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Vorwurf der Blasphemie bei "Corpus Christi"

Athen geht gegen schwules Theaterstück vor


Orthodoxe und rechtsextreme Aktivisten haben gegen das amerikanische Theaterstück "Corpus Christi" in Athen protestiert

In Athen kann das Theaterstück "Corpus Christi" nicht aufgeführt werden, stattdessen werden Schauspieler und Produzenten wegen Blasphemie angeklagt – ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren.

Das 1997 vom Amerikaner Terrence McNally verfasste Stück handelt von Jesus und seinen Aposteln, die Geschichte ist aber ins Texas der 50er Jahre verlegt worden und zeigt die Hauptfiguren als schwule Männer. Das Stück war bereits Anfang des Monats nach Protesten von orthodoxen Priestern und der rechtsextremistischen Partei "Goldene Morgendämmerung" abgesagt worden. Dabei kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, hat nun die Staatsanwaltschaft formal Ermittlungen gegen mehrere Beteiligte aufgenommen. Unter anderem hatte Bischof Seraphim von Piräus Anzeige erstattet. Seraphim hatte 2010 weltweit für Empörung gesorgt, als er "zionistische Juden" für die griechische Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht hatte. Er erklärte nun, "Corpus Christi" beleidige orthodoxe Christen und sei "boshafte Blasphemie".

Der Regisseur von "Corpus Christi" in Athen, der albanischstämmige Laertis Vasiliou, zeigte sich über die Anklage entrüstet. Statt nach Steuerhinterziehern zu fahnden, die das Volk ruinierten, würde nun die Kunstfreiheit eingeschränkt: "Viele Menschen rauben das Land aus und müssen nicht ins Gefängnis, aber die Staatsanwaltschaft geht gegen Kunst vor", so Vasilou. Anklagen wegen Blasphemie sind in Griechenland sehr selten.

Das Stück "Corpus Christi" hat bereits bei der Aufführung in mehreren Ländern zu Protesten geführt. Bislang wurde jedoch noch niemand wegen des Stücks von einem Gericht verurteilt.

Als das Stück 1998 in New York City uraufgeführt wurde, erhielt der Autor Todesdrohungen und musste von Polizeibeamten geschützt werden. In Deutschland protestierten bei Aufführungen unter anderem Aktivisten der Partei bibeltreuer Christen für ein Verbot des Stückes. (dk)



#1 XDASAnonym
  • 19.11.2012, 18:24h
  • Nicht nur, dass die sich ihre EU-Mitgliedschaft mit Lügen erkauft haben. Jetzt wo das alles zusammenbricht, dürfen wir die auch noch mit unseren Steuern retten.

    Wir müssen sparen, damit die weiterhin mit 55 in Rente gehen können.

    Und dann missachten die auch noch Rede- und Kunstfreiheit...
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#2 alexander
  • 19.11.2012, 18:25h
  • so war und ist es immer !
    in schlechten zeiten, greifen faschisten nach der macht und wollen die gunst der stunde nutzen !
    die (jeweiligen) sekten sind immer ganz vorne mit dabei !
    merkwürdig, dann ist schlagartig nicht mehr von traditionellen, künstlerischen werten die rede ???
    (die gerade griechenland in hohem maße seit der antike hat und die sehr kritisch waren !)
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#3 userer
  • 19.11.2012, 18:26h
  • Bildunterschrift: "Orthodoxe und rechtsextreme Aktivisten [...]"

    Ich finde diese Formulierung in der Bildunterschrift redundant.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.11.2012, 19:29h
  • Man sollte mit diesem Pack, was für das Verbot des Theaterstückes gesorgt hat, folgendes tun:

    Man locke sie unter einem Vorwand dorthin, wohin das Theaterstück aufgeführt wird. Danach fessele man sie an den Sitzen und schließt alle Fluchtwege ab! Das Stück sollte dann ganz normal aufgeführt werden! Vielleicht bekommt dann der eine oder andere einen solchen Schock dabei weg, daß er in Zukunft keine homophoben, ketzerischen sowie hetzerische Gedanken mehr hat oder es ihm aus seinem Schandmaul heraussprudelt!
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#5 HugoAnonym
  • 19.11.2012, 21:16h
  • Wie blöd kann die Menschheit noch werden. Hat die Menschheit nicht größere Probleme?
    Ich hab immer mehr in Verdacht, das die die Religionen, ich mein alle, es wollen, das viele Menschen hungern. Desto ärmer ein Mensch ist, desto radikaler verhält er sich und kann von den fanatikern hervorragend kontrolliert werden und natürlich beeinflußt werden.

    Gute Nacht Menschheit.

    PS: Ein größeres Monster als den Menschen, konnte die Natur nicht schaffen
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#6 Then And NowAnonym
  • 19.11.2012, 22:10h
  • Antwort auf #2 von alexander
  • Griechische Faschisten mit Polizisten im "Bürgerkrieg" gegen Migranten

    Die deutsch-französischen Initiativen befördern einen wachsenden Rassismus, der in regelrechte Pogrome kanalisiert wird. Ein Abgeordneter der "Goldenen Morgendämmerung" erklärt in einer Reportage des britischen Senders BBC, die Partei befände sich in einer "neuen Form von Bürgerkrieg" gegen Migranten. Videos zeigen, wie Migranten von Faschisten ebenso wie von der Polizei schikaniert, verprügelt und verletzt werden.

