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  • 05.11.2012           36      Teilen:   |

US-Wahlen

Amerika entscheidet auch über Homo-Rechte

Wie geht es weiter mit Homo-Rechten in den USA? - Quelle: VJnet / flickr / cc by 2.0
Wie geht es weiter mit Homo-Rechten in den USA? (Bild: VJnet / flickr / cc by 2.0)

Nicht nur über die Zukunft von Präsident Barack Obama werden die Amerikaner am Dienstag entscheiden: Es gibt auch vier Volksentscheide zur Homo-Ehe und erstmals könnte eine Lesbe in den Senat einziehen.

Von Dennis Klein

Schwul-lesbische Rechte spielen zwar in der Präsidentschaftswahl praktisch keine Rolle. In den drei TV-Duellen erwähnten die Kandidaten das Thema mit keinem Wort. Dennoch ist diese Jahr für Homo-Aktivisten alles anders: Erstmals spricht sich eine Mehrheit der Amerikaner für die Gleichstellung im Ehe-Recht aus und erstmals ist auch der Präsident in dieser Gruppe vertreten (queer.de berichtete). Zudem könnte zum ersten Mal die Ehe für Schwule und Lesben durch ein Referendum geöffnet werden: Maine, Maryland und Washington stimmen darüber ab – und in allen drei Bundesstaaten ist eine Mehrheit für die Ehe-Befürworter möglich (in Minnesota gibt es zudem ein Referendum über das Verbot der Homo-Ehe). Außerdem könnte mit Tammy Baldwin erstmals ein offen homosexueller Politiker Mitglied des exklusiven US-Senats werden.

Schwul-lesbische Aktivisten sehen Obama als Hauptgrund für die schnelle Entwicklung in eine homofreundlichere Gesellschaft. So hat der Präsident seine Versprechen an Schwule und Lesben eingelöst und sowohl das Matthew-Shepard-Gesetz als auch "Don't ask, don't tell" abgeschafft. Außer die Hitzköpfe der Tea Party und von Fox News hat das niemand wirklich aufgeregt – und damit ist die Atmosphäre anders als noch 2004, als der damalige Präsident George W. Bush noch das Verbot der Homo-Ehe in der US-Verfassung festschreiben wollte. Das Homo-Magazin "Advocate" titelte daher in einem aktuellen Kommentar: "Präsident Obama hat unser Leben und unsere Politik verändert".

Daher ist es kein Wunder, dass sich in einer Umfrage fast drei Viertel der befragten Schwulen und Lesben bei der Wahl für Obama entscheiden wollen. Den wankelmütige republikanische Herausforderer Mitt Romney, der als Jugendlicher einen schwulen Mitschüler mobbte, wollen dagegen nur 22 Prozent der LGBT-Bevölkerung als Präsident (queer.de berichtete). Sollte das Ergebnis der Präsidentschaftswahl so knapp sein, wie Umfragen es nahe legen, könnten Schwule und Lesben das Zünglein an der Waage sein.

Youtube | Präsident Barack Obama hat sich als erster amtierender Präsident für die Öffnung der Ehe ausgesprochen.
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Erster Sieg bei Volksentscheid?

Auch die Volksentscheide dürften neben einem Obama-Sieg erheblich dazu beitragen, die Lage von Schwulen und Lesben zu entspannen: Bislang wurde die Ehe in Bundesstaaten durch Gerichtsentscheidungen oder Parlamente geöffnet. Das führte dazu, dass konservative Kommentatoren oft von einer undemokratischen Revolution von oben sprachen, die nicht vom Volk mitgetragen werde. Bislang gab es noch nie eine Mehrheit bei einem Referendum. Besonders schockiert hat die schwul-lesbische Szene die Entscheidung der Kalifornier im Jahr 2008, als die Ehe-Öffnung mit Hilfe einer Medienkampagne der katholischen und mormonischen Kirche knapp abgelehnt wurde (queer.de berichtete). Dieser Volksentscheid dürfte Homo-Aktivisten eine Warnung sein: In Kalifornien sahen die Umfragen noch bis kurz vor dem Urnengang gut aus, allerdings können in den USA Konservative ihre Anhänger traditionell besser zur Wahl motivieren als die amerikanische Linke.

