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  • 05.11.2012           41      Teilen:   |

Viruslastmethode

Safer Sex ohne Kondom – Update

Die richtige Verbindung zur besten Schutzmethode auswählen... - Quelle: irfan9727 / flickr / cc by 2.0
Die richtige Verbindung zur besten Schutzmethode auswählen... (Bild: irfan9727 / flickr / cc by 2.0)

Die HIV-Therapie schützt auch vor HIV-Übertragung, der Einfluss anderer Infektionen ist aber geringer als gedacht. Die wichtigsten Punkte dazu im Überblick.

Von Christian Scheuß

Kann es Safer Sex ohne Kondom geben, wenn die Medikamente beim HIV-positiven Partner gut wirken? Seit drei Jahren lautet die offizielle Antwort: Unter gewissen Umständen, dann aber so gut und zuverlässig wie Kondome. Die durch wissenschaftliche Studien abgesicherte Erkenntnis hat inzwischen das Label "Viruslastmethode" erhalten, eine neue Methode für Safer Sex, die HIV-Positive zum Schutz für sich und andere in ihr Sexleben einbauen können. Hier im Überblick nun der aktuelle Stand der Empfehlungen. Neue Erkenntnis in diesem Jahr: Der Einfluss anderer sexuell übertragbarer Krankheiten ist geringer als bislang gedacht.

Wie funktioniert der Schutz durch die HIV-Medikamente?
Die Therapie verhindert die Vermehrung des Virus im Körper. Nach einiger Zeit ist bei einer gut wirksamen Therapie im Blut kein HIV mehr nachweisbar. Man spricht dann von einer "Viruslast unter der Nachweisgrenze" Die Grenzen der Testmethoden der Labore liegen bei 20 bis 40 Viruskopien. Dann sind auch in den Schleimhäuten keine oder nur noch sehr weniger HI-Viren – eben unter dieser Grenze – nachweisbar. Eine Übertragung von HIV auf Sexpartner ist extrem unwahrscheinlich.

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Wie sicher ist der Schutz durch die Medikamente
Studien haben ergeben, dass eine gut wirksame HIV-Therapie mindestens genauso zuverlässig vor der Übertragung von HIV schützt wie Kondome. In diesem Fall ist auch Sex ohne Kondom Safer Sex. Absolute Sicherheit gibt es in beiden Fällen nicht, denn auch beim Kondomgebrauch kann etwas schief gehen. Beide Methoden haben jedoch eine sehr hohe Schutzwirkung.

Wie groß ist das Restrisiko?
Das lässt sich schwer beziffern, auf jeden Fall sehr gering. Weltweit ist bisher nur ein Fall wissenschaftlich dokumentiert, in dem HIV trotz wirksamer Therapieübertragen wurde.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein bei der "Viruslastmethode"?
Die Viruslast muss mindestens seit einem halben Jahr unter der Nachweisgrenze liegen und der HIV-Positive muss die Medikamente regelmäßig einnehmen. Ob die Bedingungen erfüllt sind, zeigt der Bluttest, der alle drei Monate durchgeführt wird.

Kann die Viruslast wieder ansteigen und damit das Risiko einer Infektion?
Das kann vor allem dann passieren, wenn die Medikamente nicht regelmäßig eingenommen werden. Wer die Tabletten im Urlaub vergisst, hat nach zwei bis drei Wochen eine hohe Viruslast im Blut. Die Wirksamkeit der Therapien kann nach einiger Zeit auch aus anderen Gründen nachlassen, durch Resistenzen zum Beispiel. Das ist aber ein schleichender Prozess, der durch die dreimonatigen Checks rechtzeitig erkannt werden kann.

Steigern andere sexuell übertragbare Infektionen das Risiko?
Davon sind die Experten lange ausgegangen. Generell erhöhen sexuell übertragene Infektionen wie Syphilis, Tripper oder Chlamydien das Risiko der HIV-Übertragung erheblich. Mittlerweile zeichnet sich in Studien aber immer mehr ab, dass dies angesichts einer gut wirksamen HIV-Therapie nur wenig Einfluss auf das Übertragungsrisiko hat. Das Restrisiko erhöht sich nur minimal.

Kann die Viruslast nicht steigen, wenn der HIV-Positive eine Syphilis oder eine andere sexuell übertragbare Infektion hat?
Das ist möglich, der Anstieg wird aber angesichts der Therapien nur minimal ausfallen, so dass eine HIV-Übertragung weiterhin fast ausgeschlossen bleibt.

Ist es nicht sicherer, zusätzlich zum Schutz durch die Therapie weiterhin Kondome zu benutzen?
Zwei sehr sichere Methoden zusammen erhöhen natürlich noch einmal die Schutzwirkung, allerdings nur noch graduell, wenn man einen 95-prozentigen mit einem 96-prozentigem Schutz zusammenlegt. Kondomtreue über Jahrzehnte durchzuhalten ist zudem schwierig, es gibt immer wieder einmal Situationen, in denen man es weglässt. Die Sorge danach ist dann aber geringer. Gerade für Paare ist vertrauensvoller Sex Teil der Intimität und Nähe der Beziehung. Deren Wunsch, auf das Kondom verzichten zu können, von daher mehr als verständlich. Mit der Viruslastmethode haben diskordante Paare (einer HIV+, der andere HIV-) eine neue Option.

Was spricht noch dafür, weiterhin Kondome zu verwenden?
Bei wechselnden Partnern helfen Kondome, das Risiko anderer sexuell übertragbarer Infektionen zu verringern. Daher ist es vor allem bei anonymen Kontakten mit Partnern, deren Gesundheitsstatus man nicht kennt, nach wie vor das erste Mittel der Wahl.

