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  • 22.11.2012           21      Teilen:   |

Resolution erfolgreich

UN verurteilt Todesstrafe für LGBT

Die Abstimmungstafel zum Antrag der Vereinigten Arabischen Emirate - Quelle: IGLHRC
Die Abstimmungstafel zum Antrag der Vereinigten Arabischen Emirate (Bild: IGLHRC)

Ein Ausschuss der Vollversammlung der Vereinten Nationen hat in einer Resolution ungerechtfertigte Exekutionen aufgrund der sexuellen Orientierung verurteilt – erstmals wurde neben sexueller Orientierung auch das Merkmal Geschlechtsidentität aufgenommen.

Die Resolution verurteilt "außergerichtliche, willkürliche und unbegründete Tötungen" von mehreren Personengruppen, darunter etwa Journalisten, ethnische Minderheiten oder Straßenkinder. Über diese Resolution wird in der Regel alle zwei Jahre abgestimmt. Dieses Jahr wurde sie von Schweden und 34 Co-Sponsoren, darunter auch Deutschland, eingebracht.

Streit gab es insbesondere um die Merkmale sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben in Abstimmung mit der 57 Mitgliedsstaaten zählenden Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) beantragt, den LGBT-Schutz zu streichen. Dieser Vorschlag wurde jedoch mit 86 zu 44 Stimmen bei 31 Enthaltungen abgelehnt. 32 weitere Staaten nahmen nicht an der Abstimmung teil. Die EU-Länder, Nordamerika und der Großteil Lateinamerikas stimmte für die Aufnahme der Merkmale sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität, während insbesondere islamische und afrikanische Länder dagegen votierten. Auch China und Russland wollten den LGBT-Schutz entfernen. Aus Europa schloss sich außerdem Weißrussland den Homo-Gegnern an.

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Ägypten ist "sehr besorgt"

UN-Gebäude in New York City - Quelle: senhormario / flickr / cc by 2.0
UN-Gebäude in New York City (Bild: senhormario / flickr / cc by 2.0)

In der kontrovers geführten Debatte setzte sich vor allem Ägypten gegen den Schutz von sexuellen Minderheiten ein. Die Regierung erklärte, sie sei "sehr besorgt über den Versuch, unbestimmte Konzepte wie Geschlechtsidentität" mit Merkmalen wie Rasse, Geschlecht oder Religion gleichzusetzen. Der Westen versuche in dieser Frage, "neue Standards" zu bestimmen.

Die Gesamtresolution wurde anschließend mit 108 gegen eine Stimme bei 65 Enthaltungen angenommen. Nur der Iran votierte gegen den Beschluss.

Vor zwei Jahren votierte die Vollversammlung noch mit einer knappen Mehrheit dafür, das Merkmal sexuelle Orientierung aus der Resolution zu streichen (queer.de berichtete). Einen Monat später revidierte die Vollversammlung ihre Meinung auf Antrag der USA – mehrere Länder, darunter Kolumbien und Südafrika, hatten ihr Stimmverhalten gegenüber Homo-Rechten geändert (queer.de berichtete). Das Merkmal Geschlechtsidentität wurde erstmals in der diesjährigen Resolution erwähnt.

Die Abstimmung wurde von Homo- und Transorganisationen begrüßt: "Dass Geschlechtsidentität in die Resolution aufgenommen wurde, ist ein historisches Ereignis für Transpersonen in aller Welt", erklärte Mauro Cabral von der Gruppe "Global Action for Trans* Equality" (GATE). Die International Gay and Lesbian Human Rights Commission begrüßte, dass sich die Mehrheit der Staaten "gegen die Ideologie des Hasses" eingesetzt habe. "Laut dieser Resolution haben Mitglieder der LGBT-Community ein Recht zu existieren", so IGLHRC-Chefin Jessica Stern. "Das ist zwar eine recht niedrige Hürde, aber der Fortschritt ist hier stufenweise. Jeder Schritt in Richtung 'Menschenrechte für alle und überall' muss gefeiert werden." (dk)

Länder, die den LGBT-Schutz aus der Resolution entfernen wollten: Ägypten, Afghanistan, Algerien, Aserbaidschan, Bahrain, Bangladesch, Botswana, Brunei, China, Dschibuti, Indonesien, Irak, Iran, Jamaika, Jemen, Jordanien, Kamerun, Kasachstan, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Malaysia, Malediven, Marokko, Mauretanien, Myanmar, Namibia, Nordkorea, Oman, Pakistan, Russland, Saudi-Arabien, Senegal, St. Vincent, Sudan, Swasiland, Tadschikistan, Tunesien, Usbekistan, Vereinigten Arabische Emirate, Weißrussland

Links zum Thema:
» UN-Pressemitteilung (auf Englisch)
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Reaktionen zu "UN verurteilt Todesstrafe für LGBT"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
22.11.2012
14:00:20


(+8, 10 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Die oben genannten Länder, die den LGBT-Schutz aus der Resolution entfernen wollten, werden von mir boykottiert. Natürlich wird sie das bestimmt nicht umhauen aber wenn alle schwulen Touristen und fortschrittlich denkenden Menschen fernbleiben, hat das schon Konsequenzen.


