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Wladimir Klitschko bezeichnet sein Verhältnis zu Homosexuellen als "absolut neutral" (Bild: Wiki Commons / Klitschko Management Group / CC-BY-SA-3.0-DE)

Der mehrfache Boxweltmeister Wladimir Klitschko amüsiert sich darüber, dass er im Internet oft für schwul gehalten wird.

Im Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" wurde der 36-jährige Ukrainer darauf hingewiesen, dass bei der Google-Suche nach seinem Namen automatisch das Wort "schwul" ergänzt wird. "Das steht da?", fragte er ungläubig und fuhr fort: "Na ja, diese Gerüchte habe ich schon sehr häufig gehört, und ich amüsiere mich darüber". Auf die Frage, ob er Google wegen der falschen Zuordnung verklagen wolle, antwortete der Boxer: "Ich verschwende keine Energie darauf, Dinge zu bekämpfen, die es nicht wert sind. Die Menschen brauchen Gerüchte."

Klitschko beschreibt in dem Interview sein Verhältnis zu Schwulen und Lesben als "absolut neutral. Ich lasse jedem Menschen seine Entscheidung über sein Privatleben und respektiere sie, solange das Private aus der Öffentlichkeit herausgehalten wird".

Bruder Vitali kämpft für Homo-Rechte

In seinem Heimatland Ukraine gilt Wladimir Klitschkos älterer Bruder Vitali inzwischen als Hoffnungsträger für sexuelle Minderheiten: Der 41-Jährige tritt dort am Sonntag bei den Parlamentswahlen für seine neu gegründete Partei "Ukrainische demokratische Allianz für Reformen" an und hat sich als einziger aussichtsreicher Spitzenkandidat gegen das geplante Verbot von "Homo-Propaganda" ausgesprochen. Der Deutschen Presseagentur sagte "Dr. Eisenfaust": "Jeder soll seine Ansichten vertreten können, falls sie nicht den allgemeinen Grundwerten widersprechen. Daher sind wir für Toleranz zum Beispiel gegenüber Homosexuellen" (queer.de berichtete).

Die Ukraine gilt als einer der homofeindlichsten Länder in Europa: Dort wird bereits seit mehreren Monaten über das Verbot von "Homo-Propaganda" nach russischem Vorbild diskutiert. Anfang Oktober hat das ukrainische Parlament, in dem die Klitschko-Partei bislang nicht vertreten ist, erstmals über das Gesetz abgestimmt – 289 Abgeordnete stimmten dafür und niemand dagegen (queer.de berichtete). (dk)



