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Gay Travel Südamerika

Argentinien von hinten


Argentinien jenseits der Haupttouripfade entdecken (Bild: www.juanberturismo.com)

In den Anden Patagoniens lernt man Argentinien per Weinprobe und auf Skiern abseits der Touristenpfade kennen.

Von Jürgen Bieniek

Wer sich nach dem Besuch der "alten Diva" Buenos Aires auf den Weg ins Landesinnere macht, wird angesichts der Vielfalt an Optionen mit der Frage konfrontiert: Wohin? Schon Argentiniens Hauptstadt (queer.de berichtete) nimmt eine gute Woche in Anspruch. Wer den "Rest" des Landes – 3.700 Kilometer sind es allein von Norden nach Süden! – kennenlernen möchte, hat entweder viel Zeit und Geld – oder die Qual der Wahl. Ob die weltberühmten Wasserfälle von Iguazú im Nordosten oder die gigantischen Gletscher von Calafate im Süden des Landes – hier lernt man Argentinien etwas abseits der Touristenpfade in den Anden Patagoniens kennen.

Die Reise beginnt in Neuquén, eine gute Flugstunde oder 1.150 Kilometer südwestlich von Buenos Aires entfernt. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz ist Ausgangspunkt der "patagonischen Weinroute", auf der mehrere Weingüter Führungen und Verkostungen anbieten. Besonders empfehlenswert ist das Weingut der "Familia Schroeder", deren exzellenten Malbec man nach der Tour gleich im hauseigenen Restaurant "Saurus" genießen kann. Der Name spielt auf die Dinoknochen an, die hier gefunden wurden und in einem kleinen Museum neben alten Weinfässern zu besichtigen sind. Ganze Skelette hat man hingegen im "Tal der Dinosaurier", einer der reichsten paläontologischen Fundstellen der Welt, ausgegraben. Mehrere Museen zeigen die fossilen Titanen in Originalgröße, und in Barreales, rund 60 Kilometer nördlich von Neuquén, kann man sogar originale Fußabdrücke bestaunen.

Durch die argentinische Pampa zu den Schmelzwasserseen


Skilaufen in den Anden mit argentinischen Skihasen (Bild: barilochegaytravel)

Zurück in die Neuzeit. Per Mietwagen geht es weiter Richtung Anden, schnurstracks durch die argentinische Pampa. Nach 350 Kilometern durch die flache Grassteppe nimmt die Landschaft mit den ersten Ausläufern der Anden allmählich Konturen an. Nächste Station ist das beschauliche San Martín de los Andes am Lago Lácar, ein Touristen-Hotspot auf 640 Metern mitten in den argentinischen Anden.

Wandern durch andine Berglandschaften, Reiten, Mountainbiking, Kanufahren, Kayaking, Fliegenfischen, bei dem der Fisch nach dem Fang wieder freigelassen wird, und Baden in glasklaren Schmelzwasserseen gehören zu den populären Outdooraktivitäten im Sommer. Im Winter (Juni-September) tummeln sich hier Skifahrer und Snowboarder aus dem In- und Ausland. Und wer lieber eine ruhige Kugel schiebt: Der wenige Kilometer entfernte Golfplatz von Chapelco zählt nicht nur wegen des imposanten Bergpanoramas zu den besten des Landes.

Auf der "Route der 7 Seen" geht es weiter durch die schönsten Andenlandschaften Patagoniens. Im Herbst und Frühjahr ist man hier fast ganz allein unterwegs. Der nächstgrößere Ort Richtung Süden ist Villa La Angostura am Nordrand des größten Sees Lago Nahuel Huapi. Im Sommer locken hier Badebuchten und zahlreiche Angebote für sanften Wassersport. Hauptattraktion ist die Halbinsel Quetrihué. Ihr größter Schatz: Ein Wald aus bis zu 600 Jahre alten Arrayán-Bäumen, einer Myrtenart, die einzig auf der Welt nur hier vorkommt. Den "Märchenwald" erreicht man zu Land auf einer Wanderung oder per Mountainbike, oder man bucht einen Segeltörn zur Südspitze der Halbinsel.

Menschen hinter dem Berg, Männer auf dem Berg


Cristian Signorelli (li.) bietet Packages für Schwule und Lesben an (Bild: barilochegaytravel)

Nach gut einer Woche Outdoor und Natur pur wird es Zeit für ein wenig Stadtluft. San Carlos de Bariloche (770 m) ist Endstation der Seenroute und mit über 100.000 Einwohnern die größte Stadt am Lago Nahuel Huapi. Knapp eine Million Touristen jährlich machen das Herz der "Argentinischen Schweiz" zum pulsierenden Zentrum, wo man auch anderen Urlaubsfreuden wie Shopping und Nightlife frönen kann. Explizite Gay Locations gibt es zwar nicht, aber mehrere Clubs und Bars präsentieren sich als gayfriendly.

Besonders beliebt ist Bariloche wegen seines Skigebiets Cerro Catedral, eines der größten des Kontinents. Von Argentiniern abgesehen, stürmen vor allem Skifahrer und Snowboarder aus Brasilien, Chile und anderen südamerikanischen Ländern im Winter die Skipisten.

Der Name Bariloche stammt übrigens vom indianischen Mapuche-Wort "Vuriloche" ab, was so viel wie "Menschen hinter dem Berg" bedeutet. Dass man hier in Sachen Gay Tourismus gar nicht "hinter dem Berg" lebt, stellte man erst kürzlich unter Beweis. Anfang September fand hier mit Unterstützung des Tourismusbüros und lokaler Unternehmen die erste Gay Ski Week Südamerikas statt. Mit großer Resonanz. Cristian Signorelli, Organisator des Events und Mitinhaber des schwulen Reiseanbieters "Bariloche Gay Travel", hat bereits die letzte Augustwoche 2013 für die zweite Ausgabe der "Fiesta de la Nieve Gay" festgelegt.

Infos & Tipps

- Die niederländische Airline KLM bietet günstige Tickets zum Komplettpreis ab 769 Euro an (ab Amsterdam, inkl. Zubringerflüge ab zehn deutschen Städten).

- Beste Reisezeit für Patagoniens Andenregion sind die europäischen Herbst- und Wintermonate (dann ist dort Frühling und Sommer), ausgenommen Wintersportfans, die sollten zwischen Juni und September reisen.

- Inlandsflüge ab Buenos Aires nach Neuquén oder Bariloche mit Aerolíneas Argentinas.

- Touristinfos zu allen genannten Orten beim Argentinischen Tourismusbüro (auch in Deutsch).

- Touristinfos zur Provinz Neuquén mit den Orten San Martín de los Andes, Villa La Angostura und die "Route der 7 Seen".

– Weingut & Restaurant Familia Schroeder, San Patricio del Chañar.

- San Martín de los Andes – Tipp für Übernachtung: La Casa de Eugenia.

- Villa La Angostura – Tipp für Übernachtung: Hotel Sol Arrayán. Segeltörn & Tourenangebote bei Perla Negra.

- Touristinfos zu San Carlos de Bariloche, Infos zum schwulen Reiseanbieter und der Gay Ski Week.