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Vlatko Markovic wollte als Verbandschef keine Schwulen in der Nationalmannschaft dulden

Vlatko Markovic, der frühere Chef des kroatischen Fußballverbandes, muss sich laut einem Gerichtsurteil öffentlich für homophobe Äußerungen entschuldigen.

Ein Berufungsgericht in Zagreb hat den 75-Jährigen auch zur Zahlung der Gerichtskosten verurteilt und ihn angewiesen, in der Öffentlichkeit nicht mehr diskriminierende Äußerungen gegen Homosexuelle zu tätigen. Markovic habe mit seiner Wortwahl die Würde einer gesamten Bevölkerungsgruppe verletzt, erklärte das Gericht. Der frühere Fußballfunktionär war von mehreren schwul-lesbischen Gruppen verklagt und zunächst im vergangenen Jahr in erster Instanz freigesprochen worden.

Der Stein des Anstoßes: Markovic hatte vor zwei Jahren als Chef des Fußballverbandes in einem Interview erklärt, er werde keine schwulen Spieler im kroatischen Team dulden: "Solange ich Präsident des Fußballbundes bin, wird kein Homosexueller in der Nationalmannschaft spielen", sagte er der Tageszeitung "Vecernji List". Ferner betonte er: "Zum Glück spielen nur normale Leute Fußball" (queer.de berichtete).

Geldstrafe von UEFA

Obwohl Markovic später versuchte, seine Äußerungen zu relativieren, verurteilte ihn der europäische Fußballverband (UEFA) zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro (queer.de berichtete). Die UEFA wies dabei den Einspruch von Markovic zurück.

Markovic war über Jahrzehnte im europäischen Fußball aktiv, in den 50er und 60er Jahren bei Fußballclubs in Jugoslawien, Österreich und Belgien. Von 1993 bis 1994 trainierte er die kroatische Nationalmannschaft. Er gilt in seinem Heimatland als Nationalheld. Dort stören sich auch nur wenige an seinen homophoben Ausbrüchen: So wurde er 2010 als kroatischer Verbandspräsident bestätigt – genau einen Monat, nachdem die Äußerungen gegen Homosexuelle veröffentlicht worden waren und die UEFA bereits ihre Ermittlungen eingeleitet hatte. Im Mai dieses Jahres trat er schließlich aus Altersgründen zurück. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.11.2012, 19:54h
  • Das geschieht ihm ganz recht! Die Geldstrafe ist in ihrer Höhe vollkommen angemessen!
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#2 PeerAnonym
  • 08.11.2012, 20:36h
  • Bravo!

    10.000 Euro Strafe und eine öffentliche Entschildigung sind schon ein guter Anfang...
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#3 HannibalEhemaliges Profil
#4 herve64Profil
  • 25.11.2012, 12:02hMünchen
  • Die Strafe ist eine Sache und geht in Ordnung. Was von dieser "Entschuldigung" zu halten sein wird, sollte aber auch jedem klar sein: nichts nämlich, da sie nicht aus Überzeugung erfolgt, sondern unter Druck.
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