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CSD-Teilnehmerin in Tel Aviv (2011) (Bild: Nina J. G. / flickr / by-nd 2.0)

Erstmals hat ein Gericht in Israel einem gleichgeschlechtlichen Paar das Recht auf Scheidung gewährt – dieses Urteil könnte auch Hetero-Paaren mehr Rechte bescheren.

Das Familiengericht der Stadt Ramat Gan in der Nähe von Tel Aviv hat das Urteil am Sonntag bekannt gegeben, berichtet die Tageszeitung "Haaretz". Es hat damit dem Chemieprofessor Uzi Even und dem Uni-Dozenten Amit Kama erlaubt, ihre in Kanada geschlossene Ehe in Israel scheiden zu lassen. Für das Land im Nahen Osten ist das eine Revolution, da der Staat zwar seit 2006 gleichgeschlechtliche Ehen anerkennt, diese aber weder in Israel geschlossen noch geschieden werden dürfen.

Grund: Im jüdischen Staat gibt es keine standesamtlichen Eheschließungen. Nur Rabbiner, Pfarrer oder Imame können (verschiedengeschlechtliche) Ehen in Israel schließen, sofern beide Partner der gleichen Konfession angehören. In allen anderen Fällen müssen die heiratswilligen Paare ins Ausland ausweichen – so hat sich auf Zypern ein Hochzeitstourismus aus Israel entwickelt, der für die kleine Mittelmeerinsel bereits zum Wirtschaftsfaktor geworden ist.

Auch Scheidungen durften bislang nur von religiösen Würdenträgern durchgeführt werden. Mit der Entscheidung des Gerichtes dürfte aber der Druck wachsen, standesamtliche Scheidungen auch für Heterosexuelle zu gewähren. Bislang müssen diese Scheidungen ebenfalls im Ausland durchgeführt werden.

Regierung kann Einspruch einlegen

Das israelische Innenministerium hat noch das Recht, gegen die Entscheidung Einspruch einzulegen. Professor Amit Kama zeigte sich jedoch mit dem Urteil hochzufrieden: "Ich bin sehr stolz. Das ist ein Durchbruch", sagte er.

Richter Jehezekel Elijue erklärte in seiner Urteilsbegründung, dass nach der Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Ehen auch gleichgeschlechtliche Scheidungen möglich sein müssten: "Wir können nicht erwarten, dass die Antragsteller, die sich einträchtig für das Ende ihrer Ehe aussprechen, miteinander verheiratet bleiben müssen", so Elijue. "Das verletzt die Rechte und Freiheiten des Einzelnen".

Israel ist das mit Abstand homofreundlichste Land im Nahen Osten. Neben der Anerkennung von ausländischen Homo-Ehen hat das Land auch ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz verabschiedet, welches das Merkmal sexuelle Orientierung enthält. Auch in anderen Bereichen, etwa im Adoptionsrecht, sind Schwule und Lesben gleichgestellt.

Trotz des hohen Maßes an Gleichstellung wird Israel auf internationalen CSDs immer wieder wegen seiner Politik gegenüber den Palästinensern kritisiert. Das führte dazu, dass eine israelische CSD-Delegation in Berlin den Davidstern nicht öffentlich zeigen wollte, um Übergriffe zu verhindern (queer.de berichtete). (dk)



#1 Andreas RauAnonym
  • 03.12.2012, 16:42h
  • wenn ich als homfreundlich bezeichne, dass Israel als religiöser Staat, das Standesamt und Scheidungen von Schwulen und Lesben ins Ausland verlagert.... ja dann ist Israel homofreudnlich. Wow.... Ironieaus
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#2 Loch NessAnonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.12.2012, 19:26h
  • Standesamtliche Scheidungen für Heteros in Israel - Niemals! Nur Schwulen und Lesben dürfen das!
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