Die Umfragen zeigen nach wie vor einen komfortablen Vorsprung für die Gleichstellungsbefürworter, werden aber teilweise schon knapper: So sprechen sich nach einer aktuellen Erhebung in Maine 55 Prozent für die Ehe-Öffnung aus, nur 42 Prozent sind dagegen. Das ergibt einen komfortablen 13-Punkte-Vorsprung – einen Monat zuvor betrug dieser aber noch 21 Prozentpunkte. In Maryland würden derzeit 55 Prozent für die Gleichstellung votieren, 39 Prozent sind für die "traditionelle Ehe", in Washington ist das Ergebnis mit 58 zu 37 Prozent noch deutlicher. Die Entscheidung fällt aber erst an der Wahlurne.

Youtube | Die Homo-Ikone Cher bat vor wenigen Tagen ihre Anhänger gemeinsam mit der Komikerin Kathy Griffin darum, nicht Mitt Romney zu wählen.

Erstmals Lesbe im Senat?

Tammy Baldwin will als erste Lesbe den US-Senat erobern - Quelle: United States Congress
Tammy Baldwin will als erste Lesbe den US-Senat erobern (Bild: United States Congress)

Demokraten und Republikaner kämpfen auch um die Mehrheit im Parlament. Das derzeit republikanisch kontrollierte Repräsentantenhaus wird komplett neu gewählt, im demokratisch Senat werden ein Drittel der Sitze neu vergeben. In den nur 100 Mitglieder zählenden Senat könnte mit der Lesbe Tammy Baldwin erstmals ein offen homosexueller Politiker gewählt werden. Die 50-jährige Demokratin ist seit 1999 Abgeordnete im Repräsentantenhaus, hat sich nun aber im umkämpften Bundesstaat Wisconsin um den Senatssitz beworben. Umfragen zufolge liegt die linksliberale Politikerin derzeit drei Prozentpunkte vor ihrem republikanischen Herausforderer Tommy Thompson. Der ehemalige Gouverneur ist ein erbitterter Gegner der Ehe-Öffnung. Diese Wahl ist auch wichtig für die demokratische Partei, da sie nur mit einem Sieg von Baldwin ihre knappe Mehrheit im Senat halten kann.

Auf jeden Fall aus dem Parlament verabschieden wird sich dagegen Barney Frank, der prominenteste schwule Politiker in den USA: Er wurde seit 1981 alle zwei Jahre in seinem Wahlkreis in Massachusetts bestätigt und gehört zu den mächtigsten Demokraten im Kongress. So war er zwischen 2007 und 2011 Vorsitzender des mächtigen Finanzausschusses im Repräsentantenhaus und galt als wichtiger Alliierter von Präsident Obama während der Wirtschaftskrise. Von der Tea Party wurde Frank wiederholt als "Homo-Kommunist" oder schlicht als "Schwuchtel" diffamiert. Jetzt will der frisch vermählte 72-Jährige seinen Ruhestand genießen.

Am frühen Mittwochmorgen dürften alle Ergebnisse der Wahl bekannt sein. Auch wir sind von den Entscheidungen betroffen, wie das internationale Programm von CNN in Trailern treffend erklärt: "Amerikaner treffen die Entscheidung, aber die Auswirkungen sind global". Gerade bei Homo-Themen sind die Amerikaner seit dem Stonewall-Aufstand Vorreiter. So wurde dort die erste eingetragene Partnerschaft 2000 im Bundesstaat Vermont eingeführt, ein Jahr später folgte Deutschland. Eine deutliche Entscheidung über dem großen Teich dürfte auch unseren konservativen Politikern zu denken geben und daran erinnern, dass Diskriminierung keine zukunftsfähige Ideologie mehr sein sollte.

Youtube | Lady Gaga erinnert Wähler daran, dass sie in Volksentscheiden für die Ehe-Öffnung votieren können
Mehr zum Thema:
» Republikaner beschließen homofeindliches Wahlprogramm (29.08.12)
» Volksthemen Cannabis und Homo-Ehe (18.09.12)
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Tags: us-präsidentschaftswahl, barack obama, mitt romney, volksentscheid, tammy baldwin, barney frank
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 US-Präsidentschaftswahl 2012
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Reaktionen zu "Amerika entscheidet auch über Homo-Rechte"


 36 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
05.11.2012
19:18:10


(-3, 17 Votes)

Von EXgymnasiast


Amerika?

Boah, was habe ich denn da im Gymnasium gelernt??

Ich dachte immer Amerika sei ein kontinent und kein Land!!

Muss ich mal mit meinen ehemaligen Lehrern reden, wie die es wagen konnten mich so dumm zu machen!!


