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  • 07.11.2012           25      Teilen:   |

Frankreich: Kabinett beschließt Ehe-Öffnung

François Hollande hatte die Ehe-Öffnung im Wahlkampf versprochen - Quelle: Wiki Commons / Jean-Marc Ayrault / CC-BY-2.0
François Hollande hatte die Ehe-Öffnung im Wahlkampf versprochen (Bild: Wiki Commons / Jean-Marc Ayrault / CC-BY-2.0)

Die französische Regierung hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Ehe für schwule und lesbische Paare öffnen soll. Der Gesetzentwurf, der auch ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht vorsieht, soll Anfang des nächsten Jahres ins Parlament eingebracht werden.

Der Vorstoß sei ein Fortschritt "nicht nur für einige, sondern für die gesamte Gesellschaft", sagte der sozialistische Präsident François Hollande. Familienministerin Dominique Bertinnoti sprach von "einem wichtigen Schritt hin zur Gleichstellung". Es gehe nicht darum, die Familie zu zerstören, wie unter anderem die katholische Kirche kritisiert hatte.

Hollande nannte die Debatte um das Vorhaben "legitim", doch solle sie "kontrolliert" und "im Respekt vor anderen Meinungen wie auch Glaubensansichten" geführt werden, wie Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem mitteilte.

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Streitfrage künstliche Befruchtung

Paar bei einer Demo für die Ehe-Öffnung in Frankreich im letzten Jahr
Paar bei einer Demo für die Ehe-Öffnung in Frankreich im letzten Jahr

Im Gesetzestext heißt es: "Eine Ehe wird eingegangen zwischen zwei Personen des gleichen oder verschiedenen Geschlechts". Das französische Recht wird so abgeändert, dass anstelle von "Mutter und Vater" nun von Eltern und Elternteil die Rede ist.

Wie LGBT-Gruppen kritisieren, bleibt aber ein Unterschied zur Hetero-Ehe: Das Recht auf medizinische Fortpflanzung ist heterosexuellen Paaren vorbehalten. Eine Eintragung beider Mütter auf der Geburtsurkunde eines Kindes, das durch künstliche Befruchtung erzeugt wurde, ist nicht vorgesehen. Hollande hatte das im Wahlkampf noch versprochen.

Im Verlauf der Abstimmung im Parlament, mit der im Januar gerechnet wird, kann sich das noch ändern: Mehrere Abgeordnete der Sozialisten haben Zusatzanträge zum Gesetz angekündigt. Der Kabinettsbeschluss hatte sich zuletzt verzögert; Grund waren auch Massendemonstrationen gegen die Ehe-Öffnung, zu denen die katholische Kirche, aber auch konservative Politiker aufgerufen hatten (queer.de berichtete).

Demos für Ehe-Öffnung

Eine neue Kampagnenwebseite zur Gleichstellung mit einer ungewöhnlichen Idee - Quelle:
Eine neue Kampagnenwebseite zur Gleichstellung mit einer ungewöhnlichen Idee

So ganz scheinen die Schwulen und Lesben Frankreichs der Regierung noch nicht zu trauen: Einige Organisationen haben für Mittwochabend zu Demonstrationen für eine umfassende Ehe-Öffnung aufgerufen. Eine Veranstaltung in Paris hat bereits knapp 2.800 Zusagen auf Facebook.

In einigen Städten hatte es bereits in den letzten Tagen schwul-lesbische Kiss-ins gegeben. Grund ist auch, dass einige Bürgermeister der konservativen UMP angedroht haben, keine gleichgeschlechtlichen Ehen durchzuführen. Neben der UMP kommt auch Gegenwind vom "Front National" – Marie Le Pen hatte einen Volksentscheid zur Ehe-Öffnung gefordert. Nach einer aktuellen Umfrage befürworten allerdings 65 Prozent der Franzosen diesen Schritt, 52 Prozent sprechen sich für ein Adoptionsrecht aus.

Aber kommt es bei der Gleichstellung darauf an, was die Bevölkerung denkt? Eine neue Onine-Aktion denkt anders. Auf der Webseite von "Oui au mariage gay" sollen Homo-Paare angeben, wieviel Steuern sie bezahlt haben – um so den Gegnern der Gleichstellung zu zeigen, dass auch sie Bürger sind, die man ernst zu nehmen hat. (nb)

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Tags: frankreich, homo-ehe
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Reaktionen zu "Frankreich: Kabinett beschließt Ehe-Öffnung"


 25 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
07.11.2012
16:41:04


(+3, 5 Votes)

Von vingtans
Profil nur für angemeldete User sichtbar


ein hoch auf liberté,égalité, fraternité!

vive la france.


