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  • 12.11.2012           15      Teilen:   |

HIV für "Einsteiger" (2)

Viruslast und Helferzellen – die wichtigsten Indikatoren

Geradezu poetisch: Eine Helferzelle, die Wissenschaftler visualisiert haben. - Quelle: National Institute of Allergy and Infectious Diseases, National Institute of Health
Geradezu poetisch: Eine Helferzelle, die Wissenschaftler visualisiert haben. (Bild: National Institute of Allergy and Infectious Diseases, National Institute of Health)

Im Jahr 2011 erhielten 1.574 schwule Männer die Diagnose HIV+. Jeder von ihnen hat zu Beginn eine Menge an Fragen. Ein paar Antworten zu Laborwerten.

Von Christian Scheuß

Mit der Diagnose HIV-positiv in der Hand beginnt für die Betroffenen das "Medizin-Studium". Vergleichbar mit anderen chronischen Erkrankung beginnt fast reflexhaft eine intensive Beschäftigung mit Symptomen, Krankheitsverläufen und Therapien. Man lernt die Namen von Medikamenten und ihren enthaltenen Wirkstoffen kennen, weiß bald, was Compliance bedeutet, wie Resistenzen entstehen oder wo Komplementärtherapien unterstützend helfen können. Wissen ist in diesem Fall eine ganz große Macht. Man versteht nicht nur, wovon der behandelnde Arzt redet, man lernt auch einzuschätzen, ob der Doc auf dem neuesten Stand der rasch fortschreitenden medizinischen Erkenntnisse ist. Man kann mit ihm auf Augenhöhe über so wichtige Dinge wie den Zeitpunkt des Therapiebeginns diskutieren.

Dann gibt es auch noch die Zahlenkolonnen, die alle drei Monate aus dem Labor auf dem Schreibtisch des Arztes landen. Die spezifischen Marker zur Einschätzung, wie stark das Immunsystem derzeit ist oder wie mächtig die Zerstörungskraft der HI-Viren, steht im Mittelpunkt des Quartals-Checks. Dazu kommen noch viele weitere Werte, die im so genannten "Blutbild" zusammengefasst sind.

Viruslast und Helferzellenzahl sind die wichtigsten Werte. Das menschliche Immunsystem ist in der Regel in den ersten Jahren noch in der Lage, den Infektionsverlauf in Schach zu halten. Die Behandlung mit den teuren Medikamenten, die von Nebenwirkungen begleitet werden, beginnt deshalb erst, wenn die Zahl der Viren einen bestimmten Level überschritten und die Zahl der Helferzellen – dem Verteidigungssystem des Körpers – einen Wert unterschritten haben.

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Viruslast von 100.000 auf Null, dann klappt das Immunsystem weiter

Auch per Excel-Tabelle lassen sich die eigene Werte anschaulich darstellen - Quelle: Screenshot
Auch per Excel-Tabelle lassen sich die eigene Werte anschaulich darstellen (Bild: Screenshot)

In den vergangenen Jahren sind die Empfehlungen, bei welchen Werten man am besten mit der Therapie startet dem Stand der Forschungen zur Effektivität der Medikamente angepasst worden. Laut der aktuellen Broschüre "HIV-Infektionen und Therapie" der Deutschen Aids-Hilfe von 2011 gilt derzeit: Bei einer Helferzellenzahl von unter 200 Kopien pro ul Blut ist der Therapiestart "unverzüglich empfohlen." Liegt die Zahl zwischen 200 und 500 Kopien (abhängig von einer evtl. vorliegenden Co-Erkrankung wie Hepatitis) wird der Beginn ganz generell empfohlen. Patienten mit darüber liegenden Werten wird der Start nur dann empfohlen, wenn die Viruslast hochschnellt auf über 100.000 Kopien pro ml Blut, wenn der Patient älter als 50 ist oder beispielsweise eine Krebserkrankung existiert.

Ziel der antiretroviralen Therapie ist es, die Viruslast unter einen mit Standardmethoden nicht mehr ermittelbaren Wert, der "Nachweisgrenze" zu drücken. Die Zahl der Helferzellen steigt dadurch wieder in Höhen, die einen ausreichenden Schutz gegen die alltäglichen Angriffe von Keimen, Infektionen und Bakterien gewährleisten. Erfolgte der Therapiestart zum optimalen Zeitpunkt und erfolgt die Einnahme der Medikamente regelmäßig, kann das Immunsystem die alte Stärke, die es vor der HIV-Infektion hatte, erlangen und die Viruslast dauerhaft nahe Null bleiben.