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#2
05.11.2012
19:20:32


(+4, 4 Votes)

Von fink


"In den drei TV-Duellen erwähnten die Kandidaten das Thema mit keinem Wort."

erstaunlich. dabei wird diese frage doch schon seit jahren zu einem "kulturkrieg" dramatisiert.

hat eine_r von euch eine idee, warum das ausgerechnet hier gar nicht zur sprache kommt?


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#3
05.11.2012
19:58:09


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User ererer
Antwort zu Kommentar #2 von fink


Vielleicht wird die Homo-Ehe im amerikanischen politischen Diskurs langsam zur Normalitat? In Frankreich, Danemark oder Finnland war bei den letzten Wahlen das auch kein grosses Thema, und doch wurde sie schon legalisiert bzw. wird legalisiert werden (hoffen wir). Amerikaner unterscheiden zwischen 'privat' und 'offentlich' nicht so stark wie die Westeuropaer (oder doch?). Sie haben also 'das Haus' der Homo-Ehe bis zum Schlafzimmer bzw. Badezimmer angeschnupfelt, die Starke der Fundamente bewertet, das offentliche Image - den Garten mit Grunrasen und Pool - anerkennt, und dann gesagt: 'okay, gekauft!'. Ich spreche hier aber nur uber die 'liberalen Bundesstaaten'. (Ubrigens, die Umfragewerte, die ich im Internet gesehen habe, sind viel knapper, besonders in Maryland.)


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#4
05.11.2012
21:04:48


(+2, 2 Votes)

Von BAyernlande


Hallo Redaktion, habe schon lange auf den Artikel hier gewartet. Wird sehr spannend morgen.
Habt ihr noch Umfragen zu Minnesota??
Vielen Dank


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#5
05.11.2012
21:15:20
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von Linu86
Aus Aachen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 20.09.2008


Meine Vorhersage:

Sieg für gay marriage in Washington State, Maine & Minnesota, Niederlage in Maryland...

Außerdem: Obama gewinnt die Wahlen, Demokraten behalten die Oberhand im Senat, die Republikaner bleiben Mehrheit im Kongress..

Iowa: Der Richter, der seinerzeit für "gay marriage" stimmte wird sein Amt behalten können.


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#6
05.11.2012
21:16:24
Via Handy


(+2, 2 Votes)

Von Linu86
Aus Aachen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 20.09.2008


P.s.: Was Maryland betrifft hoffe ich im Unrecht zu sein...


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#7
05.11.2012
21:40:30


(+4, 4 Votes)

Von Marek


Morgen heißt es Daumen drücken...

Dass Obama wieder Präsident wird und die Abstimmungen zur Eheöffnung erfolgreich für uns ausgehen.

Und von der Präsidentenwahl hängt für die ganze Welt sehr viel ab...


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#8
05.11.2012
22:10:06


(+3, 5 Votes)

Von alexander
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Antwort zu Kommentar #7 von Marek


du hast recht ! man muss obama die daumen drücken, selbst wenn man ihn nicht mögen sollte !
romney wäre eine katastrophe für den rest der welt !
gerade diese wahl ist wegweisend, auch für uns.

(aber wenigstens wird das eine spannende wahl, bei der wichtige entscheidungen involviert sind. im gegensatz zu unserer wahl im nächsten jahr, die wahl zwischen pest und cholera !)


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#9
05.11.2012
23:48:17


(+1, 3 Votes)

Von ehemaligem User ererer
Antwort zu Kommentar #6 von Linu86


Doch, Du bist im Recht. In anderen Bundesstaaten wird die Homo-Ehe, wenn auch knapp, siegen, aber in Maryland wahrscheinlich sehr knapp verlieren. Und warum nicht? Da die Pastoren in den afroamerikanischen Kirchen 'gut' gearbeitet haben. Schade - Maryland ware der sudlichste Bundesstaat mit der Homo-Ehe fur gewisse Zeit gewesen, das ware sehr symbolisch fur die Homo-Rechte in der nahen Zukunft in den Vereinigten Staaten.


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#10
06.11.2012
06:33:45


(+6, 6 Votes)

Von üäöpolikujzhtgr


@Redaktion: Ich glaube der Staat heißt USA...

Amerika ist ein Kontinent, bestehend aus Nord- & Südamerika.

Wir sagen ja auch Deutschland und nicht Europa.

Noch was zu Romney: Ich habe vor einigen Tagen einen Bericht über ihn gesehen. Da hat der doch glatt gesagt ganz europa sei kommunistisch unterwandert (wegen Krankenversicherung und so) und er hasse das alte Europa....


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