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  • 13. Oktober 2004, noch kein Kommentar

Im Golf-Emirat weitet sich der gerichtliche Streit um die Definition von Mann und Frau aus: Ein Berufungsgericht in Kuwait-Stadt hat ein Urteil einer Vorinstanz aufgehoben, das einer post-operativen Transsexuellen die Änderung ihres Geschlechts in offiziellen Papieren gestattet hatte. Amal D., die als Mann den Namen Ahmed trug, hatte sich vor drei Jahren in Thailand einer Geschlechtsanpassung unterzogen.

Im April dieses Jahres hatte ein Gericht die 26-jährige Amal erstmals als Frau anerkannt und die Regierung aufgefordert, ihr die nötigen Papiere auszustellen. Im Urteil berief sich der Richter auf eine Reihe von medizinischen Gutachten, aus denen hervorging, dass die Geschlechtsanpassung aus "biologischen Gründen" notwendig gewesen sei. Religiöse Gelehrte und Aktivisten verurteilten die Entscheidung, da eine Änderung des Geschlechts gegen islamische Lehren verstoße. Amals Vater rief daraufhin das Berufungsgericht an, der die Umwandlung seines einstigen Sohnes "Schande über die ganze Familie" gebracht habe. Dieses Gericht begründete seine Entscheidung gegen Amal damit, dass eine Änderung des Geschlechts "den traditionellen Werten der Gesellschaft" widerspreche. In Kuwait gibt es bislang keine gesetzliche Regelung für Transsexuelle.

In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur AFP bekräftigt Amal: "Ich werde weiterkämpfen, bis ich Recht bekommen habe." Sie fährt fort: "Seit meiner Kindheit habe ich mich nicht als Junge sondern als Mädchen gefühlt. Aber weil wir in einer konservativen Gesellschaft leben, konnte ich nichts dagegen tun." Sie habe sich später Tests in Kuwait unterzogen, "die alle zeigten, dass ich eine Frau bin." (dk)

13. Oktober 2004, 14:39 Uhr