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"Beschämend für Regierung"

Malawi setzt Homo-Verbot aus


Justizminister Ralph Kasambara verkündete die Aussetzung der Verfolgung von Homosexuellen

Die Polizei in Malawi soll künftig keine Schwulen mehr verfolgen: Der Justizminister hat am Montag die Beamten angewiesen, Homosexuelle nicht mehr zu verhaften.

Minister Ralph Kasambara erklärte als Grund für das Moratorium verfassungsrechtliche Probleme mit den Gesetzen gegen Homosexualität: "Wenn wir weiter Menschen verhaften und verurteilen lassen aufgrund von Gesetzen, die später für verfassungswidrig erklärt werden, wäre das beschämend für die Regierung", so Kasambara nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters. "Es ist besser, wenn ein Krimineller ungeschoren davonkommt, als wenn wir viele unschuldige Menschen ins Gefängnis werfen". Das Gesetz könne nicht sofort abgeschafft werden, da es zunächst eine gesellschaftliche Debatte darüber geben müsse.

Derzeit drohen schwulen Männern bis zu 14 Jahre Haft. Das Gesetz geht auf die britische Kolonialherrschaft zurück. Homosexueller Geschlechtsverkehr unter Frauen kann ebenfalls unter diesem Paragrafen verfolgt werden, auch wenn Frauen nicht ausdrücklich in dem Gesetz erwähnt werden. Gelebte Homosexualität ist in weiteren 37 afrikanischen Ländern verboten, teilweise droht sogar die Todesstrafe.

Westen droht mit Kürzung der Entwicklungshilfe

Die Verfolgung von Homosexuellen in Malawi erregte 2010 internationales Aufsehen: Damals wurden der 28-jährige Tiwonge Chimbalanga und der 21-jährige Steven Monjeza bei ihrer symbolischen Hochzeit verhaftet und zu 14 Jahren Haft verurteilt. Wenige Tage später wurde das Paar aber durch Malawis damaligen Präsidenten begnadigt (queer.de berichtete). Seither gibt es Debatten über die Aufhebung des Gesetzes. Das wird auch von europäischen Ländern gefordert, die dem Land mit Konsequenzen bei der Entwicklungshilfe drohen. Deutschland hat wegen der homophoben Gesetze im vergangenen Jahr bereits die Entwicklungshilfe gekürzt (queer.de berichtete).

Die malawische Präsidentin Joyce Banda hatte Mitte 2012 noch angekündigt, das Homo-Verbot kippen zu wollen. Allerdings erklärte die frühere Frauenrechtlerin vor gut einem Monat, dass sie nun doch an dem Gesetz festhalten wolle, da es in der Öffentlichkeit populär sei (queer.de berichtete).

In Malawi leben 15 Millionen Menschen, die meisten davon in ärmlichen Verhältnissen. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 350 Dollar pro Einwohner liegt Malawi noch hinter Ländern wie Simbabwe oder Äthiopien. (dk)



#1 SebiAnonym
  • 05.11.2012, 16:22h
  • Das hat wohl zur Hauptsache mit den Drohungen des Westens zu tun, bei anhaltender Homoverfolgung Entwicklungsgelder zu kürzen.

    Da sieht man wieder mal, dass das Kürzen / Streichen von Entwicklungsländern oder auch nur schon das Drohen damit, das einzige Mittel ist, die Situation zu ändern. Noch dazu sehr schnell.

    Manche Träumer sagen ja immer, solche Maßnahmen würden den Schwulen vor Ort mehr schaden als nützen, aber man sieht wieder mal: das Gegenteil ist der Fall.

    Im Gegensatz zu Worten, die eh auf taube Ohren stoßen ist sowas das einzige, was wirklich hilft...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 erererEhemaliges Profil
  • 05.11.2012, 16:40h
  • Eine Art von 'Hintertur' also, die Legalisierung der Homosexualitat ohne das ausdrucklich und endgultig zu machen (weil im Parlament das nicht geht und die Bevolkerung auch sowieso klar dagegen ist). Eine Analogie im Westen ist wohl die 'eingetragenen Partnerschaften' - sie sind im Prinzip Ehen, ohne formelle Veranderungen im Zivilrecht zu machen. Noch nicht.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 erererEhemaliges Profil
#6 JoonasAnonym
#7 FOX-NewsAnonym
#8 Bilbo BagginsAnonym
#9 Timm JohannesAnonym
  • 06.11.2012, 08:06h
  • Der Druck über die Kürzung von Entwicklungshilfegeldern aus Europa und Amerika muss auf afrikanische Entwicklungssstaaten sowie auf karibische Inselstaaten erhöht werden.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil