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Medikamente haben immer Nebenwirkungen. Aber können sie einen Heterosexuellen zu einem Süchtigem nach schwulen Sex machen? (Bild: Sam_catch / flickr / by-nd 2.0)

Das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline muss einem französichen Mann fast 200.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Ein Berufungsgericht entschied am Mittwoch, dass der heute 52-jährige Didier Jambart durch ein Medikament des Konzerns gegen Parkinson zahlreiche unangekündigte Nebenwirkungen erlitt.

Der heterosexelle Familienvater aus Nantes berichtete, er sei durch das Medikament zu einem Süchtigen nach schwulen Sex geworden, der sich auch im Internet als Exhibitionist betätigte. Zudem verkaufte er die Spielsachen seiner Kinder und beklaute seine Freunde, weil er süchtig nach Internet-Wetten wurde.

Der Fall hatte international für Aufsehen gesorgt, zumal es weitere Einnehmer des Medikamentes geben soll, die über ähnliche Leiden klagen. Bereits die erste Instanz hatte Jambart ein Schmerzensgeld von 117.000 Euro zugesprochen, das Berufungsgericht erhöhte die Strafe nun auf rund 197,470 Euro. GSK hätte ausführlich auf mögliche Nebenwirkungen des Medikaments hinweisen müssen, rügt das Gericht. Der Konzern tut dies aber erst seit 2006.

Weitere Fälle von plötzlicher Sucht bekannt


Nach dem Urteil brach der Kläger in Tränen aus

Der Anwalt von GSK sagte dem Gericht, er habe Zweifel an der Darstellung von Jambart. Das Gericht folgte aber den Ausführungen des ehemaligen Bankangestellten und Stadtrats, es gebe dafür "seriöse, präzise und bestätigte" Beweise.

Jambert, der Requip seit 2003 nahm, brach nach dem Urteil in Tränen aus. Während das Medikament durchaus seine eigentliche Krankheit heilte, waren die Nebenwirkungen belastend. Er entwickelte auch eine Vorliebe für Crossdressing und wurde bei einem Sex-Abenteuer vergewaltigt.

In Großbritannien hatten zuvor einige Requip-Patienten zumindest von plötzlicher Spielsucht berichtet. Die amerikanischen National Institutes of Health warnen, dass Medikamente wie Requip zu unerwarteten Süchten führen können, darunter Spielsucht. (cw)



#1 daVinci6667
  • 30.11.2012, 21:21h

  • Von solchen Gerichtsentscheiden liest man sonst nur aus den Vereinigten verrückten Staaten.

    Aber selbst wenn ein europäisches Gericht so entscheidet habe ich immer noch erhebliche Zweifel.

    Vor allem bewegt mich die Frage, wie andersrum entschieden worden wäre. Ein Schwuler nimmt ne Pille und wird plötzlich süchtig nach Sex mit Frauen...Hätte er dafür auch "Schmerzensgeld und Schadenersatz" bekommen?

    Zum Gluck nur ein schrecklicher Gedanke. Ansonsten würde gnadenlos versucht uns mit dieser Pille "auf den rechten Weg" zu bringen. Auch heute noch.
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#2 letnilAnonym
  • 30.11.2012, 21:59h
  • Sich einmal im Leben so richtig austoben und dann dafür auch noch Geld verlangen der Mann ist nicht dumm.

    Ich glaube ihm nicht.
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#3 alexander
  • 30.11.2012, 22:48h
  • mir kommen die tränen ! schlimm wenn man 50 jahre seine "träume und vorlieben" unterdrückt, die dann (und das kann ich mir eher vorstellen), durch medikamenteneinfluss, die die hemmschwelle senken, einen ausbruch seiner bislang unterdrückten gefühle, nicht mehr steuern kann ! aber allein die behauptung, das er heterosexuell ist, ist ein witz! er wäre nicht die erste klemmschwester, die frau und kinder hat !

    aber irgendwie ist er ja, wie alle in solchen situationen, in erster linie "familienvater" ! und mit dieser pillennummer und der kohle, muss ja das frauchen am herd zufrieden sein ! schliesslich kan er ja überhaupt nichts dafür ???

    soll heissen, bei ihm hatten die pillen besonders viele nebenwirkungen ???????
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.12.2012, 00:23h
  • Ein Medikament, das schwul macht - wann gibt es daß in Deutschland? Hetenknacken leicht gemacht!
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#5 thorium222Profil
#6 MarekAnonym
  • 01.12.2012, 10:13h
  • Ich kann mir schon vorstellen, dass ein Medikament als Nebenwirkung bestimmte Selbstbeschränkungen auflöst.

    Aber ich glaube nicht, dass dabei Dinge zum Vorschein kommen, die nicht eh in der Veranlagung der Person sind. Vermutlich sind das dann Fälle, wo die Person das ein ganzes Leben lang unterdrückt hat und das Medikament löst dann diese Unterdrückung und das kommt dann raus.
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#7 TheDad
  • 01.12.2012, 13:31h
  • Da sieht Mann mal wieder wie blöd manche Richter und Anwälte sind..

