Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 25.11.2012           54      Teilen:   |

Happy Birthday

Rosa wird 70: "Ich bin ja sehr promisk"

Rosa in gleichnamigen Tüll - Quelle: rbb
Rosa in gleichnamigen Tüll (Bild: rbb)

Rosa von Praunheim feiert seinen 70. Geburtstag mit vielen Filmen, Freunden, einer Ausstellung und einem Wunsch: Er will glücklich sein.

Interview: Knut Elstermann

Rosa, es hätte zu Deinem 70sten Geburtstag auch eine Retrospektive mit Deinen wichtigsten Werken geben können. Stattdessen hast Du Dich auf das Wahnsinnsunternehmen eingelassen, 70 neue Filme zu drehen. Warum?

Erst habe ich das als Gag verbreitet, dass ich 70 neue Filme zum 70sten drehen will. Nicht nur Jens Stubenrauch vom rbb fand das aber richtig toll, auch der ganze Sender, von der Dokfilmredaktion über die arte-Redaktion bis hin zur Intendantin Dagmar Reim. Und auch das Medienboard Berlin-Brandenburg und die der Filmstiftung NRW waren begeistert und haben das Projekt wunderbarerweise gefördert.

Für ein Projekt wie Deine 70 Filme braucht man schon sehr viel Kraft, Fantasie und vielleicht auch eine gewisse Portion Größenwahn?

Größenwahn braucht man, das stimmt. Ich hatte den schon immer. Als ich aufwuchs, fand ich mich ganz toll, wusste aber nicht warum, denn ich hatte ja noch nichts geleistet. Ich glaubte immer ganz fest daran, dass etwas Großartiges geschehen würde. Als ich vor einigen Jahren erfahren habe, dass ich im Zentralgefängnis von Riga geboren wurde, war mir alles klar. Wenn man auf so ungewöhnliche Weise auf die Welt kommt, dann erhält man, wenn man überlebt, eine besondere Kraft.

Diese unglaubliche Geschichte hast Du in dem Film "Meine Mütter" erzählt. Das war wie auch andere Deiner Filme eine Produktion des rbb. Ist der Sender jetzt ein Stück Deiner künstlerischen Heimat geworden?

Das ist richtig. "Meine Mütter", einer meiner schönsten Filme, und "Die Jungs vom Bahnhof Zoo" – dafür gab es den Grimme-Preis – konnte ich beim rbb produzieren und jetzt die 70 Filme. Es ist wirklich wunderbar, dass ich meine Filme dort machen kann, wo doch der Dokumentarfilm im Fernsehen immer mehr dem Mainstream angepasst wird. Von den 70 Filmen sind sieben Spielfilme, 63 sind Dokumentarfilme. Mir macht es einfach Spaß, von anderen etwas zu erfahren, in andere Lebenswelten einzutauchen. Ich bin ja sehr promisk. Wenn ich jemanden porträtiere, verliebe ich mich sofort in die Person. Das merken die auch und geben es mir zurück.

Fortsetzung nach Anzeige


Dieser Mann hat sehr viele unterschiedliche Hüte auf - Quelle: rbb
Dieser Mann hat sehr viele unterschiedliche Hüte auf (Bild: rbb)

Ich sehe Dich milde, fast buddhistisch lächeln. Bist Du Dir selbst in dieser Lebensphase historisch geworden?

Historisch-hysterisch vielleicht. Nein, ich habe kein Bewusstsein von Altern. Ich habe ein schlechtes Gedächtnis, deshalb führe ich verschiedene Tagebücher. Im Grunde weiß ich gar nicht, was ich alles schon gemacht habe, und ich habe noch immer wahnsinnig viele Pläne. Inzwischen kann man glücklicherweise mit ganz einfachen Mitteln Filme machen. Ich will singen, lachen, tanzen. Wenn man es nicht mehr auf den Beinen kann, dann tanzt man eben im Rollstuhl. Meine Tante Lucie sagte immer, was gehen mich die anderen an, ich will mich glücklich machen. Und das will ich auch. Ich will glücklich sein, zum 70sten darf man das, finde ich.

