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Die EKM vertritt rund 858.240 Gemeindemitglieder.

Gleichgeschlechtliche Paare können demnächst in Sachsen-Anhalt und Thüringen von der evangelischen Kirche gesegnet werden. Für einen entsprechenden Beschluss (PDF) stimmte am Samstag die Synode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) in Erfurt.

Der Diskriminierung von Menschen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, die "unvereinbar mit dem christlichen Menschenbild" sei, solle innerkirchlich und gesellschaftlich entgegengetreten werden, so der Beschluss.

Mit der Segnung für Lebenspartner wolle die Kirche würdigen, dass die Partner füreinander und auch für Kinder Verantwortung übernehmen, sagte ein Kirchensprecher. Gemeinden könnten aber "mit Verweis auf das Zeugnis der Schrift" eine Segnung aus Gewissensgründen ablehnen. (nb)



#1 erererEhemaliges Profil
  • 25.11.2012, 17:07h
  • Die Segnung der Homo-Paare in Wittenberg... Sehr symbolisch,- auch wenn man ein Atheist ist: Geschichte ist nie zu ignorieren.
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#2 finkAnonym
  • 25.11.2012, 17:46h
  • wow. nur elf jahre nach der einführung eines halbherzigen eheabklatsches im deutschen recht ringen sich ein paar weitere kirchenhansel dazu durch, einen noch halbherzigeren eheabklatsch auch in ihren kirchen einzuführen. natürlich nur, wenn die homos ganz lieb bitten und sich nicht doch irgendein kirchenvorstand irgendwie unwohl damit fühlt - dann wird ihnen trotzdem die tür vor der nase zugeknallt.

    die überschrift hätte auch heißen können: "kirchen immer noch gegen gleichbehandlung".

    PS: und jetzt, timmilein, wirf bitte deine üblichen texbausteine ab (böse atheisten können die tollen erfolgen der ekd nicht ertragen usw. usw.) und hänge am besten gleich noch die aktuelle liste deiner lieblingssekten an.

    oder überrasch uns und schreib mal irgendwas, was erkennen lässt, dass du einen platz am tisch noch von krümeln am boden unterscheiden kannst.
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 25.11.2012, 18:14h
  • Ein sehr schönes Ergebnis aus Erfurt.

    Damit hat nunmehr die ELFTE von ZWANZIG Landeskirchen in der EKD kirchenrechtlich die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ermöglicht und damit die Mehrheit der Landeskirchenleitungen.

    In den lutherischen, unierten und reformierten Landeskirchen gelten homosexuelle Handlungen im Unterschied zum katholischen Katechismus nicht als sündhaft.

    Homosexuelle Paare werden ethisch und theologisch anerkannt und befüwortet.

    Darüberhinaus können sie nunmehr in 11 von 20 Landeskirchen in der EKD einen öffentlichen Segnungsgottesdienst mit Anwesenheit von Freunden, Eltern und Verwandten erhalten.

    --> Einschränkend nur ist hinzuzufügen, dass jeweils vor Ort der jeweilige Pfarrer/Pfarrerin zustimmen muss sowie die Gemeindeleitung.
    ABER zumindest seitens der Kirchenleitung wird diese theologische und ethische Anerkennung offiziell befüwortet und unterstützt.

    Also wer in Thüringen und in Sachsen-Anhalt zum Standesamt geht, der kann auch als Paar nunmehr in diesen beiden Bundesländern in den evangelischen Landeskirchen einen öffentlichen Segnungsgottesdienst erhalten.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 25.11.2012, 18:47h
  • Antwort auf #1 von ererer
  • Stimmt. Literaturgeschichte auch nicht.

    "Doch siehe! dort im Mondenschein
    Den kolossalen Gesellen!
    Er ragt verteufelt schwarz empor,
    Das ist der Dom von Köllen.

    Er sollte des Geistes Bastille sein,
    Und die listigen Römlinge dachten:
    In diesem Riesenkerker wird
    Die deutsche Vernunft verschmachten!

    Da kam der Luther, und er hat
    Sein großes »Halt!« gesprochen
    Seit jenem Tage blieb der Bau
    Des Domes unterbrochen.

    Er ward nicht vollendet und das ist gut.
    Denn eben die Nichtvollendung
    Macht ihn zum Denkmal von Deutschlands Kraft
    Und protestantischer Sendung." (Heinrich Heine)
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.11.2012, 19:40h
  • Super und die Fundamentalisten der Evangelischen Kirche können NICHTS dagegen machen!
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#6 finkAnonym
  • 25.11.2012, 19:58h
  • schauen wir ruhig mal genauer in den beschlusstext.

    gibt es da endlich eine eindeutige distanzierung von homophobie oder von einem fundamentalistischen bibelverständnis? fehlanzeige.

    stattdessen:

    > "Die Landessynode betrachtet es als einen Reichtum, dass in unserer Kirche verschiedene
    Umgangsweisen mit der Schrift ihren Platz haben. Sie hält es für geistlich geboten, dass diese gegenseitige Achtung erfahren."

    das heißt: das vorhandensein der fundamentalist_innen und ihrer aktiv homophoben praxis innerhalb der kirche ist nicht etwa ein problem, sondern im gegenteil ein "reichtum". im zweifelsfall ist die einheit der kirche wichtiger als der gleichheitsgrundsatz des GGs.