    Dieser Prozess ist ein Paradebeispiel an unverklemmter Geldgeilheit und hat sehr gute Chancen auf den diesjährigen STELLA-Award..

    Dieser Preis, benannt nach eben jener Dame die sich vor Jahren einen millionenschweren Strafschadensersatz von McDonalds erstritt weil sie sich mit dem brühend heißem Kaffee die Muschi übergoß, gebührt all denen die die Welt für Dumm verkaufen wollen..

    Fakt ist, wenn eine Parkinson-Erkrankung auftritt
    (ein sogenanntes Extrapyramidalsyndrom) kommt es zu einen Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Hormonen die unter anderem für die kontrollierte Steuerung der Muskeln notwendig sind..
    Gezieltes strecken und anwinkeln von Armen und Beinen wird für die Betroffenen immer schwieriger, je größer das Ungleichgewicht ist..
    Laufen, gehen, stehen, ruhiges sitzen oder liegen, essen, trinken, sich waschen und vieles mehr wird durch die resultierend auftretende "Schüttellähmung" immer schwieriger bis unmöglich..
    Verschiedene Medikamente versuchen dieses Ungleichgewicht auszugleichen..

    Was aber auch Fakt ist, ist das bei den betroffenen Patienten, ähnlich wie bei Alzheimer und anderen Demenz-erkrankungen, immer mehr die
    "PRIMÄR-PERSÖNLICHKEIT" zutage tritt..

    Wenn dieser Mann sich also nach der medikamentösen Therapie als schwuler, spielsüchtiger, stehlender Mensch begreift, dann, weil er es schon immer war, denn das Medikament hat nur die "Hemmungen" beseitigt die seine Erziehung und Sozialisation bislang aufgebaut hatten..

    Es ist für die meisten Menschen die unter Parkinson oder auch Alzheimer und anderen Demenz-Erkrankungen leiden sicherlich ein Schock, erkennen zu müssen das sie eigentlich ganz anders sind als sie bislang von sich glaubten oder gar vorgaben..

    Zum Glück sind aber nicht alle Primär-Persönlichkeiten so wie die des ehemaligen Lokal-Politikers..
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#8 JadugharProfil
  • 01.12.2012, 20:18hHamburg
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • Dem kann ich mich nur anschließen. Das Medikament enthemmte ihn und zutage kam sein mieser Charakter, den er sonst verheimlichen konnte. Offenbar wollte er mit den Schmerzensgeld seine Spielschulden begleichen, oder weiterhin sein liederliches Leben damit finanzieren.
    Daß er die Schuld für seine Handlungen an Andere schiebt, als daß er auch tränenreich sich selbst bemitleidet, daß er wie ein trotziges Kind nicht seinen Willen bekam, unterstreicht nur seine miese Geisteshaltung!
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#9 haulchenProfil
  • 02.12.2012, 01:41hMarburg
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • Hmm, du sprichst, als ob du dich auskennst. Ist es wirklich so, dass durch Medikamenteneinwirkungen nur Persönlichkeitsänderungen auftreten, die den "Ursprungszustand" von jemandes Persönlichkeit wiederherstellen? Ich weiß leider viel zu wenig darüber, aber mein Eindruck ist, dass der Begriff "Primärpersönlichkeit" bei Wikipedia enger gefasst wird (gleichbedeutend mit prämorbider Persönlichkeit, also der Persönlichkeitszustand vor dem Eintreten bestimmter Krankheitsprozesse, die eine Persönlichkeitsänderung herbei geführt haben - deine Erklärung erscheint mir dem gegenüber ziemlich essenzialistisch, als wäre die "Primärpersönlichkeit" quasi schon im genetischen Code verankert und würde dann nur sozial überformt). Gibt es für das, was du geschrieben hast, eine wissenschaftliche Grundlage, oder ist das nur deine persönliche Interpretation?
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#10 Fg68atProfil
  • 02.12.2012, 06:02hWien
  • Mehr zu der Medikementenart:

    de.wikipedia.org/wiki/Dopaminagonist

    "Durch die Stimulierung des Belohnungssystem kann es bei etwa 13-17 % der Patienten zu Zwangsstörungen oder verminderter Impulskontrolle kommen. Dies äußert sich beispielsweise in Spielsucht (5 %), Kaufrausch (5,7 %), Essattacken (4,3 %), Internetsucht und einem belastenden gesteigerten Sexualtrieb (3,5 %)."

    Das ganze ist schon seit spätestens 1983 beschrieben. Auf den Beipackzettel kam der Hinweis aber erst 2006.

    Meinen da jetzt meine Vorkommentatoren, dass die wahre Natur von einigen Fresssucht ist?
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