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Geradezu poetisch: Eine Helferzelle, die Wissenschaftler visualisiert haben. (Bild: National Institute of Allergy and Infectious Diseases, National Institute of Health)

Im Jahr 2011 erhielten 1.574 schwule Männer die Diagnose HIV+. Jeder von ihnen hat zu Beginn eine Menge an Fragen. Ein paar Antworten zu Laborwerten.

Von Christian Scheuß

Mit der Diagnose HIV-positiv in der Hand beginnt für die Betroffenen das "Medizin-Studium". Vergleichbar mit anderen chronischen Erkrankung beginnt fast reflexhaft eine intensive Beschäftigung mit Symptomen, Krankheitsverläufen und Therapien. Man lernt die Namen von Medikamenten und ihren enthaltenen Wirkstoffen kennen, weiß bald, was Compliance bedeutet, wie Resistenzen entstehen oder wo Komplementärtherapien unterstützend helfen können. Wissen ist in diesem Fall eine ganz große Macht. Man versteht nicht nur, wovon der behandelnde Arzt redet, man lernt auch einzuschätzen, ob der Doc auf dem neuesten Stand der rasch fortschreitenden medizinischen Erkenntnisse ist. Man kann mit ihm auf Augenhöhe über so wichtige Dinge wie den Zeitpunkt des Therapiebeginns diskutieren.

Dann gibt es auch noch die Zahlenkolonnen, die alle drei Monate aus dem Labor auf dem Schreibtisch des Arztes landen. Die spezifischen Marker zur Einschätzung, wie stark das Immunsystem derzeit ist oder wie mächtig die Zerstörungskraft der HI-Viren, steht im Mittelpunkt des Quartals-Checks. Dazu kommen noch viele weitere Werte, die im so genannten "Blutbild" zusammengefasst sind.

Viruslast und Helferzellenzahl sind die wichtigsten Werte. Das menschliche Immunsystem ist in der Regel in den ersten Jahren noch in der Lage, den Infektionsverlauf in Schach zu halten. Die Behandlung mit den teuren Medikamenten, die von Nebenwirkungen begleitet werden, beginnt deshalb erst, wenn die Zahl der Viren einen bestimmten Level überschritten und die Zahl der Helferzellen – dem Verteidigungssystem des Körpers – einen Wert unterschritten haben.

Viruslast von 100.000 auf Null, dann klappt das Immunsystem weiter


Auch per Excel-Tabelle lassen sich die eigene Werte anschaulich darstellen (Bild: Screenshot)

In den vergangenen Jahren sind die Empfehlungen, bei welchen Werten man am besten mit der Therapie startet dem Stand der Forschungen zur Effektivität der Medikamente angepasst worden. Laut der aktuellen Broschüre "HIV-Infektionen und Therapie" der Deutschen Aids-Hilfe von 2011 gilt derzeit: Bei einer Helferzellenzahl von unter 200 Kopien pro ul Blut ist der Therapiestart "unverzüglich empfohlen." Liegt die Zahl zwischen 200 und 500 Kopien (abhängig von einer evtl. vorliegenden Co-Erkrankung wie Hepatitis) wird der Beginn ganz generell empfohlen. Patienten mit darüber liegenden Werten wird der Start nur dann empfohlen, wenn die Viruslast hochschnellt auf über 100.000 Kopien pro ml Blut, wenn der Patient älter als 50 ist oder beispielsweise eine Krebserkrankung existiert.

Ziel der antiretroviralen Therapie ist es, die Viruslast unter einen mit Standardmethoden nicht mehr ermittelbaren Wert, der "Nachweisgrenze" zu drücken. Die Zahl der Helferzellen steigt dadurch wieder in Höhen, die einen ausreichenden Schutz gegen die alltäglichen Angriffe von Keimen, Infektionen und Bakterien gewährleisten. Erfolgte der Therapiestart zum optimalen Zeitpunkt und erfolgt die Einnahme der Medikamente regelmäßig, kann das Immunsystem die alte Stärke, die es vor der HIV-Infektion hatte, erlangen und die Viruslast dauerhaft nahe Null bleiben.

Disclaimer

Dieser Artikel wurde inhaltlich frei von einem queer.de-Autoren verfasst. Der Themenkanal "Gesundheit HIV+" wird durch Unterstützung von "GILEAD Sciences GmbH" ermöglicht.


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 EhemannBiAnonym
  • 12.11.2012, 10:54h
  • Kann man eigentlich von einem Infizierten angesteckt werden, wenn man Oralsex empfängt?

    Hab da ein kleines unregelmäßiges Hobby ;-))

    Gero
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#3 Hannibal im ExilAnonym
#4 EhemannBiAnonym
#5 soundsoAnonym
#6 MoralapostelAnonym
  • 12.11.2012, 14:19h
  • Antwort auf #2 von EhemannBi
  • Unwahrscheinlich. Vielleicht wenn der Bläser eine blutende Wunde im Mund hat und du eine am Schwanz.

    Aber andere Krankheiten können übertragen werden und das deutlich einfacher, oft merkst du davon garnichts zumindest am Anfang.

    Deine Frau würde sicher begeistert sein, wenn sie plötzlich Tripper oder Herpes hat und keine Ahnung woher das kommt.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Hannibal im ExilAnonym
#8 Hannibal im ExilAnonym
#9 EhemannBiAnonym
  • 12.11.2012, 20:10h
  • Antwort auf #8 von Hannibal im Exil
  • Wer lesen kann ist klar im Vorteil: Ich empfange lediglich liebend gerne Oralverkehr, gebe aber keinen.
    Danach wasche ich auch ordentlich den kleinen Mann mit Seife und heißem Wasser.
    Die Krankheiten sind mir bekannt, aber was soll ich machen? Zu Nutten gehen wie meine Kollegen? Oder Damen abschleppen ohne Gummi, weil sie die Pille nehmen?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 F*ickenAnonym