    > "Gleichzeitig nimmt die Landessynode zur Kenntnis, dass Bibelstellen, in denen Homosexualität als Sünde verurteilt wird, in der exegetischen und hermeneutisch-theologischen Diskussion weiterhin unterschiedlich beurteilt werden."

    das heißt: ein verbot von homosexualität - das kann man falsch finden, aber eben auch richtig.

    > "Einerseits besteht Konsens darin, dass die Diskriminierung von Menschen aufgrund
    ihrer homosexuellen Orientierung der Wahrung der Menschenwürde widerspricht und biblisch-theologisch nicht begründet werden kann. Andererseits wird in manchen Auslegungstraditionen der Schrift homosexuelles Verhalten grundsätzlich als Sünde beurteilt und eine Ausrichtung der Lebenspraxis in der Kirche entsprechend dieser
    Beurteilung gefordert. Wie ist mit dieser Spannung umzugehen?"

    ganz einfach: das problem vertagen und es einfach den einzelgemeinden überlassen, ob sie ihre homosexuellen mitglieder diskriminieren und verachten wollen oder nicht. je nach lust und laune - verzeihung: je nach "auslegungstradition" - darf jede gemeinde homos akzeptieren oder hassen.

    da nützt auch kein lippenbekenntnis gegen diskriminierung, wenn man sich im zweifel doch eher vor die homohasser als vor die homos stellt.
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#7 erererEhemaliges Profil
  • 25.11.2012, 20:07h
  • Antwort auf #4 von goddamn liberal
  • Wie schade, dass damals auch die Petersbasilika in Rom doch nicht unvollendet wurde. Aber fuer die katholische Kirche war die Esthaetik der vermeintlichen Ewigkeit immer wichtiger als eine einfache Wahrheit eines menschlichen Alltags.
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#8 goddamn liberalAnonym
#9 daVinci6667
  • 25.11.2012, 20:45h
  • Antwort auf #6 von fink

  • "das problem vertagen und es einfach den einzelgemeinden überlassen, ob sie ihre homosexuellen mitglieder diskriminieren und verachten wollen oder nicht. je nach lust und laune - verzeihung: je nach "auslegungstradition"

    Ich glaube fink, die Evangelische Kirche hat einfach Angst Mitglieder zu verlieren und will deshalb nicht entscheiden. Sie hofft durch ihr Rumgeeiere sowohl die konservativen als auch progressiveren Mitglieder zu behalten. Das kann bei Leuten wie TJ durchaus aufgehen. Ich hoffe allerdings dass die evang. Kirche durch ihr feiges sowohl als auch, gleich beide Gruppen verliert! :)))

    Würde mich freuen! Denn wer das Herz am richtigen Fleck hatte, konnte schon immer, selbst im finstersten Mittelalter, instinktiv spüren was richtig oder falsch ist. Jemanden zu diskriminieren nur weil er einen Menschen des gleichen Geschlechts liebt, war schon immer falsch. Die evang. Kirche aber ist immer noch nicht so weit. Deshalb: Austreten jetzt!
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#10 dermarcusProfil
  • 25.11.2012, 23:09hGuldental
  • Der Bericht sollte mal vervollständigt werden. Die Landeskirche gibt lediglich eine Empfehlung raus, das letzte Wort haben aber die Presbyterien der Gemeinden und wenn die das nicht wollen dann bekommt man auch nicht Gottes segen in deren Gemeindekirchen. Ich erlebe grade das selbe. Hier hinter den 3 Tannen am Arsch der Welt gibt es eben leider noch verbohrte, erzkoservative Hinterwäldler die uns so Gottes Segen in unserer Kirche verwehrten. Nun werden wir das wo anders machen, da wo die Leute etwas offener sind. Das bedeutet aber das wir mit unserer Hochzeitsgesellschaft erst einmal 30 km fahren müssen. Des weiteren besteht immernoch die Diskreminierung das es keine Eheschließung sondern lediglich einen Gottessegen gibt. In der Regel auch nicht in einem eigenen Gottesdienst wie bei einer heterosexuellen Hochzeit. Die Erläuterungen von wegen der besondere Schutz der Familie bla bla bla..., dann müssen die aber mit heterosexuellen Paaren die von vorn herein wissen das sie keine Kinder haben wollen auch so verfahren.Für uns steht fest, da wir von unserer Kirchengemeinde in den Popo getreten wurden und wir hier offenbar diskreminiert werden, folgt für uns nach dem Segnungsgottestdienst die logische Konsequenz. Unsere Story hierzu ist sehr lang, aber vieleicht hat die Redaktion ja Interesse dies innerhalb eines Interviews genauer zu erfahren und später zu veröffentlichen.
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