Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 30.10.2012           17      Teilen:   |

England

Schwuler Samenspender muss Unterhalt zahlen

(Bild: acme / flickr / cc by 2.0)

In England ist ein schwuler Mann zu Unterhaltszahlungen verpflichten worden, weil er einem lesbischen Paar Samen gespendet hatte.

Mark L. aus der Grafschaft Essex wurde zur Zahlung von 26 Pfund (32 Euro) verpflichtet. Der 47-Jährige hatte einem befreundeten lesbischen Paar 1998 und 2000 jeweils privat eine Samenspende zukommen lassen. Zwei Mädchen wurden daraufhin zur Welt gebracht. Das lesbische Paar hatte dem Spender versprochen, keine finanziellen Ansprüche gegen den Mann zu erheben und seinen Namen auch nicht in der Geburtsurkunde zu erwähnen.

Das böse Erwachen kam vor wenigen Monaten. Das lesbische Paar, mit dem L. bereits Kontakt verloren hatte, hat sich getrennt und die biologische Mutter, bei der die Kinder großgezogen werden, war auf Sozialhilfe angewiesen. Daraufhin kontaktierte ihn das Jugendamt und verlangte, finanziell für seine leiblichen Kinder aufzukommen, obwohl er keinen Kontakt mit den Kindern hat.

Fortsetzung nach Anzeige


Amt: Begleitumstände egal

Der Samenspender erklärte gegenüber der Zeitung "Guardian": "Ich habe dem Jugendamt gesagt, was passiert ist, aber das ist dort auf taube Ohren gestoßen. Die sagen nur, dass ich als biologischer Vater zu zahlen habe und die Begleitumstände egal seien", erklärte L. So beanstandete das Amt, dass kein schriftlicher Vertrag vorliege, der ihn von der Zahlungspflicht entbinde. Wegen seines geringen Einkommens muss L. zwar nur einen geringen Betrag zahlen, allerdings müsse er sich deswegen materiell erheblich einschränken. Vor Gericht will er nicht ziehen, da er sich keinen Anwalt leisten könne.

Wer heute in England seinen Samen spendet, ist in den meisten Fällen vor finanziellen Nachforderungen geschützt: Eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2009 besagt, dass bei einer Spende an eingetragene Lebenspartner oder über eine lizenzierte Klinik der leibliche Vater keinerlei rechtliche Verpflichtungen aufnimmt.

Auch in Deutschland gibt es rechtliche Unsicherheiten. Hierzulande ist die künstliche Befruchtung mit ärztlicher Hilfe nur heterosexuell verheirateten Paaren gestattet. Lesbische Paare weichen daher für die Prozedur meist ins europäische Ausland aus. Es gibt immer wieder Gerichtsverfahren, wenn die Mutter den Samenspender Unterhaltsforderungen konfrontiert. Ein solcher Fall machte vor wenigen Monaten in Berlin Schlagzeilen (queer.de berichtete). (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 17 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 46             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: samenspende, großbritannien
Schwerpunkte:
 Regenbogenfamilien
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Schwuler Samenspender muss Unterhalt zahlen"


 17 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
30.10.2012
15:31:50


(-3, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Das Urteil ist nicht nachvollziehbar!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
30.10.2012
15:42:28


(+8, 10 Votes)

Von GR Tel Aviv


Sowas kommt von sowas ...

Erzeuger (Vater) bleibt eben Erzeuger (Vater), dann vielleicht lieber VORHER alles abklären und notariell absichern ...

Ach übrigens, ich selbst (schwul) bin biologischer Vater (Erzeuger) einer Tochter. Der Unterschied zum, hier geschilderten Fall, ich bin auch leidenschaftlich gern Vater meiner (inzwischen erwachsenen) Tochter !!!

Und obwohl die lesbische Mutter meiner Tochter vermögend ist, habe ich immer gern gezahlt, um meine geliebte Tochter zu unterstützen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
30.10.2012
16:09:19


(+1, 5 Votes)

Von smweber
Aus Berlin
Mitglied seit 07.02.2011


Die armen Kinder!! Einen Deppen zum Vater und 'ne Charaktersau als Mutter...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
30.10.2012
18:13:45


(-2, 4 Votes)

Von Rechtsgelehrter


Es ist absolut richtig, dass der Mann zahlen muss.

Außerdem im Unterschied zur britischen Rechtslage ist es in Deutschland nicht möglich auf Unterhaltsforderungen durch einen notariellen Vertrag zu verzichten, denn das wäre ein Vertrag zu Lasten Dritter (dem Kind) und das wäre somit illegal.

Das Verhalten der Mutter ist außerdem sozialschädlich, denn wenn sie den Namen des Vaters geheim hält, muss der Staat und damit der Steuerzahler für die unterbliebenen Unterhaltszahlungen aufkommen.

Dazu kommt noch, dass sie dem Kind den Vater vorenthält. Das ist allgemein schon als Gefährung des Kindeswohls anzusehen, denn jeder Mensch hat ein Recht darauf zu wissen, von wem er abstammt und wer die Vorfahren sind. Die eigene Abstammung ist ein wichtiger Bestandteil der eigenen Identität. Wer einem Kind sowas vorenthält, der schadet dem Kind massiv.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
30.10.2012
20:21:38


(0, 4 Votes)

Von xellfish
Antwort zu Kommentar #4 von Rechtsgelehrter


Absoluter Nonsens. Selbstverständlich ist es möglich per Vetrag auf Unterhaltszahlungen zu verzichten, genau das passiert schließlich bei jeder Samenspende an heterosexuelle Paare.