    Amnesty nimmt auch Bezug auf folterähnliche Misshandlungen von linken Demonstranten auf Polizeistationen: Polizisten hätten sie geschlagen, nackt gefilmt und ihre Haut verbrannt. Sie durften nicht mit Anwälten sprechen

    www.heise.de/tp/blogs/8/153059

    Fazit:

    "In schlechten Zeiten", in denen sich die breite Masse der Arbeiter_innen, der Jugend, der Armen und Unterdrückten gegen den immer schärferen Klassenkampf von oben - die Abwälzung der kapitalistischen Krise auf die Arbeiter_innenklasse - organisiert zur Wehr setzt und eine revolutionäre Entwicklung droht, ist der Faschismus für die herrschende Klasse das geeignete Mittel, um die Krisen- und Kriegsökonomie (Kapitalismus und Klassengesellschaft) auf brutalstmögliche Weise aufrechtzuerhalten. Siehe den letzten Anlauf des deutschen Imperialismus zur Unterwerfung Europas.
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#7 Axel StollAnonym
#8 Miguel53deProfil
  • 19.11.2012, 23:20hOttawa
  • Antwort auf #1 von XDAS
  • Ach weisst Du XDAS. So sehr ich gegen die Unterdrueckung aller Freiheiten und gegen jede Art der Zensur bin, Dein Beitrag ist keine Bereicherung.
    Zunaechst einmal hat das eine, die Freiheit der Kunst, mit dem anderen, der Wirtschaftskrise und Europa, nichts zu tun. Wenn auch insofern doch, als dass diese vermaledeite Krise radikales Gedankengut bestaerkt. Daran traegt die EU mit ihrem wirklich schlechten Management eine nicht gerade geringe Mitschuld.
    Auch durch Wiederholugen wird es nicht richtig oder richtiger. Auch in Griechenland gehen die Menschen im Allgemeinen nicht mit 55 in die Rente. Und die finanzielle so genannte Unterstuetzung Griechenlands dient fast ausschliesslich der Rettung Franzoesischer und Deutscher Banken, sowie der Ruestungsindustrie beider Laender. Griechenland sebst - und die einzelnen Griechen schon gar nicht - sehen davon auch nur einen Cent.
    Auch in Deutschland sind solche Auffuehrungen ja angegriffen und es ist dagegen geklagt worden. Blasphemie ist - trotz angeblicher Trennung von Staat und Kirche - immer noch ein Strafbestand. Und auch hier wird die Freiheit des Einzelnen immer wieder unterdrueckt.
    Vielleicht solltest Du mal die richtigen Zeitungen lesen, um besser ueber Griechenland und seine Probleme Bescheid zu wissen. Dann wuesstest Du auch, dass so gut wie alle EU-Staaten gegen ihre eigenen Kriterien verstossen haben. Auch und gerade die BRD. Nur das Deutschland auch in erheblichem Masse von der EU profitiert hat.
    Trotzdem ist es wahr: Eine Zensur darf es nicht geben. Auch nicht in der Kunst. Schon gar nicht in Europa.
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#9 AldiAnonym
  • 20.11.2012, 00:31h
  • In Griechenland ist die dortige orthodoxe Kirche sehr einflussreich und vor allem reich. Es ist kein Griechen- Bashing, wenn man es skandalös findet, dass diese natürlich auch keine Steuern zahlen muss. So wie die Reeder ja auch per Verfassung... eher bin ich enttäuscht, dass sich das Syriza- Bündnis gar nicht zu solchen Fällen äußert. Gerade bei diesem Alexis Tsipras denke ich immer: Mensch, der macht doch hier bei unseren Linken auch immer so einen auf "coole Sau". Kann der sich nicht auch für LGBT- Rechte einsetzen? Oder ist der gar nicht "links" und ist dieses Syriza- Bündnis nur ein Haufen frustrierter Beamter, die lediglich ihre alten Privilegien sichern wollen?

    Was die "Goldene Morgenröte" angeht gibts hier wenigstens etwas hoffnungsvolles von den Deutschgriechen:

    www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/manifest-deutschgriechen-
    machen-mobil-gegen-die-chrysi-avgi-a-865943.html
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#10 Miguel53deProfil
  • 20.11.2012, 03:21hOttawa
  • Antwort auf #9 von Aldi
  • Asolut richtig, was Du sagst. Und es ist auch kein Wunder, dass die orthodoxe Kirche und die "Morgenroete" gemeinsam marschieren. Das war schon immer so. Und eben auch nicht nur dort. Von Tsiparis hoert man ueberhaupt nicht viel. Es kann aber durchaus sein, dass er, wie bei uns die Linken auch, ein bisschen kleingehalten wird. Ich muss mal meine Freunde dort fragen.
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