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Autrittsverbot angedroht

Ein schwuler Kuss erschüttert Vietnam


Dieses Bild hat in Vietnam für Empörung gesorgt

Das vietnamesische Kulturministerium droht dem bekanntesten Popstar des Landes mit einem Auftrittsverbot, weil er in der Öffentlichkeit einen buddhistischen Mönch geküsst hatte.

"Dieses Verhalten war anstößig und sollte bestraft werden", erklärte das Ministerium in einer Pressemitteilung am Dienstag, nachdem ein Bild des Sängers Dam Vinh Hung im Internet aufgetaucht ist, in dem er bei einer Benefizveranstaltung einem Mönch einen Schmatzer auf den Mund gibt. Ein Sprecher der Regierung wurde auf Anfrage der dpa konkreter: "Es ist ungehörig, einen buddhistischen Mönch auf den Mund zu küssen. Unsere Gesellschaft ist nicht bereit für homosexuelle Küsse", so Vuong Duy Bien, der die Abteilung für darstellende Künste im Kulturministerium leitet.

Der Kuss ereignete sich in einem Club in Ho-Chi-Minh-Stadt. Bei einer Veranstaltung wurde Geld für Tumorpatienten gesammelt. Hung hat deshalb eine Flasche Wein versteigert – und versprochen, dass er den Sieger als Dankeschön einen Kuss geben werde. Schließlich ersteigerten zwei Mönche den Wein für 55 Millionen Dong (2.000 Euro). Der Popstar löste daraufhin sein Versprechen ein. Er küsste einen Mönch auf den Mund und den anderen auf die linke Hand.

Mönche haben Kontaktsperre

Auch die beiden Mönche wurden für die "Tat" bestraft. Sie dürfen in den nächsten drei Monaten das Kloster nicht verlassen und keinen Kontakt zur Außenwelt haben. Dong droht ein dreimonatiges Auftrittsverbot und eine Geldstrafe.

In Vietnam hat es hat zwar nie ausdrücklich Gesetze gegen Schwule und Lesben gegeben, allerdings ist Homosexualität in der Gesellschaft verpönt, weil sich diese sexuelle Orientierung gegen das konfuzianische Idealbild der Familie richtet. Auch die Kommunisten, die das Land seit Jahrzehnten in einer Ein-Parteien-Diktatur regieren, haben in der Vergangenheit Homosexualität immer wieder als "gesellschaftliches Übel" bezeichnet und mit Prostitution, Glücksspiel und Drogenmissbrauch verglichen.

Dennoch haben Homo-Aktivisten in den letzten Jahren damit begonnen, sich zu organisieren. Im August wurde der erste CSD des Landes in Hanoi ausgetragen (queer.de berichtete). Zudem hat der Justizminister vor wenigen Monaten erstmals erklärt, dass auch gleichgeschlechtliche Paare vom Staat geschützt werden sollten (queer.de berichtete). (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.11.2012, 16:41h
  • Küssen ist etwas ganz Natürliches und Schönes und die Kommunistische Partei in Vietnam soll sich mal nicht so anstellen! Wer die Homoehe einführen und gleichgeschlechtliche Paare schützen will, der muß das aushalten!
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#2 hinweisAnonym
  • 15.11.2012, 17:23h
  • nicht jeder, der sich auf der welt kommunistisch nennt, ist es auch.
    nicht jeder, der sich demokratisch nennt, ist es auch.
    nicht jeder, der sich sozial nennt, ist es auch.
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#3 DizzydevilAnonym
#4 Timm JohannesAnonym
  • 15.11.2012, 19:15h
  • Also Vietnam wurde massiv in den letzten Jahrzehnten von einer kommunistischen Führung regiert, das ist klar, und da hat der Autor auch Recht.

    Im Hinblick aber auf Vietnam das konfuzianische Familienbld anzusprechen, ist eher verfehlt.

    Zwar hat der Konfuzianismus auch auf Vietnam Einfluss gehabt, insbesondere durch die chinesischen Händler, aber es ist doch in erster Linie der Buddhismus der Vietnam historisch geprägt hat.

    Daher halte ich es eher für falsch, wenn in diesem Artikel der Konfuzianismus als Argumentationslinie verwendet wird.

    ----
    Hier ist dann doch eher vor allem die gesellschaftliche südostasiatische Haltung vor allem die Hauptursache des aktuellen Vorgangs, wonach Sexualität/Küsse nicht in der Öffentlichkeit gezeigt werden "sollen" und als Teil des Privatlebens zuhause nur in der Wohnung erfolgen "soll".

    Das Thema ist aber derart komplex, was die südostasiatische Verhaltensweise in der Öffentlichkeit angeht, das dies kaum in einem Artikel darstellbar ist. So gesehen ist der Artikel der Queer dann doch gut geschrieben.
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#5 Miguel53deProfil
#6 hankeat
  • 16.11.2012, 10:55h
  • Es gibt einige Probleme in diesem Vorfall:
    1) Mönche dürfen keinen Alkohol kaufen und trinken.
    2) Mönche dürfen keinen Körperkontakt haben.
    Es würde nicht so ernsthaft, wenn sie keine Mönche wären.
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#9 RudravarmanProfil
  • 01.03.2013, 06:21hCan Tho
  • Antwort auf #4 von Timm Johannes
  • Entschuldigung, aber was du schreibst ist purer Blödsinn. Natürlich hat der Konfuzianismus die vietnamesische Gesellschaft tief durchdrungen, er war offizielle Doktrin bis in die Gegenwart. Die Versuche der KP, dies zu unterbinden haben aber kaum etwas gefruchtet. Der Buddhismus dagegen ist zwar präsent, hat aber kaum Einfluss auf die Sozialstrukturen gehabt.
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