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  • 29.11.2012           23      Teilen:   |

Die "Tuning-Profis"

Vox entschuldigt sich für homophobe Sendung

Steven will sein Auto aufmotzen lassen – und lästert dabei über die Menschen "vom anderen Ufer" - Quelle: Screenshot VOXnow
Steven will sein Auto aufmotzen lassen – und lästert dabei über die Menschen "vom anderen Ufer" (Bild: Screenshot VOXnow)

Schwulenfeindliche Sprüche sind ein zentraler Bestandteil der aktuellen Folge des Vox-Magazins "auto mobil – Die Tuningprofis". Nach einer Anfrage von queer.de hat sich der Sender entschuldigt und die Folge aus seinem Videoportal entfernt.

Von Dennis Klein

Die fünf "Tuning-Profis" machen bei Vox im Prinzip den selben Job wie Tine Wittler bei RTL – nur dass sie nicht Dreizimmerwohnungen verschönern, sondern Autos aufmotzen. Die Atmosphäre ist allerdings ganz anders: Der Umgangston rau, in praktisch jedem Satz kommt das Wort "Scheiße" vor. An Machosprüchen und Beschwerden über "Weiber" mangelt es nicht. Die neueste Ausgabe fiel aber besonders negativ durch homophobe Sprüche auf, die in der 60-minütigen Sendung mehrmals wiederholt wurden.

In der Folge bearbeiteten die "Tuning-Profis" den 3er BMW des 20-jährigen Steven. Gleich zu Beginn lässt "Profi" Jo den Lehrling aus dem Umland Berlins wissen, wie albern seine eigenen Tuningversuche sind: "Scheißschwule Radkappen – das ist der letzte Mist", sagt er und tritt mit dem Fuß auf die Kappen ein, während die Umherstehenden lachen. Auch im Laufe der Sendung werden sexuelle Minderheiten beleidigt. So will einer der Tuner keine Blumen aufs Auto lackieren: "Dann wird das ein Transenauto", kommentiert er lachend.

Fortsetzung nach Anzeige


Klage angedroht

Jo tritt mit dem Fuß gegen die "schwulen Radkappen" - Quelle: Screenshot VOXnow
Jo tritt mit dem Fuß gegen die "schwulen Radkappen" (Bild: Screenshot VOXnow)

Das Kulturforum Europa, das unter anderem den Europäischen Toleranzpreis vergibt, erwägt nun eine Anzeige gegen den Sender oder die Redaktion. KFE-Präsident Dieter Topp wirft dem Sender vor, "einer eher homophoben Gruppe" von Zuschauern eine Sendung vorzusetzen, die Vorurteile weiter aufbaut: "Diese Art und Weise des Umgangs mit einer Minderheit spricht sich in dem besagten Zuschauerkreis herum und erhöht die Einschaltquote", mutmaßt Topp. Er kritisierte insbesondere die Szene mit den Radkappen, die schlimme Assoziation wecke: "Schwul wird hier mit etwas geichgesetzt, das es zu vernichten gilt".

LGBT-Aktivisten warnen schon seit Jahren vor homo- oder transphoben Schimpfworten, die gerade an Schulen weit verbreitet sind. So kam eine Berliner Studie vergangenen Monat zum Ergebnis, dass fast zwei Drittel der Grundschüler "schwul" oder "Schwuchtel" als Schimpfwort verwenden (queer.de berichtete). Für schwule Schüler wird so ein Coming-out erschwert oder unmöglich gemacht. In den USA führen Aktivisten Selbstmorde von homosexuellen Schülern auf die abwertende Sprache zurück. Mit der "auto mobil"-Sendung hat Vox gerade die Menschen bestätigt, die "schwul" als negativen Ausdruck verwenden.

Nicht nur die "Profis", auch Kandidat Steven zeigt sich in der Sendung übrigens von seiner schwulenfeindlichen Seite. Als er die Tuner besser kennengelernt hat, läuft auch er zu Hochtouren auf: So macht sich der 20-Jährige über seine Freundin lustig, die über die Farbe am Auto entscheiden muss: "Wenn meine Alte morgen kommt und sich einen schwulen Farbton aussucht wie Hellblau oder Rosa oder so eine Scheiße, da bin ich gar nicht für zu haben". Diese Aussage finden die Macher der Sendung offenbar so lustig, dass sie innerhalb weniger Minuten zwei Mal gezeigt und mit dramatischer Musik unterlegt wurde. Später gibt sich der Halbstarke noch ignoranter: "Leute, die pink auf dem Auto haben, haben ein Ding weg oder sind – weiß ich nicht – vom anderen Ufer".