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#2
07.11.2012
16:48:06


(+6, 6 Votes)

Von ehemaligem User ererer


Endlich! Aber das ist nur der Anfang, das Gesetz soll noch seinen Weg durch zwei wunderschoene aristokratische Residenzen 'Palais de Bourbon' und 'Palais de Luxembourg' gehen, bis die dritte, 'Palais de Elysee', erreicht. Und der wird nicht leicht sein. Ich bleibe aber im Moment optimistisch.


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#3
07.11.2012
16:55:12


(+4, 4 Votes)

Von knatzgil
Aus ettelbruck (Luxemburg)
Mitglied seit 15.12.2008


Et voilà.
Und die Welt ist nicht in Schutt und Asche gefallen ,und Notre-Dame steht noch.
Glückwünsche:-)


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#4
07.11.2012
16:59:55


(+5, 5 Votes)

Von Alex
Antwort zu Kommentar #3 von knatzgil


Mal gespannt, welches Land es schneller als Gesetz zustande bekommt, Frankreich oder Luxemburg..


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#5
07.11.2012
17:03:46


(0, 4 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Super, daß die guten Nachrichten heute gar nicht mehr aufhören! Erst gewinnt Barack Obama ganz klar die Präsidentschaftswahlen, die Homoehe ist in Maryland, Maine und Washington beschlossene Sache, in Minnesota wird das Homoeheverbot gar nicht in die Verfassung aufgenommen und nun in Frankreich die geplante Eheöffnung! Besser kann es für die LGBT-Community nicht laufen! Sieg auf ganzer Linie!


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#6
07.11.2012
17:18:17


(+5, 5 Votes)

Von lentil


"Wie LGBT-Gruppen kritisieren, bleibt aber ein Unterschied zur Hetero-Ehe: Das Recht auf medizinische Fortpflanzung ist heterosexuellen Paaren vorbehalten. Eine Eintragung beider Mütter auf der Geburtsurkunde eines Kindes, das durch künstliche Befruchtung erzeugt wurde, ist nicht vorgesehen. Hollande hatte das im Wahlkampf noch versprochen."

Hoffentlich bleiben die LGBT Gruppen weiter dran und machen den Leuten klar das eine Gleichstellung nur dann eine Gleichstellung ist wenn man 100% gleich behnadelt wird.
Ich befürchte das jetzt das viele denken das ist doch alles super und das jetzt viele Glauben jetzt wäre alles in Ordnung und es jetzt lange Zeit nicht mehr vorwärts in Richtung wirkliche Gleichstellung geht.

Mal abgesehen von zusätzlichen Dingen wie Kampagnen zur Bekämpfung von Homophobie die darüber hinaus auch wichtig sind. (Und an sich nichts mit Gleichstellung zu tun haben.)


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#7
07.11.2012
17:24:22


(+5, 5 Votes)

Von Homoehe


Man freut sich für Frankreich und USA. Merkel kann schon was anderes machen, als nur regieren. Die Werbung von Merkel ist schon überreklamiert. Sehr große Frau mit kleinen Alten.


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#8
07.11.2012
17:31:19


(+1, 5 Votes)

Von fink


ich bin ja nicht als paarprivilegien-fetischist bekannt, aber trotzdem freue ich mich sehr über diese nachricht. das ist ein schönes signal, das vielleicht auch nach deutschland ausstrahlen wird. es wird zumindest die erklärungsnot der gleichstellungsgegner wieder ein wenig erhöhen.

aber irgendwas muss ich ja trotzdem immer bekritteln, und zwar diesmal diese komische aktion mit den steuern: dass bürgerrechte nicht von mehrheitsentscheidungen abhängen dürfen, das finde ich ja sehr richtig. sie dürfen aber ebensowenig davon abhängen, wieviele steuern eine bevölkerungsgruppe zahlt. wir zahlen viele steuern, und DAMIT beweisen wir, dass wir richtige bürger sind und rechte "verdienen"? das halte ich ausgerechnet in zeiten zunehmender realer entrechtung der ärmsten schichten für ein extrem fragwürdiges signal.


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#9
07.11.2012
18:32:21


(+3, 5 Votes)

Von Guter Tag


USA, Spanien und Frankreich schon mal wieder ein Stück weiter. Und in Deutschland? Mit der CDU/CSU und dem Schoßhündchen FDP immer noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.


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#10
07.11.2012
18:33:18


(+4, 4 Votes)

Von Sebi


Ein erster Schritt ist getan... Wollen wir hoffen, dass die PR-Lawine, die jetzt von den Homohassern losgetreten wird, keinen mehr interessiert und dass dann bald das Gesetz verabschiedet werden kann.


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