Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | Blogs | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login:  (Anmelden zur Queer Community)
merken  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | TV-Tipps | Erotik || Galerie
  • 28.11.2012           6      Teilen:   |

Kinostart "In ihrem Haus"

Der pädagogische Eros

Französischlehrer Germain (Fabrice Luchini) fördert seinen voyeuristischen Schüler Claude (Ernst Umhauer) - Quelle: Concorde Filmverleih
Französischlehrer Germain (Fabrice Luchini) fördert seinen voyeuristischen Schüler Claude (Ernst Umhauer)
Bild: Concorde Filmverleih

Im Psychodrama "In ihrem Haus" des schwulen Regisseurs François Ozon spioniert ein Schüler im Auftrag des Lehrers das Familienleben eines Klassenkameraden aus.

Von Peter Fuchs

Mit dem pädagogischen Eros ist es keine einfache Sache. Heute überlagern Missbrauchsfälle der katholischen Kirche oder der Odenwaldschule die lustvolle Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Im besten Fall entfaltet diese eine erzieherische Wirkung, in der ein Lehrer sein Wissensgebiet liebt und seinen talentierten Schüler für die Materie begeistert. Der offen schwule Regisseur François Ozon baut um diesen pädagogischen Eros seinen neuen Film "In ihrem Haus" und schickt sein Publikum auf eine Reise mit unbekanntem Ziel.

Lehrer Germain (Fabrice Luchini) hat im Job resigniert, bis ihm Claude (Ernst Umhauer) auffällt. Der Schüler von der letzten Bank skizziert bei einer Hausaufgabe in wenigen Worten einen faszinierenden Einblick in das Familienleben eines Schulkollegen. Die Arbeit endet mit "Fortsetzung folgt…" und damit hat Claude den Lehrer, aber auch seine mitlesende Ehefrau (Kristin Scott Thomas) am Haken. Claude liefert weitere Kapitel, bis Germaine die Angst beschleicht, ob das Geschriebene nicht doch Wirklichkeit ist und Claude brutal in diese Familie eindringt.

Fortsetzung nach Anzeige


Fiktion und Realität verschwimmen

Ein gefährliches Spiel mit dunklen Sehnsüchten und verbotenen Begierden - Quelle: Concorde Filmverleih
Ein gefährliches Spiel mit dunklen Sehnsüchten und verbotenen Begierden
Bild: Concorde Filmverleih

Regisseur François Ozon nimmt eine besondere Stellung unter den europäischen Filmemachern ein. Der 45jährige Franzose gibt in seinen ästhetisch ansprechenden Filmen meist den verschmitzten Schelm, der die Erwartungen des Publikums gerne auf den Kopf stellt. So mixt er in einem Kriminalfilm den Mord schon mal mit Musicalelementen ("8 Frauen") oder kombiniert ein soziales Drama mit Phantasien wie sie aus dem Hause Disney kommen könnten ("Ricky"). Auch bei "In Ihrem Haus" lässt sich nicht genau sagen, wohin die Reise geht: Künstlerdrama, Komödie über die in Langeweile erstarrte Mittelklasse oder Psycho-Thriller?

Der Film remixt die Genres und hält sein Publikum damit unter Spannung. Fiktion und Realität verschwimmen, selbst das kreative Potenzial von Homosexualität wird amüsant ausgelotet. François Ozon wechselt smart zwischen Wahrheit und Dichtung und lockt den Zuschauer in diesem intelligenten Kinovergnügen grandios auf falsche Fährten. Am Ende droht Unheilvolles. Und wer – außer ein schwuler Regisseur – hätte die reizvolle Idee, ein Hetero-Sexsymbol wie Schauspielerin Emmanuelle Seigner eine Hausfrau auf Xanax – einem Mittel gegen Angststörungen – spielen zu lassen…

Video: (Direktlink)
Offizieller deutscher Trailer zum Film
  Infos zum Film
In ihrem Haus. Frankreich 2012. Regie: François Ozon. Darsteller: Fabrice Luchini, Ernst Umhauer, Kristin Scott Thomas, Emmanuelle Seigner, Bastien Ughetto, Denis Ménochet. Bundesweiter Kinostart: 29. November 2012
Links zum Thema:
» Homepage zum Film
» Fanpage auf Facebook
Galerie
In ihrem Haus (Spielfilm, F 2012), Regie: François Ozon