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 26.10.2012, 16:26h
  • Solange Wladimir sich moderat äußert, auch vor dem Hintergrund, dass sein großer Bruder politisch und wahrscheinlich auch privat hinter ihm steht, bedarf es kein konkretes Outing. Schön wäre es allerdings, wenn der Box-Profi sich ein Beispiel an Orlando Cruz nehmen würde, und öffentlich zu seiner Identität steht, die ja schließlich keine persönliche Entscheidung, sondern seine sexuelle Veranlagung darstellt.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.10.2012, 17:23h
  • Wladimir sollte seinen Bruder im Wahlkampf stark unterstützen und ordentlich die Werbetrommel rühren, damit die Partei, für die sein Bruder Vitali kandidiert, möglichst viele Stimmen bekommt und die Gesetze gegen Homopropaganda in der Ukraine auf dem Müllhaufen der Geschichte landen!
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#3 ButlerAnonym
#4 gatopardo
  • 26.10.2012, 21:01h
  • Zwei bildschöne Kerle, die Klitschkos ! Dass Wladimir der schwule Ruf anhängt, wird ihm eher schmeicheln, weil er dadurch unsere Aufmerksamkeit geniesst. Souveräne Hetero-Männer reagieren ähnlich auf diese Weise und drehen und wenden sich nicht gegen "solche
    Verleumdungen". Man sieht klar und deutlich, dass es ihm egal ist, ob jemand homosexuell ist oder nicht und wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen.
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#5 erererEhemaliges Profil
  • 26.10.2012, 21:28h
  • Antwort auf #4 von gatopardo
  • Das ist wie eine schwulenfreundliche Antwort auf andere Zwillinge, die noch nicht vor sehr langer Zeit ein anderes osteuropaisches Land regiert hatten (Polen meine ich). Wer konnte das eben von der homophoben Ukraine erwarten? Ist daran die 'Berliner Luft' 'schuld'? Wohl ja. (Ubrigens, attraktiv sind sie fur mich uberhaupt nicht, schon eher bedrohlich,- aber was solls, wir sprechen hier noch uber die Politik. Na ja, fast...)
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#6 gatopardo
  • 27.10.2012, 11:19h
  • Antwort auf #5 von ererer
  • Habe fast alle ehemaligen Ostblockländer bereist und mit Schrecken erlebt, wie homophob die Bevölkerung immer noch ist. Lediglich in Warschau und Prag gab es eine beachtliche Szene, im beschaulichen und schönen Vilnius gar keine, wie auch nicht in Riga,Tallin, Bratislava oder Ljubljana. Ja sogar in Metropolen wie Moskau,Sofia, Bukarest oder Budapest muss man sich um Kontaktadressen bemühen, weil öffentliche Gay-Reklame das Missfallen des grössten Teils der Bevölkerung erregt.
    Lernprozess: Ich hatte angenommen, dass die strammen Klitschkos als Ebenbilder des hübschen und gutgebauten Adonis jedem Schwulen gefallen müssten ?
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#7 reiserobbyEhemaliges Profil
#8 ButlerAnonym
#9 erererEhemaliges Profil
  • 27.10.2012, 15:22h
  • Antwort auf #6 von gatopardo
  • Genau so ist es. Die ephemere Geographie der schwulen Wunsche, Traume, Geluste ist wie eine 'naturliche' Ur-Wirklichkeit, im sicheren Rahmen derer dann auch die 'kulturelle', also rechtliche bzw. gesellschaftspolitische entstehen kann. Alle Versuche, das zu ignorieren, ein liberales Recht vor der unliberalen Wirklichkeit zu stellen, sind im Moment gescheitert (Albanien, Nepal, Paraguay, Kuba; dasselbe, glaube ich, wird auch in Vietnam passieren). Die Versuche der homophoben osteuropaischen Regierungen wiederum, 'nur' die CSD oder die 'Homo-Propaganda' zu verbieten, nicht aber (zumindest noch nicht) die Homosexualitat selbst zu kriminalisieren, stammen wohl aus dem Wunsch, dass das Schwulsein hier ewig nur in einer einzigsten, 'naturlichen' und nicht 'historischen', Zeitform moglich bleibe: nur 'heute' und nie 'morgen', und schon gar nicht in der offiziellen Eheformel 'fur immer, in guten wie in schlechten Zeiten'. Was keine Bestatigung durch Kontinuitat hat, kann nur 'schlecht' sein.
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#10 Pro-ChoiceAnonym
  • 27.10.2012, 16:20h
  • Antwort auf #1 von reiserobby
  • Warum sollte man sich nicht fürs Schwulsein entscheiden dürfen?

    In einer befreiten Gesellschaft mit emanzipierten, mündigen und gleichen Menschen, die es nicht mehr nötig haben, sich von irgend jemandem beherrschen zu lassen, wäre das eine Selbstverständlichkeit.

    Und ja: Ohne dass sich dazu irgend jemand weiterhin eine (klassen-) gesellschaftlich konstruierte Geschlechteinteilung und -ordnung überstülpen lassen oder an dieser festklammern müsste. Es gibt viele Geschlechter!

    Unterschiedliche sexuelle Präferenzen von Menschen werden auch ohne diese Herrschaftskonstrukte fortbestehen bzw. überhaupt erst dann in ihrer ganzen Vielfalt ins Bewusstsein kommen und gleichberechtigt gelebt werden können.

    Soweit mal (Judith) Butler historisch-materialistisch richtig eingeordnet, statt dümmlich-polemisch mit Schmutz beworfen (siehe unten).
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