Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?17923

"Homo-Propaganda"

Keine Geldstrafe für Madonna


Madonna hielt in St. Petersburg Schilder in Regenbogenflaggen mit dem Aufdruck "Keine Angst" in die Luft. War das Propaganda?

Die Sängerin Madonna muss keine Geldstrafe für ein Konzert in St. Petersburg im August zahlen. Mehrere Gruppen hatten den Popstar wegen des neuen Gesetzes gegen "Homo-Propaganda" vor Gericht gebracht und im Rahmen einer Zivilklage 333 Millionen Rubel (8,5 Millionen Euro) verlangt.

Nach einer rund fünfstündigen Verhandlung entschied das Gericht gegen die neun Kläger (die "Gewerkschaft russischer Bürger" und acht andere kremlnahe Organisationen). Sie müssen den ebenfalls verklagten Konzert- und Musikagenturen nun Kosten von rund 1.500 Euro ersetzen. Madonna erhält nichts: Trotz einer Vorladung waren weder sie noch ein Rechtsbeistand aufgetaucht.

Letztlich fehlte es den Klägern vor allem an Beweisen, die meisten waren bei dem Konzert nicht anwesend und beriefen sich auf Einträge in Wikipedia und sozialen Netzwerken. Auch konnte kein "geschädigtes" Kind gefunden werden. Zumindest der Richter wollte auf verpixelten Konzertmitschnitten keine Kinder erkennen.

Ansprache beim Konzert

Das Gesetz gegen "Homo-Propaganda" war Anfang des Jahres unter großer internationaler Kritik in Kraft getreten – es verbietet "Werbung" für "Unzucht, Lesbischsein, Bisexualität und Transgender-Identität" im Beisein von Minderjährigen.

Im Vorfeld hatte es Stimmen gegeben, dass Madonna deswegen ihr Konzert absagen oder zumindest ihre Stimme gegen das Gesetz erheben sollte. Das tat sie dann auch: Regenbogenflaggen und pinke Armbänder wurden verteilt, die Sängerin selbst hielt eine Ansprache (queer.de berichtete): "Ich bin hier, um zu sagen, dass Schwule und Lesben hier und auf der ganzen Welt die gleichen Rechte haben. Die gleichen Rechte, mit Würde, mit Respekt, mit Toleranz, mit Mitgefühl, mit Liebe behandelt zu werden."

Kein "Propaganda"-Gesetz in Moskau

Am Donnerstag wurde auch bekannt, dass es in Moskau vorerst kein Gesetz gegen "Homo-Propaganda" geben wird. Ein entsprechende Vorlage war erst wenige Tage zuvor in die regionale Duma eingebracht worden (queer.de berichtete vor wenigen Stunden), soll aber nach übereinstimmenden Berichten keine Mehrheit unter den Abgeordneten finden.

Ein Sprecher des Parlaments sagte der Agentur Ria Novosti, die für den 8. Dezember zur Abstimmung vorgesehene Vorlage verstoße nach Ansicht der Abgeordneten gegen das landesweite Recht. Neben St. Petersburg gibt es derzeit in Archangelsk, Kostoma, Magadan, Nowosibirsk, Rjasan, Samara und Krasnodar entsprechende Regelungen. (nb)



#1 TheSumOfUSProfil
#2 MarcAnonym
  • 22.11.2012, 23:30h
  • Die werden wahrscheinlich eingesehen haben, dass sie sich damit nur lächerlich gemacht hätten und Madonna das nie gezahlt hätte.

    Leider haben weniger prominente und mächtige Personen nicht dieses Glück und müssen mit drakonischen Strafen rechnen, ohne dass die Weltöffentlichkeit davon erfährt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.11.2012, 00:04h
  • Sehr gut! Ich hätte gerne mal die betretenen und von Haß zerfressenen Visagen der Kläger gesehen!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 -hw-Anonym
#5 GagaAnonym
  • 23.11.2012, 10:36h
  • Doof, die hätten ihr dennoch ein paar Tausender abziehen können und der LGBT Organisationen spenden, damit die voran kommen.
    Es ist ja nicht unüblich, dass man dafür spenden muss, gegen was man angeklagt wurde.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 -hw-Anonym
  • 23.11.2012, 10:40h
  • Der Direktor des Lewada-Zentrums, Lew Gudkow, verweist darauf, dass der Anteil der Befragten, die sich zum russisch-orthodoxen Glauben bekennen, seit 1989 von 16 auf 87 Prozent gewachsen ist. Orthodox ist damit zu einem ethnisch-konfessionellen Synonym für den Russen geworden, stellt der Experte fest. Dies ist eine absolut hohle Selbstidentifizierung, die den Titel sowjetisch ersetzt hat.

    de.ria.ru/opinion/20121123/264993102.html
  • Antworten » | Direktlink »
#7 fuckd hydrangersAnonym
#8 SammaelProfil
  • 27.11.2012, 11:10hEssen
  • Antwort auf #6 von -hw-
  • Genau! Und wenn man die dann fragt, ob sie Christen wären, sagen sie: nein, wir sind orthodox.
    Russland ist eh ein Kuriösitäten-Kabinett (bin dort leider geboren und aufgewachsen).
  • Antworten » | Direktlink »
#9 wilder ostenAnonym
#10 SammaelProfil
  • 27.11.2012, 23:02hEssen
  • Antwort auf #9 von wilder osten
  • Das ist auch so!
    Ach, wenn Sie wüssten, wie bescheuert diese Orthodoxen sind. Absolut hirnverbrannt. Kranke Existenzen.
    Und hinzu kommt auch: "Ja, wir sind ein glorreiches russisches Reich mit einer besonderen Mission, von Gott gegeben. Und der dekadente Westen kollabiert eh bald" *kooootz*
  • Antworten » | Direktlink »