  Disclaimer
Dieser Artikel wurde inhaltlich frei von einem queer.de-Autoren verfasst. Der Themenkanal "Gesundheit HIV+" wird durch Unterstützung von "GILEAD Sciences GmbH" ermöglicht.
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Tags: viruslast, ekaf, safer sex, kondom, syphilis, hiv
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Reaktionen zu "Safer Sex ohne Kondom – Update"


 41 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
05.11.2012
09:11:04


(+2, 4 Votes)

Von Mathe


Die Kombination eines 95%igen Schutzes mit einem 96%igen verringert die Übertragungswahrscheinlichkeit nicht nur minimal. 5/100*4/100=1/500
Gegenüber der Variante ohne Kondom hat sich der Schutz hier also verfünfundzwanzigfacht...


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#2
05.11.2012
09:56:30


(-4, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Safer Sex gibt es nur mit Kondomen! Alles Andere ist Russisch-Roulette!


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#3
05.11.2012
10:07:19


(-2, 4 Votes)

Von Leo G
Antwort zu Kommentar #2 von FoXXXyness


Kondome, normal. Ich musste sogar auf "extra strong" umsteigen.
Alle anderen Tipps sind le(s)ben(s)müde.


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#4
05.11.2012
10:07:27


(+3, 5 Votes)

Von Mediziner


Wenn in einer festen Beziehung der Wunsch nach Sex ohne Kondom besteht, aber einer der Partner HIV hat, ist das eine Option. Aber man darf nicht vergessen, dass es auch andere sexuell übertragbare Krankheiten gibt, von denen einige auch sehr dramatisch sind, z.B. Hepatitis.

Und wer garantiert, dass nicht irgendwann ein neuer HIV-Stamm durch Mutation entsteht oder eine komplett neue Krankheit.

Deswegen ist gerade bei wechselnden Partnern, anonymem Sex, etc. ein Kondom nach wie vor unverzichtbar.

Das hier beschriebene ist wirklich nur für feste, monogame (!) Beziehungen eine Option.


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#5
05.11.2012
10:16:41


(-7, 7 Votes)

Von Leo G
Antwort zu Kommentar #4 von Mediziner


"Das hier beschriebene ist wirklich nur für feste, monogame (!) Beziehungen eine Option"

Also für Dornröschen..


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#6
05.11.2012
10:28:06


(+2, 2 Votes)

Von Julian S
Antwort zu Kommentar #4 von Mediziner


Sehr richtig!

Das wurde ja auch schon im Artikel angedeutet, kann aber gar nicht deutlich genug gesagt werden. Nicht, dass es da noch Missverständnisse gibt...


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#7
05.11.2012
10:29:57


(+6, 6 Votes)

Von Monogam
Antwort zu Kommentar #5 von Leo G


Also ich lebe seit 10 Jahren in einer monogamen Beziehung.

Und wir sind beide sehr glücklich damit.

Und es gibt auch genug andere monogame Beziehungen.

Ich will diejenigen, die das anders handhaben, gar nicht schlecht machen - jeder nach seiner Facon. Aber es gibt eben auch genug monogame Beziehungen.


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#8
05.11.2012
10:51:24


(+3, 3 Votes)

Von Leo G
Antwort zu Kommentar #7 von Monogam


Wenige aber. Auch unter Heterosexuellen. Was glaubst du wie viele Ehetypen ich schon hatte.
Ich hoffe du bist nicht der einzige Monogame in eurer Beziehung.


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#9
05.11.2012
11:11:36
Via Handy


(-1, 5 Votes)

Von Hannibal im Exil


Monogame schwule Beziehungen sind wie die Bibel oder die Gebrüder Grimm: Ein Märchen und schön für den, der daran glaubt!


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#10
05.11.2012
11:16:09


(+3, 5 Votes)

Von Jeff


Bitte den Artikel doch einmal richtig lesen. Da steht ja ganz klar, dass es MINDESTENS genau so sicher ist, wie Kondome. Das ist also kein "russisches Roulette". Außerdem ist es auch so kein Russisches Roulette, schließlich ist eine HIV-Infektion heute schon lange kein Todesurteil mehr, weil es seit Jahren wirksame Medikamente gibt. Zudem finde ich diesen Begriff sehr verletzend und diskriminierend in Bezug auf HIV-Positive.

Zudem finde ich auch nicht, dass es verharmlost wird. Ich finde viel eher, dass das Schweigen darüber, sowie die Stigmatisierung und Schuldzuweisung gefährlich ist. Wenn wir darüber schweigen, tragen wir dazu bei, dass Menschen Angst haben, darüber zu reden und sich zu informieren, geschweige denn testen zu lassen. Die Nicht-Infektiösität gilt aber nur, wenn man auch getestet ist. Die meisten Neu-Infektionen geschehen zwischen Menschen, wo der Positive nicht wusste, dass er infiziert ist. Wir haben viel zu sehr Panik gesät in den letzten Jahren. Was daraus resultiert ist Angst, Diskriminierung, Stigmatisierung und Schuldzuweisung ("Wenn du ohne Kondom fickst, bist du selber Schuld"). Das ist aber kontraproduktiv. Prävention im Sexualverhalten funktioniert nicht mit Angst und Verbot, weil gerade die Angst und das Verbotene einen sexuellen Reiz auslöst. Es geschieht nur durch Aufklärung und Wahrheit. Wir schulden den Menschen die Wahrheit.

P.s.: Bitte stimmt doch für dieses Bild ab, wenn ihr diese Erkenntnis teilt.

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