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  • 01. November 2012, Noch kein Kommentar

Neil Youngs neues Album "Psychedelic Pill" enthält gleich zwei CDs mit über 80 Minuten Musik (Bild: Reprise Records (Warner))

Die Rocklegende ist fleißiger denn je und präsentiert mit dem vorliegenden Studio-Album bereits das zweite in diesem Jahr.

Die Vergangenheit setzt die Zeichen für die Gegenwart, hat einst ein schlauer Mensch erkannt. Der akustische Auftakt zu "Driftin' Back" – einem 27-minütigen, epischen Ritt durch das neue Neil Young & Crazy Horse-Album "Psychedelic Pill" – nimmt uns dagegen direkt und ohne Umwege mit ins Hier und Jetzt. Young, dieser bodenständige, geerdete und jede Sekunde seines Lebens auskostende Künstler, hat sich für das neue Werk erneut mit Crazy Horse zusammengetan; jener zwingenden und derben Band, die ihn im Laufe seiner einzigartigen Karriere treu und schlagkräftig begleitet hat.

Von diesem stabilen Ast, der weit in seine eigene Geschichte hinein ragt, startet Young seine Reise in die Vergangenheit – inklusive der spürbaren, aber auch nötigen Veränderungen. Der akustische Vorhang erhebt sich und gibt den Blick frei auf die von Young gemalten Bilder und Eindrücke, nur gelegentlich durchbrochen werden von seiner elektrischen Gitarre, stets unterstützt von seinen geschmeidigen Begleitern – den Crazy Horse-Mitgliedern Poncho Sampedro (Gitarre), Billy Talbot (Bass) und Schlagzeuger Ralph Molina, ein Line-Up, das seit 1975 gemeinsam im Sattel sitzt.

Youtube | Offizielles Video zum neuen Album

Die Rocklegende betritt neue Pfade


Neil Percival Young wurde 1947 in Toronto geboren und hat alleine in den USA rund 18 Millionen Platten verkauft (Bild: Reprise Records (Warner))

Auch Jesus, der Meditations-Guro Maharishi und Picasso begegnen uns in "Driftin' Back", wobei Young darauf hinweist, wie sehr ihr Bild und ihr Image in der Vergangenheit verzerrt und korrumpiert wurden. Außerdem fürchtet Young, dass auch seine Message und seine Kunst von eben jener Technologie beschädigt ist, die sie vermeintlich leichter zugänglich macht: "When you hear my song now / You only get 5%," singt Young. "You used to get it all." Aber seine Wut darüber, so sagt er versöhnlich, hält sich in Grenzen: "I'm blockin' out my anger."

Was er dagegen nicht unterdrückt, ist sein noch immer in ihm loderndes Feuer, sein Verlangen. Aber das hat er ohnehin nie getan. Geprägt und getrieben von seinem einst selbst entfachten Americana-Sound, tobte Young noch im Sommer mitsamt Crazy Horse durch seine Neuinterpretation nordamerikanischer Traditionen – auf seine ganz spezielle, wunderbar eigentümliche Weise. "Psychedelic Pill" betritt Pfade, die Young in seinem bisherigen Oevre und in dieser Konstellation nur angedeutet hat; Territorien, die er bisher nie ins letzte Planquadrat erkunden konnte oder wollte. In seiner Musik tauchen neue Strukturen auf, seine Texte zeichnen neue Landschaften. (cw/pm)