10 Bilder
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 6 Kommentare
Artikel teilen: (mehr)          
Dieser Bericht ist mir etwas wert: (Info)
     Überweisung   Abo
Tags: françois ozon, voyeurismus, psychodrama
Service: | pdf | versenden
Folgen: Twitter | Facebook | Google+ | Feeds | Newsletter
Weiterlesen: Kultur > Neu im Kino | News-Übersicht

Reaktionen zu "Der pädagogische Eros"


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
28.11.2012
17:05:08


(0, 2 Votes)

Von FoXXXyness
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ozon ist ein Ausnahmeregisseur und ein sehr guter noch dazu!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
28.11.2012
17:09:24


(+1, 1 Vote)

Von ehemaligem User ererer


Francois Ozon hat in den spaeten 80-ern bzw. fruehen 90-ern ausgezeichnet seine Regisseurkarriere begonnen mit 'Ein moerderischer Sommer', 'Ein Blick aufs Meer', 'Die kriminellen Geliebten', 'Kuehle Tropfen auf den heissen Steinen'; dann - 'Unter dem Sand', '8 Frauen', 'Pool', '5 mal 2', 'Die Zeit, die bleibt'. Leider ist seitdem mit Ozon etwas geschehen, so etwas wie eine grosse Schoepfungskrise: ein 'flop' nach dem anderen. Trotzdem bin sehr gespannt auf den neuen Film und hoffe, dass es dem symphatischen Francois endlich gelungen ist, sich in seine beste Zeit zurueckzukehren. Bevor es nicht zu spaet wird - fuer ihn und fuer das Publikum (das zumindest in Frankreich mit seiner traditionsreichen Kinoschule sehr kritisch und sogar snobisch ist).


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
28.11.2012
18:38:06


(+2, 2 Votes)

Von Lorenz


"Heute überlagern Missbrauchsfälle der katholischen Kirche oder der Odenwaldschule die lustvolle Beziehung zwischen Lehrer und Schüler."

"selbst das kreative Potenzial von Homosexualität wird amüsant ausgelotet"

Entweder ist das missverständlich geschrieben, oder andere Rezessionen über den Film sind missverständlich.
Laut SpOn z.B. geht es überhaupt nicht um Homoerotik oder gar Homosexualität, sondern um zwei Männer unterschiedlichen Alters die die selbe Frau begehren.
Die Erotik der Frau, oder wie zwei heterosexuelle Männer ihre geheimen, heterosexuellen Wünsche in eine schöne Frau hinein projezieren, steht demnach im Mittelpunkt.

Es ist auf jeden Fall interessant zu lesen wie unterschiedlich Kritiker Filme wahrnehmen, je nachdem unter welchem Blickwinkel sie die Filme betrachten und bewerten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
28.11.2012
20:01:10


(+2, 2 Votes)

Von queerdelover
Antwort zu Kommentar #3 von Lorenz


Deshalb lieben wir queer.de, weil es uns immer die queere Perspektive der News zeigt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
28.11.2012
22:58:42


(0, 2 Votes)

Von Pffft
Antwort zu Kommentar #4 von queerdelover


Selbstlob?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
29.11.2012
06:11:35
Via Handy


(+1, 1 Vote)

Von wissender


Mir ist keine Homoerotik ersichtlich. Wenn es nichts queeres in einem Film gibt, bringt auch eine queere Perspektive nichts.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


Weiterlesen bei Queer.de
>> Mailand stoppt Städtepartnerschaft mit St. Petersburg
<< Das Beste aus dem Musikladen
—> Nachrichten-Übersicht  |  nach oben  |  Queer-Startseite



 KULTUR - NEU IM KINO

Top-Links (Werbung)
DER SCHWULE WITZ
  • Ein Schwuler fragt den anderen: "Du, denkt Du, dass pure Freundschaft zwischen...  lesen »


GAY GAMES
  • Puzzle Dir einen Boy. Oder spiele eine Runde Hangman mit schwulen Begriffen. Zu den Spielen »


 KULTUR



Anderswo
Bild des Tages
© Queer Communications GmbH 2014   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos / Banner | Impressum / AGB | Kontakt      | | |