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In der SWR-Dokumentation "Wohin treibt die katholische Kirche" präsentiert sich Priester Hendrick Jolie als konservativer Christ

Der katholische Priester Hendrick Jolie aus dem Bistum Mainz hat zugegeben, Texte auf dem Portal kreuz.net veröffentlicht zu haben.

Der Mitbegründer des konservativen Netzwerks katholischer Priester war bereits vor gut einer Woche vom "Spiegel" als ein Kommentator auf kreuz.net benannt worden, stritt aber jegliche Verbindung ab (queer.de berichtete). Jetzt hat der katholische Funktionär einen "leichtfertigen Umgang mit dem anonymen Portal" zugegeben. Auf der Website des Priesternetzwerks erklärte er, er sein kein "ausgewiesener Autor von kreuz.net", habe aber Postings im Kommentarbereich hinterlassen und Mails an die Redaktion geschrieben. In der Pressemitteilung beteuerte er, dass er nicht nicht die wahren Ziele der Seite erkannt habe und bedauere, dass dadurch der Eindruck entstanden sei, er stünde "rassistischem, anti-jüdischem oder homophobem Gedankengut nahe". Dieser Eindruck sei falsch. Auch das Netzwerk katholischer Priester distanzierte "sich in aller Deutlichkeit von jeglichen Veröffentlichungen der Internetseite kreuz.net".

Die Hassseite publiziert bereits seit Jahren schwulenfeindliche Texte in deutscher Sprache. Weil sie ihre Server heimlich im Ausland betreibt, ist eine strafrechtliche Verfolgung jedoch schwierig. Der breiten Öffentlichkeit wurde die Seite erst nach einem gehässigen Artikel über den verstorbenen Komiker Dirk Bach bekannt, der als "homosexueller Sittenverderber" gebrandmarkt wurde. Die katholische Kirche distanzierte sich daraufhin deutlich von dem Portal. Hans Langendörfer von der Deutschen Bischofskonferenz versprach, dass die Kirche mit "allen uns möglichen arbeits- und dienstrechtlichen Mitteln" gegen kreuz.net-Autoren vorgehen werde.

"Klare Konsequenzen" von Kirche gefordert


Volker Beck (Grüne)

Der Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck fordert nun die katholische Kirche auf, den Worten Taten folgen zu lassen und "kirchenrechtliche Konsequenzen" gegen Jolie einzuleiten: "Die Ausrede Jolies, er habe nicht gewusst, was das für eine Seite ist, kann man nicht mal als alberne Ausrede gelten lassen. Eine Seite für Kochrezepte ist Kreuz.net sicher nicht", so Beck. "Wer sich mit dieser Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit gemein macht, muss für eine Kirche in der demokratischen Gesellschaft untragbar sein". Beck erklärte, dass das Image der Kirche "schwer beschädigt" werden würde, wenn jetzt "keine klaren Konsequenzen" gezogen würden.

Die von David Berger geleitete Initiative "Stoppt kreuz.net" des Bruno Gmünder Verlags hatte der Staatsanwaltschaft vor gut einer Woche Hinweise über das Mitwirken von fünf Mitarbeitern der katholischen Kirche auf kreuz.net übergeben. Zudem hat Volker Beck den Verfassungsschutz eingeschaltet (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Thorsten1Profil
  • 16.11.2012, 13:10hBerlin
  • Vergesst über kreuz.net nicht die andere homophobe Hassseite www.kreuzgang.org!
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#2 KarllAnonym
  • 16.11.2012, 13:17h
  • Wann endlich jagt der Verband der Kirchengemeinden Darmstadt-Ost diesen Pfarrer zum Teufel?
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#3 TheSumOfUSProfil
  • 16.11.2012, 13:28hStuttgart
  • aus der klarstellung des netzwerks katholischer priester:
    "Das Netzwerk katholischer Priester distanziert sich in aller Deutlichkeit von jeglichen Veröffentlichungen der Internetseite kreuz.net, die diffamierend und diskriminierend wirken und dadurch geeignet sein können, auf volksverhetzende, antisemitische, menschenverachtende oder kirchenfeindliche Weise personale Rechte und Gefühle von Menschen zu verletzen."