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#2
22.11.2012
14:06:29


(+5, 5 Votes)

Von marcog
Aus Offenburg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 11.10.2012


Jeder noch so kleine Schritt ist natürlich ein Erfolg - es stimmt aber schon traurig über wie wenig man weltweit dankbar sein muss... und dass das nicht sowieso selbstverständlich ist


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#3
22.11.2012
14:17:41


(+2, 6 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von lucdf


Westerwelle hat 2010 Urlaub in Ägypten gemacht.


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#4
22.11.2012
14:28:53


(+2, 4 Votes)

Von Marek


Das wird natürlich die betreffenden Staaten nicht interessieren und natürlich wird auch die UN Verstöße dagegen niemals sanktionieren. Aber auch wenn das mehr ein symbolisches Zeichen ist, so ist das dennoch ein kleiner Fortschritt.


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#5
22.11.2012
14:35:20


(+7, 7 Votes)

Von Sebi


"In der kontrovers geführten Debatte setzte sich vor allem Ägypten gegen den Schutz von sexuellen Minderheiten ein. Die Regierung erklärte, sie sei "sehr besorgt über den Versuch, unbestimmte Konzepte wie Geschlechtsidentität" mit Merkmalen wie Rasse, Geschlecht oder Religion gleichzusetzen."

Was ist an der Sexualität denn bitte "unbestimmtes Konzept"? Da ist die Religion ja wohl ein deutlich unbestimmteres Konzept als eine natürliche Veranlagung.


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#6
22.11.2012
14:38:53


(-1, 3 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Groß verändern wird so eine Resolution nichts.
Abstimmungsverhalten wie immer halt.


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#7
22.11.2012
14:41:45


(+6, 6 Votes)

Von David77


""...sehr besorgt über den Versuch, unbestimmte Konzepte wie Geschlechtsidentität" mit Merkmalen wie Rasse, Geschlecht oder Religion gleichzusetzen. Der Westen versuche in dieser Frage, "neue Standards" zu setzen. "

Ach, jetzt ist man schon besorgt, wenn Menschen darum bitten nicht vom Staat aus ermordet zu werden? Wenn das ein (westlicher) neuer Standard sein soll darum flehen zu müssen nicht umgebracht zu werden, dann darf man sich nicht wundern wie es im nahen Osten zugeht.

"Unbestimmte Konzepte"?!? Komisch, das Recht zu töten was sich solche Staaten rausnehmen, ist das etwa ein unbestimmtes Konzept? Da werden Menschen wegen etwas konkretem exekutiert.

Das Westerwelle nun den Vermittler drüben spielen will, das setzt dem ganzen noch die Krone auf...


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#8
22.11.2012
14:54:42


(+4, 6 Votes)

Von sharia watch
Antwort zu Kommentar #7 von David77


"Das Westerwelle nun den Vermittler drüben spielen will, das setzt dem ganzen noch die Krone auf..."

... und die Patriots!

"Nach der üblichen Technik der Bruderschaft, adaptiert er nicht nur die Form, sondern auch den Inhalt seiner Rede vor dem jeweiligen Publikum. Manchmal für eine multireligiöse Gesellschaft, manchmal für die Wiederherstellung der Scharia. In seinen Schriften beschreibt er Menschen des jüdischen Glaubens als "Feinde Gottes" und die schiitischen Muslime als ablehnende Ketzer, Beinamen, die ein Todesurteil wert sind.

Die US-spin-doctors haben den Scheich Ahmad Moaz Al-Khatib schnell mit Anzug ohne Krawatte ausgestattet. Einige Medien machen bereits aus ihm ein führendes Model. So zeigt ihn eine große US-Zeitung als "ein einzigartiges Produkt seiner Kultur, wie Aung San Suu Kyi in Myanmar"

Link zu www.voltairenet.org


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#9
22.11.2012
15:43:51
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Sebi


Da hast du recht.

Man nennt es Religion, in Wahrheit sind es nur wirre Wahnvorstellungen!

Ich sehe nicht mehr länger ein, warum sowas geschützt werden sollte und unsereiner nicht!

Trotz dem kleinen Fortschrittchen ist die Welt als ganzes noch sehr rückständig, verblendet und dumm, leider.


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#10
22.11.2012
16:37:00


(-1, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die UN bekommt wenigstens gescheite Beschlüsse hin, was man von der EU nicht behaupten kann!


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