Wie hast Du denn die Protagonisten für Deine 70 Filme ausgewählt?

Das Projekt heißt nicht umsonst "Rosas Welt". Es sind Menschen, die ich kenne und mag. Ich habe meine Schublade geöffnet, in der viele Ideen lagen, manchmal auch Vorhaben, die ich beim Fernsehen nicht unterbringen konnte. Da hat sich vieles angesammelt, was ich nun plötzlich alles realisieren konnte. Aber ich mag vor allem Porträts. Diese Filme sind so etwas wie "Friedhofsvideos". Wenn Du zum Beispiel stirbst, könnte man auf Deinem Grabstein so einen kleinen Monitor einbauen. Wenn man den anschaltet, läuft dann Dein Porträt und jeder wüsste, wer Du warst.

  ROSAS WELT
Die 70 Filme sind bis Ende November online zu erleben. In der Mediathek des rbb stehen sie zum Abruf bereit. Arte und rbb zeigen in den kommenden Tagen weitere Filme zu Rosas Ehren (siehe TV-Tipps).

Ab Dezember gibt es Vorführungen in diversen Programmkinos. Bisher feststehende Termine: Kino International BERLIN, MonGay: 3.12. / Kino Abaton HAMBURG: 8.-9.12. / Filmhaus KÖLN:14.-16.12. / Black Box DÜSSELDORF: 2.1.-28.1.

Vom 25.11. bis 17.2. 2012 läuft eine große Ausstellung in Berlin im Haus am Lützowplatz.
Links zum Thema:
» Website von Rosa
» Detaillierte Infos zum Filmprojekt beim rbb
» Mehr Infos zur Ausstellung in Berlin
» Rosas Welt, die Filme auf DVD bei Amazon bestellen
» "Ein Penis stirbt immer zuletzt", das Buch zum Geburtstag, bei Amazon bestellen
Mehr zum Thema:
» TV-Tipps auf queer.de
Galerie
Rosas Welt - Szenen aus Rosa von Praunheims 70 Dokus

21 Bilder
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 54 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 71             4     
Service: | pdf | mailen
Tags: praunheim, rbb, rosas welt
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Rosa wird 70: "Ich bin ja sehr promisk""


 54 User-Kommentare
« zurück  123456  vor »

Die ersten:   
#1
25.11.2012
10:06:14


(+11, 13 Votes)

Von Hamster


Seit seinem ersten Film war Rosa von Praunheim für mich eine Art Identifikationsfigur. Wenn ich in früheren Jahren wissen wollte, was es bedeutet, "richtig emanzipiert schwul" zu sein, habe ich mir seine Filme angesehen. Ich habe ihn als Vorbild genommen und bin damit gut gefahren. Daher verdanke ich ihm sehr viel und wünsche ihm alles Gute für sein neues Lebensjahrzehnt!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
25.11.2012
11:18:06


(+5, 17 Votes)

Von Nino


Toll, dass Tom Tykwer so queer geworden ist.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
25.11.2012
11:34:15


(+10, 12 Votes)

Von A x e l


Alles Gute zum Geburtstag *Holger!

Dein Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt" hat auch mich in den 1970er Jahren aus meinen Illusionen gerissen. Er war wie "ein Schlag ins Gesicht" und entlarvte Überanpassung, Selbstbetrug und Scheintoleranz auf schmerzhaft brutale Weise.

Ich war damals in einer dieser Diskussionen, die überall im Land u.a. mit Martin Dannecker stattfanden und bin seitdem ein anderer Mensch: Offen schwul, engagiert und kämpferisch ...

Gestern habe ich um 20:15 Uhr, zusammen mit meinem langjährigen Lebenspartner, angefangen die RBB "Lange Rosa von Praunheim Nacht" (die lief von Samstag 20:15 Uhr bis Sonntag 8:30 Uhr) anzuschauen und habe mich gut unterhalten gefühlt von einfühlsamen Porträts aus deiner Berliner Nachbarschaft, von Eva Matthes u.a.