Der einzige Unterschied hier ist dass das biologisch nicht verwandte Elternteil weiblich und nicht männlich war, was weder logisch noch biologisch irgendeinen Unterschied macht, und dem zu Folge rechtlich keinen Unterschied machen dürfte.

Für den Unterhalt ist das zweite Elternteil zu verantworten, nicht der Samenspender. Und dass ein Kind wissen muss wer da für 100 Ocken in einen Becher gewichst hat um mit der eigenen Identität klar zu kommen halte ich für äußerst an den Haaren herbeigezogen. Ein "Recht darauf" hat es laut deutscher Rechtslage jedenfalls *nicht*.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
30.10.2012
20:22:36
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von trotzdem
Antwort zu Kommentar #4 von Rechtsgelehrter


Nein die Mutter hält dem Vater nichts vor, die haben sich beide entschieden das er nur Samenspender ist und er hatte kaum Kontakt zum Kind. Wie stellst du dir das vor, man kann den Vater ja nicht zum erziehen zwingen wenn er nicht will. Man kann Eltern materiell zwingen Unterhalt zu zahlen, aber der Vater kann nicht verpflichtet werden sich durch Anwesenheit ums Kind zu kümmern. Wie das menschlich zu bewerten ist, ist eine andere Sache. Persönlich bin ich der Meinung er darf nicht mal zur Zahlung verpflichtet werden, da er lediglich der Samenspender ist. Aber vor Gesetz sieht das anders aus. Evtl. wird mal ein Präzidenzfall etwas ändern. Immerhin werden jetzt auch Vätern unehelicher Kinder mehr Rechte zugesprochen. Wichtig ist auch das die Eltern bestmoglichst vom Staat unterstützt werden. Überforderte Eltern sind eine Gefahr für die Kinder.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
30.10.2012
21:59:08


(0, 4 Votes)

Von Rechtsgelehrter
Antwort zu Kommentar #5 von xellfish


Auf Unterhalt kann nicht verzichtet werden, siehe dazu die Bemerkung im Münchener Kommentar zu § 1614 BGB.

Wenn ein Paar (m und w) verheiratet ist und ein Kind aufgrund einer Samenspende geboren wird, dann hat dieses Kind das Recht die rechtliche Vaterschaft des Ehemanns der Mutter vor Gericht anzufechten. Es kann hier vom Jugendamt, das die Position des Amtspflegers einnimmt, unterstützt werden.
Diese Anfechtung wird in der Regel Erfolg haben. Daher ist dann der Samenspender dran. Gegen diesen kann dann ein Verfahren auf Vaterschafsfestellung nach dem Familienverfahrensgesetz eingeleitet werden. Dann wird am Ende ein Beschluss des Familiengerichts stehen, dass der Samenspender der rechtliche Vater ist. Dann ist er auch unterhaltsverpflichtet.

Bei einer homosexuellen Lebenspartnerschaft (zwei Frauen) gibt es keinen rechtlichen Vater.
Eine Unterhaltsvorschusskasse oder ein Jobcenter können verlangen, dass ein Vaterschaftsfeststellungsverfahren durchgeführt wird, weil es sonst keine Leistungen aufgrund mangelnder Mitwirkung (§ 66 Erstes Buch Sozialgesetzbuch) gibt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
30.10.2012
22:40:29


(+1, 3 Votes)

Von joegab
Antwort zu Kommentar #5 von xellfish


Sorry, aber Du hast von deutscher Rechtslage keine Ahnung. Vater bleibt Vater sowohl bei Unterhalt, wie auch bei der Frage, ob man den Namen nennen muss.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
30.10.2012
23:30:41


(0, 2 Votes)

Von okay
Antwort zu Kommentar #8 von joegab


der staat will es anscheinen nicht anders als beschissen zu werden.

wenn eine frau oder ein lesbenpärchen ohne ein mann ein kind groß ziehen will und sie genug geld fürs allein erziehen hat, holt sie sich den samen am besten durch eine wirklich anonyme samenspende.
(oder legt mit dem schwulen freund ein "gelübte" ab das man ihn bei dem amt nicht als vater angibt. vorausgesetzt er will mit dem kind nichts zu tun haben, sondern wirklich nur samen spenden. allerdings ist die gefahr da das sie es irgendwann dem kind sagt, welches später anspruch erheben könnte)

ein vaterschaftstest seitens des gerichts kann wohl kaum erzwungen werden wenn die frau lügt das sie zum erfängniszeitraum mit hundert männern im in- und ausland geschlafen hat und sie nicht weiss wer der volltreffer war.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
31.10.2012
00:27:00


(+2, 2 Votes)

Von nachgeschaut


Bezieht die Mutter staatliche oder halbstaatliche Leistungen für das Kind oder in ihrer Eigenschaft als Betreuerin des Kindes wird sie zwar nach dem Namen des Vaters gefragt, gibt sie aber an, der Vater wäre ihr unbekannt, so geben sich die staatlichen und halbstaatlichen Stellen mit dieser Auskunft zufrieden. Das Kind bleibt weiter vaterlos.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12  vor »


 Ort: Grafschaft Essex


 POLITIK - EUROPA

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Die SPD und der Paragraf 175 Österreich: Van der Bellen ist neuer Bundespräsident Von Drogen und Dreiern Drei Barkeeper in Berlin homophob beleidigt
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt