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  • 30.11.2012           10      Teilen:   |

No Sex please, we're from Dresden

Waren die besoffen? Es gibt Ideen, die sind so schlecht, die kann man gar nicht mehr vernünftig kritisieren. Dazu gehört eine Postkartenkampagne der Stadt Dresden zum Welt-Aids-Tag. "Kein Sex – kein Aids" steht darauf, und die Dargestellten sehen auch nicht so aus, als hätten sie gerade Lust auf Vermehrung (es geht dem Bild zufolge ja ausschließlich um Heteros).

Die Sache ist schnell veralbert (die "Bild"-Zeitung hatte einen Klickstrecken-Festtag) und schnell erklärt: Das Gesundheitsamt wollte Neugier schaffen, und auf der Rückseite von den 10.000 in Kneipen und Kinos verteilten Postkarten steht dann immerhin: "Beim Sex ein Kondom benutzen oder vor dem Sex einen Test machen". Trotzdem bleiben Fragen.

Will das Gesundheitsamt uns erklären, dass nur Ficken Sex ist? Oder ist nun auch partnerschaftliches Masturbieren, gar Kuscheln gefährlich? Reicht es wirklich aus, vor dem Sex einen Test zu machen, oder sollte man vielleicht auch den Partner nach einem Ergebnis fragen UND dann gegebenenfalls ein Kondom benutzen, nicht ODER? Gut, wir wissen nicht, was auf der Rückseite der Postkarte noch so steht – die Pressestelle war nicht mehr zu erreichen. Aber mehr als den "Kondom oder Test"-Spruch gab die Stadt in einer weit verbreiteten Pressemitteilung auch nicht weiter.

"Kein Sex – kein Aids": Nimmt man das ernst, kann man wieder schön mit Junkies Nadeln tauschen und dem Deutschen Roten Kreuz endlich das Blutspendeverbot für schwule Männer ausreden. Es lassen sich noch dutzende weitere Argumente gegen den Spruch finden, oder weitere Vorschläge für sinnfreie Slogans. Wie wäre es mit "Kein Verstand – Gesundheitsamt"?

"Die wichtigste Aufgabe von Prävention ist, auf Eigenverantwortung aufmerksam zu machen", schreibt der Leiter der Beratungsstelle für Aids und sexuell übertragbare Krankheiten der Stadt, Dr. Matthias Stiehler. Eigenverantwortung setzt aber auch korrekte Information voraus. (nb)

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Tags: dresden, kampagne, hiv, welt-aids-tag
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Reaktionen zu "No Sex please, we're from Dresden"


 10 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
30.11.2012
20:06:42


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Da hat bei den Machern der Verstand ausgesetzt!


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#2
30.11.2012
20:49:29


(+4, 4 Votes)

Von Felix


Das ist ja, wie diese sonderbaren US-amerikanischen Enthaltsamkeits-Kampagnen.

Ich dachte, so viel Dummheit und Ignoranz wäre in Deutschland nicht möglich. Aber Dresden belehrt uns eines besseren.

Noch dämlicher geht wohl nicht.


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#3
30.11.2012
20:57:26


(+4, 6 Votes)

Von Sven


Kein Grund die Bild zu verlinken!


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#4
30.11.2012
21:07:08


(-1, 3 Votes)

Von Oweia


Nur weil die Blöd darauf reinfällt, sollte Queer.de das nicht tun.
Eine Postkarte kann man wenden...


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Anm. d. Red.: Das steht im Text und findet dort angemessene Beachtung.

 
#5
30.11.2012
21:26:57


(+5, 5 Votes)

Von Zeitfenster


Kein Sex - kein Aids.
Dresden fördert Prävention.

Hahahahahahaha *aufdieSchenkelklopf*

Keine Ahnung - keine Wirkung.
Dresden macht sich lächerlich.


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#6
30.11.2012
22:14:18


(+3, 3 Votes)

Von lentil
Antwort zu Kommentar #3 von Sven


Sehe ich auch so.

Die Bild ist ja nicht dafür bekannt sich für die klischeefreie und positive Darstellung von Homosexuellen starkzumachen.

Und die kriegen Geld wenn jemand die Seite aufruft, da es ja dort Werbung gibt.

Sollte man das fördern?

Aber wundert mich nicht.
Immerhin waren Lil Wayne und Eminem schon in der Rubrick CD-Tipps.


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#7
30.11.2012
22:21:35


(0, 2 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Zeitfenster


schilda lässt grüssen !


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#8
03.12.2012
16:54:13


(+2, 2 Votes)

Von Foxie


Die Dresdener "Gesundheitsbeamten" leben wohl noch im vorvorigen Jahrhundert!

Wie lange hat es wohl gedauert, bis einer mutig genug war, das Wort "Sex" zu schreiben?

Ohne schon wieder Ossi-Klischees zu strapazieren,
(bin ja auch einer), früher hiess Dresden "Tal der Ahnungslosen", des schlechten West-TV-Empfanges wegen.

Ein paar echt Ahnungslose sind da im Gesundheitsamt übriggeblieben, wie mir scheint.


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#9
04.12.2012
10:03:38


(0, 2 Votes)

Von Matthias
Aus Dresden (Sachsen)
Mitglied seit 04.12.2012


Hallo, ich gehöre zu denen, die diese Karte herausgebracht haben. Und obwohl Ihr diesmal gerade nicht die Hauptzielgruppe gewesen seid (das sollten eher die Ignoranten sein - eben die ...), bestätigt Ihr, wie gut unsere Idee war. Es wurde bisher noch nie über eine Karte zum Welt-AIDS-Tag in Dresden so gesprochen. Denkt Ihr wirklich, die nächste unter vielen "korrekten" Informationen lockt die Leute zur eigenen Meinung, zum Protest (der kam überigens am ehesten von Moralisten, die uns vorwerfen, wir würden Enthaltsamkeit und Sex in der Ehe lächerlich machen) und auch zum Lachen hervor? Tut mir leid, aber ich habe Euch so wenig Humorlosigkeit nicht zugetraut (Lesern bestimmter Blätter schon).
Übrigens noch ein Wort zur Heteronormativität der Karte: Stellt Euch bitte vor, wir hätten zwei Männer abgebildet ...


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#10
05.12.2012
10:41:51


(+1, 1 Vote)

Von ArthurDent
Aus Halle / Saale (Sachsen-Anhalt)
Mitglied seit 27.08.2012
Antwort zu Kommentar #9 von Matthias


Hallo Matthias,

ich glaube, folgendes gäbe noch mehr Gesprächsstoff

Motiv mit zwei Männern und eines mit zwei Frauen.

Und die Karten vor dem Verteilen/Auslegen mischen!


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