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Die Boyband Union J mit Jaymi Hensley (rechts)

Die britische Original-Show "X-Factor" ist ein wenig erfolgreicher als unsere kleine VOX-Version: Aus ihr ging etwa die Boyband "One Direction" hervor, die bereits 50 Millionen Dollar Einnahmen generierte. Und dabei wurden die Jungs 2010 nur Dritte.

Auch in der aktuellen Staffel wird wieder der beste Beitrag des Jahres gesucht, mit dabei ist auch die ganz patriotisch "Union J" genannte Vier-Mann-Truppe, die sich am vergangenen Wochenende gegen eine andere Boyband durchsetzte. Hier schauten bis zu 19,4 Millionen Briten zu.

So mancher Kritiker sagt den Jungs eine große Karriere voraus, auch weil die Formel stimmt: Denn vor wenigen Tagen hatte das 22-jährige Bandmitglied Jaymi Hensley im Boulevardblatt "Sun" sein Coming-out als Schwuler – und er glaubt, dass dies ein gutes Omen für seine Boyband ist:

Ich wollte kein Coming-out in fünf Jahren, nachdem ich Geld gescheffelt und eine Karriere gehabt habe. Ich denke, niemand soll verstecken, wer er ist. […] Ich habe mit [X-Factor-Juror und Westlife/Boyzone-Produzent] Louis Walsh darüber gesprochen und er hat gesagt: "In beiden meiner großen Boybands gab es ein schwules Mitglied". Die Formel ist also gut! Jede Boyband sollte einen Schwulen dabeihaben. Und Louis hat dann bloß gesagt: "Mach's einfach". Ich bin schwul und war nie glücklicher.

Anders als Jaymi haben sich Mark Feehily von Westlife und der inzwischen verstorbene Stephen Gately von Boyzone erst Jahre nach Gründung der Band geoutet. Geschadet hat es den beiden irischen Bands nicht. Jetzt müssen nur noch genug kleine Mädchen (und kleine Jungs) Union-J-CDs erwerben, um die 20- bis 25-Prozent-Quotenregel bei Boybands zum Gesetz zu machen. Wenn sie es denn ins Finale schaffen und einen Plattenvertrag bekommen.

Wer interessiert ist, hier ist ein älterer X-Factor-Auftritt der Jungs:

Auch in England ist aber nicht alles Gold, was glänzt: Trotz kaum vorhandener Sangeskunst und Gegrummel von Juror Gary Barlow schaffte es am Samstag auch Rylan Clark als Harald-Glööckler-Klon mit Küblböck-Charme in die nächste Runde, im Viertelfinale trifft er dort unter anderem auf Union-J. Auch er ist offen schwul.



#1 MinoAnonym
  • 20.11.2012, 18:38h
  • Dieser junge Mann hat deutlich mehr Mumm und Vorbildcharakter als die ganzen Fußballer, die Angst vor einem Coming out haben.

    Vollen Respekt dafür, dass er sich nicht erst irgendwann nach Ende seiner Karriere outen will, sondern gleich zu Beginn offen sein will.

    Ist auch besser für ihn:
    so ein peinliches Versteckspiel schadet nur ihm selbst.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 paren57Ehemaliges Profil
  • 21.11.2012, 23:48h
  • Die Homoquote zur Mehrung des Profits? Nur wenn es um Rechte für Schwule und Lesben geht, sind sich alle seltsam einig, dass die gar keine vollwertigen Menschen sind und daher auch gar keine vollen Menschenrechte haben können.
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#4 MiroAnonym
  • 22.11.2012, 19:08h
  • Antwort auf #1 von Mino
  • Ich habe zwei Gegentheorien:

    1. Schwule Fußballer haben es nicht nötig, in den Medien süßliche Beiträge über ihre Homosexualität zu bekommen. Es bringt ihnen nichts, da es keine Verkaufszahlen gibt, die damit gesteigert werden können und es bringt ihnen auch nichts für ihr sportliches Fortkommen, denn da kommt es v.a. auf Leistung auf dem PLatz an und nicht den Bettpartner.

    oder 2. Sie haben keine Lust, dass queer.de über sie einen Artikel zusammenschustert. ;)
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#5 herve64Profil
  • 20.12.2012, 09:55hMünchen
  • Überhaupt mal etwas Grundsätzliches: eine BAND ist eine Kapelle, sprich: die Jungs müssten sich bei ihren Auftritten SELBST auf Instrumenten begleiten oder zumindest so tun als ob.

    Machen sie aber nicht: statt dessen hampeln sie ein bißchen auf der Bühne herum, zeigen mehr oder minder viel Haut und tun so als ob sie live singen würden. Ansonsten bedienen sie eher die Augen als die Ohren, ergo handelt es sich um eine BOYGROUP.

    So, und jetzt zur Frage, die sich mir stellt, die da lautet, ob eine Boygroup überhaupt noch zeitgemäss ist, vor allem dann, wenn sie öffentlich gecastet wird.

    Insofern ist es einfach obsolet, wenn jemand Binsenweisheiten heraus posaunt wie "jede gute Boygroup hat ein schwules Mitglied": das war bisher bei JEDER Boygroup der Fall, ist also insofern nichts Neues.

    Zudem bezweifle ich, dass die vom alltäglichen Feminismus geimpften und ansonsten bereits total verblödeten Phosphatschratzen heutzutage überhaupt noch den Anblick männlicher bzw. knabenhafter Körper wirklich optisch zu schätzen wissen.

    Ich fürchte also, das wird so oder so mal nichts, mit oder ohne Coming Out.
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