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  • 12. Oktober 2004, noch kein Kommentar

Eine in Europa selten vorkommende Infektionskrankheit scheint vor allem in der Schwulenszene wieder aufzutauchen.

Von Tanja Reinsfelder

Die englische Health Protection Agency (HPA) schlägt Alarm: Die in Europa bisher sehr selten auftretende Lymphogranuloma venerum, eine durch eine Untergruppe der Chlamydien, Chlamydia trachomatis, ausgelöste Infektionskrankheit, scheint in der Gay Community Fuß zu fassen.

Bisher war diese sexuell übertragbare Chlamydien-Infektion, die auch unter dem Namen Durand-Nicolas-Favre-Krankheit bekannt ist, vor allem in Asien, Afrika, Südamerika und Teilen der Karibik verbreitet. In Europa wurden nur vereinzelt "importierte" Krankheitsfälle beobachtet. Bereits im Dezember 2003 traten aber überraschend vermehrte Fälle in Rotterdam auf, die sich schnell auch auf Antwerpen und Paris ausbreiteten. Schon kurze Zeit später wurden in den drei Städten insgesamt 157 Erkrankungen festgestellt. Auch aus Belgien, Stockholm und Hamburg wurde eine Zunahme der Infektionen gemeldet. Auffällig ist, dass es sich bei den infizierten Personen zum größten Teil um schwule und bisexuelle Männer handelt.

Erste Symptome sollten nicht ignoriert werden

Die Übertragung der Erreger der Krankheit erfolgt durch Schmierinfektion (Kontaktinfektion), d.h. vor allem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr. Erste Symptome der Erkrankung, die nach einer Inkubationszeit von mindestens einer bis zu drei Wochen auftreten, sind Entzündungen der Schleimhaut im Genitalbereich, die sich bis zu einer schmerzhaften Harnröhren-Infektion mit schleimig-eitrigem Ausfluss ausdehnen können. Bei Nichtbehandlung kann es schließlich sogar zu einer Entzündung der Nebenhoden und der Prostata kommen. Ähnliche Symptome treten auch bei Tripper auf, werden jedoch anders behandelt, so dass es wichtig ist, eine eindeutige Diagnose zu stellen. Infektionen, die rechtzeitig erkannt und behandelt werden, verursachen in der Regel keine Folgeschäden. Gefahr besteht jedoch, wenn die ersten Symptome ignoriert werden, da die Erkrankung eine Übertragung anderer Infektion wie Hepatitis C und HIV erleichtert.

Um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung in Großbritannien und dem restlichen Europa zu verhindern, startet die HPA im Laufe des Oktobers eine landesweite Initiative. Ziel ist es, vor allem in der Schwulenszene eine gesteigerte Aufmerksamkeit auf diese Erkrankung zu lenken.

12. Oktober 2004, 16:15 Uhr