen von Politikern, Kirchenvertretern und Journalisten ist am Sonntag in Mazedonien ein Homo-Aktivist überfallen worden. Die EU ist besorgt.

Alen Shakiri, der Chef der einzigen mazedonischen Homo-Gruppe "LGBT United Macedonia", wurde am Sonntag von zwei Unbekannten brutal attackiert und in den Magen geschlagen Die Angreifer beschimpften den Aktivisten als "Schwuchtel" und drohten ihm mit dem Tod, teilte die Gruppe auf ihrer Facebook-Seite mit. Mit Mühe konnte er den Angreifern entkommen und die Polizei alarmieren. Die Beamten zeigten jedoch an seiner Aussage "keinerlei Interesse", erklärte Shakiri.

Homo-Aktivisten und Europaabgeordnete kritisierten, dass die politische Führung in Mazedonien derartige Attacken provoziere. So hatte Arbeits- und Sozialminister Spiro Ristovski wiederholt erklärt, dass Schwule und Lesben keine Kinder aufziehen dürften. Der Minister ist für die Antidiskriminierungspolitik des Landes zuständig. In einer Diskussionssendung im Fernsehsender Sitel wurde zudem Homosexualität mit Inzest, Pädophilie und Polygamie in Verbindung gebracht. In den Tagen danach tat sich auch die Zeitung "Vecer" mit aufwieglerischen Artikeln gegen Lesben, Schwule und Transgender hervor.

Youtube | Interview mit Spiro Ristovski im mazedonischen Fernsehen (mit englischen Untertiteln)
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Kein Antidiskriminierungsgesetz

Die schwul-lesbische Kontaktgruppe des Europaparlaments kritisierte die Entwicklung in Mazedonien scharf. Kopräsidentin Ulrike Lunacek (Grüne, Österreich) erklärte, Mazedonien erfülle nicht die EU-Normen bei der Antidiskriminierung aufgrund sexueller Orientierung: "Vor zwei Jahren habe ich mich an das Parlament in Skopje gewandt und ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz gefordert. Leider sehe ich, dass nicht nur weiterhin Unterschiede gemacht werden, sondern sich die Intoleranz aktuell sogar verstärkt", so Lunacek.

Im vor zwei Wochen veröffentlichten Fortschrittsbericht der EU-Kommission wird der Beitrittskandidat Mazedonien bereits für seine unzureichende Antidiskriminierungspolitik gegenüber sexuellen Minderheiten kritisiert (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: europäische union, mazedonien
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Reaktionen zu "Mazedonien: Lage für Schwule und Lesben wird schlechter"


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
23.10.2012
15:23:59


(+1, 3 Votes)

Von Aus Krakau


Das wohl schlechteste darin ist: wenn schon ganz am Anfang der offentlichen Diskussion um Homo-Rechte kein Schwuler sich in die Offentlichkeit traut, die Community im besten Fall nur vom irgendwelchen halbherzigen 'Liberalen' (der vor allem originell sein will) vertreten bleibt, und es den Homo-Gegnern gelingt, die Homophobie als Kampf gegen Volksfeinde und fur nationale Identitat darzustellen und befestigen, dann ist es spater auch der besser organisierten Homo-Gemeinde doppelt so schwierig, aus diesem verdammten Kreis auszubrechen. Zum Gluck ist dieses Rad der nationalistischen Homophobie in Polen, Lettland, Estland, Tschechien und Slowenien wohl gestoppt und der offentliche Diskurs in eine andere Richtung umgekehrt. Kroatien, Ungarn und Slowakien bleiben irgendwo dazwischen. Russland, Ukraine, Weissrussland (ihre konservative Opposition ist genauso homophob wie der Diktator selbst, habt keine Illusionen wegen 'Demokratisierung'!), Moldova, Serbien, Montenegro, Bosnien, Albanien, Kosovo, Mazedonien, Bulgarien, Rumanien und Litauen sind schon wohl leider verloren.


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#2
23.10.2012
16:14:38


(+2, 2 Votes)

Von matze
Aus Zwickau (Sachsen)
Mitglied seit 07.02.2014
Antwort zu Kommentar #1 von Aus Krakau


Polen? Naja...
Aber sonst: leider volle Zustimmung.


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#3
23.10.2012
17:42:46


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Spiro Ristowski ist also Arbeits- und Sozialminister und für die Antidiskriminierungspolitik zustänidig. In jedem anderen demokratischen Staat wäre der für seine Aussagen und seine Haltung unverzüglich aus dem Amt entfernt worden! Ein Volksverhetzer ist er und sonst nichts!


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#4
23.10.2012
18:17:25


(+3, 3 Votes)

Von GF Pr von Pr
Antwort zu Kommentar #3 von FoXXXyness


Na eben. das ist kein demokratischer Staat - im westlichen Sinne dieses Wortes. In vielen osteur. Landern wird die Demokratie einfach als eine politisch, kulturell und religios legitimierte Macht einer Mehrheit gegen eine Minderheit verstanden, nicht weniger und nicht mehr. Aber ganz ehrlich: auch in Westeuropa ist so eine Haltung nicht grosse Seltenheit, besonders bei den Konservativen, die sich selbst als 'wahre Inhaber' der staatlichen Tradition sehen, die leider manchmal von den 'bosen Sozies' vom Thron gesturzt werden, zum Gluck nur fur kurze Zeit. Dasselbe gilt auch in der Europa-Politik: schon jetzt erinnern die Sammlungen der Europ. Volkspartei-Mitgliedern zweimal pro Jahr in Brussel an 'copie conforme' des gleich danach folgenden eigentlichen Gipfel-Treffens. Das hat naturlich objektive Ursachen (die Dominierung der rechten Parteien in Europa von heute), aber ich bin sicher - wenn in einer analoger Lage sich die Sozialisten gleich so behalten, wurden die Konservativen, ganz besonders aus Polen und Litauen, uber 'die Verschworung der Kommunisten' schreien. Dasselbe gilt auch bei Homo-Fragen: jede offentliche Geste der Schwulen-Bewegung wird als Versuch die traditionellen Machtverhaltnisse in Politik, Kultur und Gesellschaft zu verandern interpretiert und entsprechend bekampft. Ein echter Pluralismus ist nicht die starkste Stelle der 'Demokratie auf osteuropaisch'. Schade eigentlich.


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#5
23.10.2012
18:30:49


(+5, 5 Votes)

Von Sebi


Und wieder mal ist die Kirche ganz vorne mit dabei, wenn es um faschistische Hetze geht...


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#6
24.10.2012
11:58:06


(0, 2 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von FoXXXyness


FoXXXyness stößt es mal wieder sauer auf: "In jedem anderen demokratischen Staat wäre der für seine Aussagen und seine Haltung unverzüglich aus dem Amt entfernt worden! "

Klar, deswegen ist Dr. Kristina Schröder ja auch hochkant aus ihrem Amt als Bundesfamilienministerin geflogen, als sie sich gegen ein Adoptionsrecht für Schwule und Lesben ausgesprochen hat.


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#7
24.10.2012
17:19:37


(-2, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #6 von userer


Ich frage mich sowieso, wieso Frau Köhler dieses Amt bekleidet. Außerdem kann man das, was der Typ in Mazedonien abzieht, mit dem von unserer Bundesköhlerin gar nicht vergleichen! Köhler ist zwar gegen das Adoptionsrecht gewesen, das hat aber keineswegs hetzerische Zeitungsartikel und tätliche Angriffe gegen Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit ausgelöst!


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