  Disclaimer
Dieser Artikel wurde inhaltlich frei von einem queer.de-Autoren verfasst. Der Themenkanal "Gesundheit HIV+" wird durch Unterstützung von "GILEAD Sciences GmbH" ermöglicht.
Links zum Thema:
» DAH-Broschüre "HIV-Infektion und Therapie" als PDF
» DAH-Info: "Laborwerte und was sie bedeuten" als PDF
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Tags: hiv, viruslast, gesundheitscheck, laborwerte
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Reaktionen zu "Viruslast und Helferzellen – die wichtigsten Indikatoren"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
12.11.2012
09:20:07


(-1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Am 01.12.2012 ist Welt-AIDS-Tag!


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#2
12.11.2012
10:54:20


(0, 4 Votes)

Von EhemannBi


Kann man eigentlich von einem Infizierten angesteckt werden, wenn man Oralsex empfängt?

Hab da ein kleines unregelmäßiges Hobby ;-))

Gero


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#3
12.11.2012
12:36:52
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von Hannibal im Exil
Antwort zu Kommentar #2 von EhemannBi


Ich hoffe, du f*ckst deine Frau mit Gummi!


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#4
12.11.2012
12:52:05


(0, 4 Votes)

Von EhemannBi
Antwort zu Kommentar #3 von Hannibal im Exil


Deswegen frage ich ja. Die AIDS-Hilfe sagt, es gebe null Risiko bei passivem Oralverkehr.

Welcher Ehemann macht es Zuhause denn mit Gummi?!

Gero


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#5
12.11.2012
13:00:46
Via Handy


(+1, 5 Votes)

Von soundso
Antwort zu Kommentar #2 von EhemannBi


Ach Leo, egal unter welchem Nick Du schreibt. Man erkennt dich immer wieder.


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#6
12.11.2012
14:19:58


(+2, 4 Votes)

Von Moralapostel
Antwort zu Kommentar #2 von EhemannBi


Unwahrscheinlich. Vielleicht wenn der Bläser eine blutende Wunde im Mund hat und du eine am Schwanz.

Aber andere Krankheiten können übertragen werden und das deutlich einfacher, oft merkst du davon garnichts zumindest am Anfang.

Deine Frau würde sicher begeistert sein, wenn sie plötzlich Tripper oder Herpes hat und keine Ahnung woher das kommt.


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#7
12.11.2012
15:32:09
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Hannibal im Exil
Antwort zu Kommentar #4 von EhemannBi


Wie ich dich einschätze, lässt du dir aber ins Maul abrotzen. Zu 2.: Weiss ich nicht, ich war noch nie Ehemann. Ehefrau auch nicht.


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#8
12.11.2012
16:03:17
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von Hannibal im Exil
Antwort zu Kommentar #6 von Moralapostel


Syphilis wird neuerdings auch wieder gern genommen! Das Beste dabeimerkt man machmal gar nicht und wird erst als Neurosyph diagnostiziert. Dann ist man schon halb verblödet. Mutti bedankt sich!


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#9
12.11.2012
20:10:39


(-1, 5 Votes)

Von EhemannBi
Antwort zu Kommentar #8 von Hannibal im Exil


Wer lesen kann ist klar im Vorteil: Ich empfange lediglich liebend gerne Oralverkehr, gebe aber keinen.
Danach wasche ich auch ordentlich den kleinen Mann mit Seife und heißem Wasser.
Die Krankheiten sind mir bekannt, aber was soll ich machen? Zu Nutten gehen wie meine Kollegen? Oder Damen abschleppen ohne Gummi, weil sie die Pille nehmen?


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#10
12.11.2012
21:19:07


(+4, 4 Votes)

Von F*icken
Antwort zu Kommentar #3 von Hannibal im Exil


Ich habe mir das ja auch mal angetan, aber was f*icken heißt, weiß ich erst, seitdem ich selbstbewusst schwul bin.


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