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  • 28.11.2012           22      Teilen:   |

Homophobes Gesetz in der Zarenstadt

Mailand stoppt Städtepartnerschaft mit St. Petersburg

Der linksliberale Mailänder Politiker Marco Cappato hat die Initiative gestartet - Quelle: Mihai Romanciuc / flickr / cc by 2.0
Der linksliberale Mailänder Politiker Marco Cappato hat die Initiative gestartet (Bild: Mihai Romanciuc / flickr / cc by 2.0)

Wegen des Anfang des Jahres in St. Petersburg verabschiedeten Gesetzes gegen "Homo-Propaganda" hat Mailand nun seine Städtepartnerschaft mit der russischen Metropole auf Eis gelegt.

Der Stadtrat stimmte mit großer Mehrheit für einen Antrag des linksliberalen Politikers Marco Cappato, die Beziehungen zu St. Petersburg zu kappen, solange das Verbot in Kraft ist. Cappato war bis 2009 Europaabgeordneter und hat sich über Jahre insbesondere für eine Legalisierung von CSDs in Russland eingesetzt. Im Stadtrat votierte nur die rechtspopulistische Regionalpartei Lega Nord gegen den Antrag. Die Stadträte der konservative Partei "Volk der Freiheit" des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi verließen aus Protest gegen das Verfahren vor der Abstimmung den Sitzungssaal.

Mit der Entscheidung ist das Abkommen zur Städtepartnerschaft vorerst ausgesetzt worden. Zum Beispiel werden Vertreter Mailands nicht mehr an Veranstaltungen in St. Petersburg teilnehmen, bis die Zarenstadt das Gesetz wieder abschafft. Die Städtepartnerschaft besteht seit 1967, als Petersburg noch den sowjetischen Namen Leningrad trug.

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Aktivisten zufrieden

Italienische Homo-Aktivisten begrüßten die Entscheidung des Stadtrats. So erklärte Yuri Guiana von der LGBT-Gruppe "Associazione radicale Certi Diritti": "Mailand hat sich klar auf die Seite der Menschenrechte geschlagen und lebt in seiner Tradition als antifaschistische, demokratische und liberale Stadt", so Guiana. Seine Gruppe hofft nun, dass sich auch die Partnerstädte Turin und Venedig dem Boykott anschließen.

St. Petersburg unterhält in Deutschland Städtepartnerschaften mit Hamburg und Dresden. Außerdem besteht ein Abkommen mit Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs.

Das Verbot von sogenannter "Homo-Propaganda" war Ende Februar beschlossen worden (queer.de berichtete). Das Gesetz verbietet – offiziell aus Gründen des Jungendschutzes – "öffentliche Aktivitäten", die Werbung für "Unzucht, Lesbischsein, Bisexualität und Transgender-Identität" sowie für Pädophilie machen. Es drohen Geldstrafen in Höhe von bis zu 500.000 Rubel (rund 13.000 Euro). Auch in mehreren ländlichen Regionen Russlands gibt es ähnliche Gesetze. (dk/re)

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Tags: italien, russland, st. petersburg, mailand
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Reaktionen zu "Mailand stoppt Städtepartnerschaft mit St. Petersburg"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
28.11.2012
12:48:44


(+3, 7 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012


Nicht alle Italiener sind homophob. An diesem Beispiel sieht man deutlich den Unterschied zwischen den modernen Großstädten des Nordens wie Mailand, Turin, Florenz und Venedig und den zurück gebliebenen, rückständigen Orten im Süden des Landes wie Neapel, Catania, Messina usw. Schwule Männer, die in Italien Urlaub machen wollen, sollte den Süden meiden.


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#2
28.11.2012
13:08:54


(+3, 5 Votes)

Von Ach nee
Antwort zu Kommentar #1 von Thorsten1


Du hast keine Ahnung. In Neapel und Capri und Sizilien gibt es schwules Leben und man muß es nicht meiden.


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#3
28.11.2012
13:25:51


(+5, 7 Votes)

Von userer
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Sehr gut!

Hamburg sollte dem Beispiel folgen.
Gibt es schon Initiativen?


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#4
28.11.2012
13:26:57


(+8, 8 Votes)

Von fink


geht doch!

wo bleiben die reaktionen in hamburg und dresden?

und verstehe ich das richtig, dass auch "werbung" für "unzucht" sanktioniert wird? damit wäre auch safer-sex-aufklärung für heterosexuelle unmöglich (zumindest, wenn sie nicht keuschheit als einzige option propagiert).

mann, diesen idioten ist überhaupt nicht klar, welchen schaden sie anrichten.


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#5
28.11.2012
13:30:27


(-3, 5 Votes)

Von Thorsten1
Aus Berlin
Mitglied seit 15.05.2012
Antwort zu Kommentar #2 von Ach nee


ok, also hier die homofreundlichsten und die homophobsten Städte Italiens:

Link zu www.gayfriendlyitaly.com


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#6
28.11.2012
13:33:23
Via Handy


(-3, 11 Votes)

Von FOX News


Da koennte in HH die SPD dasselbe machen, ach ich vergass die SPD tut immer nur homofreundlich, ist es aber gar nicht, genau wie die Gruenen.


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#7
28.11.2012
13:45:05


(+9, 11 Votes)

Von BBPZ
Antwort zu Kommentar #6 von FOX News


Den Grünen haben wir die eingetragegen Lebenspartnerschaft zu verdanken - ohne sie gäbe es die gar nicht! Bevor die nicht in der Regierung waren, war die Homo-Ehe noch überhaupt kein Thema. Dass diese auch noch in den meisten Bundesländern (zumindest im Länderrecht) gleichgestellt ist, ist ebenfalls grüner Verdienst. In NRW und Baden-Württemberg wurde nur auf Druck der Grünen die Rechtslage angeglichen.

Man kann von einer Partei ja halten, was man will. Aber die Grünen haben für die LGBT-Szene unglaublich viel durchgesetzt - das ist Fakt!


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#8
28.11.2012
14:10:30


(+1, 3 Votes)

Von ach nee
Antwort zu Kommentar #5 von Thorsten1


2004


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#9
28.11.2012
14:43:06
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von janni
Antwort zu Kommentar #4 von fink


Unzucht ist in diesem Falle gleichbedeutend mit Sex zwischen Männern.
Das ist anders als in Deutschland.
In dem russischem Gesetz welcher sich auf homosexuelle Propaganda bezieht ist mit Unzucht speziell der schwule Sex gemeint und wird im Gesetzestext neben Lesbentum erwähnt.


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#10
28.11.2012
14:47:40


(+6, 6 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Mailand IST eine liberale Stadt!


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