    Eine distanzierung gegenüber der hetze gegen homosexuelle findet man nicht. anscheinend ist es für die priester in ordnung wenn schwule an rosa baukranen aufgehängt werden.

    www.priesternetzwerk.net/grossgalerie13_9____13205.html
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#4 XX1XXAnonym
#5 Timm JohannesAnonym
  • 16.11.2012, 13:56h
  • Die Katholische Kirchenleitung ist nunmehr klar gefordert, disziplinarrechtliche Schritte gegen Jolie anzugehen.

    Die Ausrede von Herrn Jolie ist nicht glaubwürdig. Seit Jahren ist bekannt, dass kreuz.net eine rechtsradikale, homophobe und antisemitische Seite ist.
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#6 sidolinAnonym
#7 Johannes1989Profil
  • 16.11.2012, 14:43hBonn
  • Treffend auch der Kommentar in der SZ von heute dazu: "Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) drohte Geistlichen, die auf kreuz.net veröffentlichen, vor wenigen Wochen mit arbeitsrechtlichen Schritten. "Für katholische Priester ist kreuz.net keine Plattform!", betont DBK-Sprecher Matthias Kopp auch nach dem erzwungenen Outing des Pfarrers Jolie, das pikanterweise nicht auf die Initiative der Kirche selbst zurückgeht, sondern auf eine Aktion von Homosexuellen. Der Berliner Bruno-Gmünder-Verlag hatte sie mit dem schwulen Theologen David Berger gestartet, nachdem auf 'kreuz.net' der schwule Fernsehmoderator Dirk Bach posthum aufs Übelste verunglimpft worden war. Für arbeitsrechtliche Schritte gegen Hendrick Jolie ist nun aber das Bistum Mainz zuständig. Der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann ist ein gütiger Mann. Das könnte Jolie helfen."
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#8 MiroAnonym
  • 16.11.2012, 15:23h
  • Distanzierungen und Dementis: Zwei Dinge, die man unbedingt lassen sollen, wie sehr einen auch andere dazu treiben wollen, denn sie werden in der Öffentlichkeit wie Schuldeingeständnisse wahrgenommen.

    Aber Jolies Texte und Kommentaren enthalten nichts Anrüchiges und schon garnichts Strafbares, sie sind halt nur nicht homo-links-grün, sondern christlich-katholisch.

    So what?
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 16.11.2012, 15:46h
  • Antwort auf #8 von Miro
  • "homo-links-grün"?

    Was soll denn das sein?

    Wir stehen unter dem Schutz von Artikel 3 Grundgesetz. Das gilt nicht nur für Linke oder Grüne, sondern auch für den römischen Klerikalismus.

    "Die Anforderungen an die Rechtfertigung einer ungleichen Behandlung von Personengruppen sind umso strenger, je mehr sich die zur Unterscheidung führenden
    personenbezogenen Merkmale den in Art. 3 Abs. 3 GG genannten Merkmalen
    annähern, das heißt je größer die Gefahr ist, dass eine an sie anknüpfende Ungleichbehandlung zur Diskriminierung einer Minderheit führt. Dies ist etwa bei Differenzierungen nach der sexuellen Orientierung der Fall." (Bundesverfassungsgericht 19.6.2012)

    Wer also in einem diskriminierenden, ja evtl. volksverhetzenden Medium publiziert, setzt sich dem Verdacht der Verfassungsfeindlichkeit aus.

    Man kann nicht als katholischer Kleriker staatliche Privilegien ohne Ende genießen und gleichzeitig die staatliche Rechtsordnung untergraben. So einfach ist das.
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#10 MiroAnonym
  • 16.11.2012, 16:00h
  • Antwort auf #9 von goddamn liberal
  • "Man kann nicht als katholischer Kleriker staatliche Privilegien ohne Ende genießen und gleichzeitig die staatliche Rechtsordnung untergraben."

    Das interessiert mich aber: Welche staatlichen Privilegien genießt ein Pfarrer und wo untergräbt Herr Jolie irgendeine Rechtsordnung?
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