Leider haben wir nicht bis heute morgen durchgehalten und müssen uns "den Rest" der Filme daher irgendwann ansehen.

Bleib' ein mutiger und unbequemer Mensch!

Gruß
A x e l


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
25.11.2012
11:37:37


(+8, 12 Votes)

Von Fred i BKK


HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH lieber Rosa,
...ja ,vor wenigen Tagen,hatte ich wiedermal sein Buch in der Hand, 1976 Sex und Karriere.
Das war auch meine Zeit in Frankfurt,die 68 iger und ihre Filmemacher, Fassbender,Bockmeier,Praunheim , ich las damals nur den "Pflasterstrand" ,Wochenenden im AU mit Streuselkuchen ,selbstgebacken....
..ich war damal ganz schoen verschossen in den hübschen Rosa, das Titelbild des Buches ,Rosa umgeben von einem Kranz von roten Rosen hing bei mir im Zimmer....
Heute sind wir alte Männer ,er promisk und ich seit ewigen Zeiten mit dem gleichen Kerl zusammen,, das hat uns damals schon unterschieden......aber glücklich wurden wir beide ,jeder auf seine Weise....


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
25.11.2012
13:16:30


(+7, 13 Votes)

Von A x e l


Ergänzung zu Kommentar # 3

"Rosa von Praunheim (*Holger Bernhard Bruno Mischwitzky, geboren als Holger Radtke, geb. 25. November 1942 in Riga, Lettland) ist ein deutscher Filmregisseur und gilt als wichtiger Vertreter des postmodernen deutschen Films ..." (Quelle: Wikipedia)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
25.11.2012
16:12:39
Via Handy


(-9, 13 Votes)

Von FOX-News


Hauptsache schön promiskuitiv sein.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
25.11.2012
17:18:11


(+4, 6 Votes)

Von Günter A


Glückwunsch Rosa.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
25.11.2012
19:35:38


(+3, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Rosa von Praunheim wird 70 - er sieht viel jünger aus! Trotzdem alles Gute zum Geburtstag und vor allem Gesundheit und noch viele gute Filme!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
25.11.2012
19:56:06


(+8, 14 Votes)

Von gatopardo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


HAMSTER, AXEL + FRED IN BKK: Ich liebe Euch ! !
Mich hat Rosa hier in der spanischen Diaspora ein ganzes schwules Leben lang begleitet, in früheren Jahren auf Videos, die ich mir auf Deutschlandbesuchen kaufte. Faszinierend seine verstorbenen Diven wie die Huber oder die Künneke und wie erfrischend die so begabte Fassbinder-Muse Eva Mattes. Wunderbar die RBB-Sendung, die ich leider nur bis Mitternacht durchielt, aber gerade noch das hinreissende schwule Ehepaar im "Gelsenkirchener Barock" erleben durfte. Und wer hat jemals ein solches Sarrazin-Interview als sogenannte Gegenüberstellung zur türkisch-deutschen Bildungsbürgerin bringen können, wenn nicht MEINE Rosa ?
Es lohnt sich, noch weitere 30 Rosa-Jahre zu erleben, denn diese Zitrone hat doch noch viel Saft, oder ?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
25.11.2012
20:19:51


(-1, 5 Votes)

Von ehemaligem User ererer


Er ist in Riga geboren. Wer weiss, vielleicht hat er (auch) litauische Vorfahren? Seine Neigung zur barocken Selbstinszenierung waere so ein Merkmal davon...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  123456  vor »


 SZENE - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 SZENE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Niederlande: Kommission empfiehlt bis zu vier Eltern pro Kind Israel: Gleichstellung ausländischer Homo-Partner geplant Tag der Menschenrechte: EKD wirbt für LGBTI-Gleichbehandlung Die Poesie der ersten schwulen Liebe
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt