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Mr. Mojo lässt heute mir dir die Sau raus! (Bild: queer)

So richtig geil ist es doch nur gewesen, wenn auch die Nachbarn die Zigarette danach rauchen, oder? Dein persönlicher Sexperte saut heute mal ordentlich rum.

Versaut, versauter, am versautesten – So sollte es möglichst abgehen im Bett. Oder, um das Synonymwörterbuch zu bemühen: "dreckig", "schmutzig", "schweinisch", "obszön". Der Engländer will es "dirty", der Franzose mag es "crasseux", was uns – ganz nebenbei – eine weitere Facette des im Deutschen so gern verwendeten "krass" erschließt. Auf gar keinen sollte der Sex langweilig und öde sein, frustrierend oder unbefriedigend. Aber: ab wann ist Sex eigentlich "richtig versaut"? Was muss man dafür tun oder können? Reicht es schon, dem anderen über Gayromeo einen "Geile Sau"-Taps zu schicken, oder sollte das Schlafzimmer nach dem Akt einem Schlachtfeld gleichen, um der Definition Genüge zu tun?

Die Sau, das Schwein muss – weil es in unserem kulturellen Kontext als unrein und schmutzig gilt – in vielen Bereichen unseres Lebens mit seinem schlechten Ruf herhalten. Wenn man sein "Leben versaut" oder die Laune eines anderen, eine unleserliche Sauklaue hat oder eine Saulaune, nachdem man sich die Hose mit Ketchup versaut hat, kommt all das Negative zum Vorschein, mit dem das unschuldige rosa Haustier assoziiert wird.

Du dreckiges Schwein! Weg mit Scham- und Schuldgefühlen


Schweinisch: Das arme Tier wird gründlich missverstanden... (Bild: rcferdin / flickr / by-nd 2.0)

Dass etwas Unangenehmes wie Dreck und Schmutz mit der sexuellen Begegnung zwischen Menschen verknüpft wird, hat seine Wurzeln unter anderem in einem Teil der Religionen, die mit mal mehr, mal weniger Leib- und Sexualfeindlichkeit daherkommen. Diese Abwertung der Sexualität wirkt bis heute. Beinahe wöchentlich gibt es entsprechende Äußerungen von Geistlichen, die klarmachen, dass in der Kirche noch immer das verkehrte Schwein pfeift. Erste und wichtigste Erkenntnis deshalb: Wer versauten Sex haben will, der muss sich von allen unsinnigen Schuldgefühlen befreien. Einvernehmlich praktizierte Lust ist ein Geschenk, kein Laster.

Leider war Sex noch nie völlig ungefährlich. Mit Geschlechtskrankheiten hat man sich seit Menschengedenken herumplagen müssen. Als Strafe Gottes für das verbotene lustvolle Treiben empfunden und mit dem Allgemeinwissen, das es einen Zusammenhang zwischen Dreck und Krankheiten gibt, liegt hier eine weitere negative Kopplung zum Schmutz vor. Der biologische Fakt, dass unsere Ausscheidungsorgane in Doppelfunktion zugleich Sexualorgane und erogene Zonen sind, macht es nicht einfacher. Die Angst vor Kontakt mit Ausscheidungen steckt in uns allen. Dem konkreten Problem lässt sich mit vorbereitenden Hygienemaßnahmen begegnen. Die Scham- und Ekelschranken, die in unserem Kopf stecken und die Rosette krampfhaft geschlossen halten, lassen sich per Entspannung abschalten. Und die Sorge vor den Geschlechtskrankheiten? Wird durch Information beseitigt.

Du geile Sau! Ab jetzt wird lustvoll rumgeferkelt


Hemmungslose Badende im Mittelalter, leider nicht ganz ohne Risiken (Bild: Wiki Commons / Domenico Cresti (1560-1638) / CC-PD-Mark)

Schuld und Scham sind weg, wie wir uns vor Krankheiten schützen können, wissen wir. Reicht das schon für "versauten" Sex? Ja, absolut. Denn, wie wir vom Schwein wissen, ist es ihm egal, in welcher Brühe es sich suhlt. Es wälzt sich darin, weil es für das Tier nützlich ist. Bei uns kommt es aber eben nicht darauf an, sich möglichst derbe im Schlamm zu suhlen, in Fetischklamotten werfen zu müssen oder sich als erstes ein paar Fäuste in den Darm schieben zu lassen, um zur geilen Sau zu werden. Nicht die sexuellen Spielarten sind das Entscheidende, sondern unsere Interpretation des Verhaltens unseres Haustieres. Das Suhlen empfinden wir als lustvolles hemmungs- und schranken- und tabuloses Spiel mit dem, was wir eigentlich meiden sollen.

Daraus folgt: Wenn es dir gelingt, deinen Sex – egal ob softes Vanilla-Gestreichel oder wilde Hardcore-Orgie – ohne Einschränkungen zu erleben und zu genießen, dann ist er versaut. Wenn ihr euch gut tut, euch fallen lassen könnt, euch anheizt und reizt, mal was Neues wagt, euch nicht stressen lasst von Rollenerwartungen oder überzüchteten Schönheitsidealen und euch gegenseitig die Lust zum bedingungslosen Geschenk macht, dann fällt Mr. Mojo nur noch eines ein: Oink, oink!

*Mojo

Ursprünglich eine Sammlung magischer Zauberrituale. Heute ist es englischer Slang, der für Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Sex Appeal steht.


#1 HarryBAnonym
#2 GeilAnonym
  • 02.12.2012, 10:50h
  • Na Mr. Mojo, endlich mal öffentlich deine Obsession heraus posaunt und dafür einen "Pseudo-Aufklärungsartikel" genutzt?

    Natürlich ist es richtig, dass der Geschlechtsakt zweier Menschen (Homos oder Heteros), die vorher zwanghaft nahezu alles persönliche beseitigt haben (den individuellen Körpergeruch durch chemische Düfte ersetzt, die Körperbehaarung durch kindlich glatte Schweinchenhaut ersetzt usw.) etwas neurotisch zwanghaftes hat.

    Praunheim hat das in einem seiner Filme (welcher war das noch?) mal sehr treffend beschrieben und gezeigt: Sex als Akt zweier klinisch reiner und nahezu aller Individualität beraubter, haarloser, nach Drogerie-Markt riechender Körper ... oder so ähnlich.

    Natürlich ist es eine Binse, darauf hinzuweisen, dass ein "Übereinander Herfallen" von Zweien, die spontan Lust aufeinander haben, sich körperlich richtig anstrengen und daher beim Geschlechtsakt schwitzen ("stinken") sowie sich nicht darum kümmern, ob ihre Frisur oder ihr Styling darunter leidet, viel geiler und befriedigender, als jeder penibel vorbereitete Fick.

    PS
    Eines sollte jedoch bei aller Spontanität nicht geopfert werden: Die Benutzung von Kondomen, wenn es angebracht ist ...
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#3 panzernashorn
  • 02.12.2012, 13:33h
  • Wo habt Ihr eigentlich dieses süße Bild von unserer Bundesmutti - mit dem so perfekt getroffenen erotischen Schnäuzchen - gefunden?

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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 Helmut GaebeleinAnonym
  • 07.12.2012, 20:09h
  • Von Napoleon ist überliefert, dass er drei Tage, bevor er seine Josephine besuchte , durch einen Kurier ausrichten liess: "Bitte nicht waschen". Allzuviel Hygiene ist sex-schädlich.
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