Vox: "Wir entschuldigen uns aufrichtig"

Heten in der Werkstatt - Quelle: Screenshot VOXnow
Heten in der Werkstatt (Bild: Screenshot VOXnow)

Vox ist diese Sendung nun offenbar peinlich. So wurde nach der Anfrage von queer.de diese Folge von "auto mobil" sofort aus dem Video-on-Demand-Portal VOXnow entfernt. "Wenn durch die Äußerungen Gefühle verletzt worden sind, entschuldigen wir uns aufrichtig", erklärte Pressesprecherin Corinna Teuner. Beleidigungen und Schmähungen seien bei Vox "tabu" und hätten so nicht gesendet werden dürfen. "In diesem Fall war die Kontrolle nicht ausreichend. Das tut uns leid", so Teuner. Nun wollen die Senderverantwortlichen intern klären, was verbessert werden kann.

Teuner glaubt aber nicht, dass die Tuningprofis homophob sind, sondern offenbar nur einen unbedachten Umgang mit der Sprache habe: "Wer die Protagonisten persönlich kennt, weiß, dass keiner der Tuningprofis etwas gegen Homosexuelle hat". Dem Tuningpraktikanten Steven gefiel die schwulenfeindliche Atmosphäre aber sichtlich. So kommentierte er während der Sendung: "Was da manchmal für Sprüche kommen – ist ja alles sehr lustig hier".

Links zum Thema:
» Ankündigung der Sendung auf VOX.de
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Tags: vox, tuning-profis
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Reaktionen zu "Vox entschuldigt sich für homophobe Sendung"


 23 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
29.11.2012
14:30:15


(+8, 8 Votes)

Von Felix


Schlimm, dass die immer erst dann reagieren, wenn die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht wird.

Da sollte von Anfang an eine Grundsensibilität herrschen, die solche Sendungen erst gar nicht ermöglicht.


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#2
29.11.2012
14:31:04


(+6, 6 Votes)

Von Oliver K


Ich frage mich wann endlich Schluß ist mit diesem Scripted reality Dreck. Egal welche Sendung dieser Machart z.b. Berlin Tag und Nacht, Mieten kaufen wohnen oder Frauentausch gehört in den Müll. Zeitverschwendung sowas anzusehen.


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#3
29.11.2012
14:41:09


(+1, 5 Votes)

Von ehemaligem User Darkpaw


Tja, der Hetero Mainstream steht halt auf harte Hetenprollos und Ihre dummfick Sprüche...<,


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#4
29.11.2012
15:11:15


(-4, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


"auto mobil - Die Tuningprofis" ist nicht die einzige Sendung mit Prollfaktor. RTL Nitro sendet nämlich jeden Sonntag "Die Autohändler" und da ist's nicht viel anders! Die drei Typen merken oft gar nicht, daß sie oberpeinlich sind!

Gut, daß VOX diese Folge aus seiner Mediathek nun endlich entfernt hat!


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#5
29.11.2012
16:02:11
Via Handy


(+3, 9 Votes)

Von David Jacob
Antwort zu Kommentar #4 von FoXXXyness


Komisch....dafür, dass du so etwas ja nicht schaust, kennst du dich aber immer Super gut aus.


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#6
29.11.2012
16:03:27
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von David Jacob


Der größte Schwachsinn kommt nun mal von der RTL Group


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#7
29.11.2012
16:09:17


(+8, 12 Votes)

Von Jakob Wahrer
Antwort zu Kommentar #6 von David Jacob


Bertelsmann


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#8
29.11.2012
16:16:31


(+6, 12 Votes)

Von Bertelsmann


enteignen!

Und alle anderen Medienkonzerne dazu!

Bild-Link:
medienkonzerne.png


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#9
29.11.2012
16:26:18


(+7, 11 Votes)

Von Schurnalist
Antwort zu Kommentar #8 von Bertelsmann


Ein nachhaltiges Leben ohne so schöne alternativlose Produkte wie Merkel, Gauck, Steinbrück und all die anderen? Geht das? Darf man das wirklich wollen?


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#10
29.11.2012
16:33:38


(-10, 12 Votes)

Von Tomm


Also - mir tierisch auf den Sack, das aber auch jedes, klitzekleine homophobe Wort ddas von einer Hete kommt, von uns Schwulen auf die Goldwaage gelegt wird, und sofort ein mordsmässiger "Aufstand" gemacht wird !! :-(

Passiert sonst nicht etwas wirklich "wichtiges" in der schwulen Welt !?


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