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Schuldig: Renato Seabra muss wegen Mordes mindestens 15 Jahre ins Gefängnis

In New York ist das 23-jährige Unterwäschemodel Renato Seabra am Freitag schuldig gesprochen worden, vor knapp zwei Jahren seinen 65-jährigen Lover ermordet zu haben.

Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass der Portugiese seinen Landsmann Carlos Castro in einem Hotelzimmer erst mit einem Computer-Monitor erschlagen und anschließend kastriert hatte. Die Verteidigung hatte argumentiert, dass der junge Mann durch die Beziehung mit dem wesentlich älteren Journalisten und LGBT-Aktivisten so "gefoltert" wurde, dass er in die Tat getrieben wurde. Da das Model in Wirklichkeit heterosexuell war, sei die Beziehung für ihn derart belastend gewesen, dass er vorübergehend unzurechnungsfähig gewesen sei.

Die Staatsanwaltschaft ging jedoch davon aus, dass es sich um einen "brutalen und sadistischen" Raubmord gehandelt habe. So habe Seabra noch 1.600 Dollar aus dem Geldbeutel seines Opfers gestohlen und an die Hoteltür ein "Bitte nicht stören"-Schild angebracht. So handele niemand, der unzurechnungsfähig sei, erklärte die Staatsanwältin. Berichte, dass Seabra die Hoden seines Opfers als Armbänder getragen habe, um so seine Homosexualität zu vertreiben, habe der Angeklagte nur erfunden, um nicht ins Gefängnis zu kommen.

Nach Zeugenaussagen hat Castro den jungen Mann im Herbst 2010 von Portugal nach New York einfliegen lassen und ihn an eine Modelagentur vermittelt. Die beiden hätten dann eine Beziehung begonnen, die anfangs harmonisch gewesen sei. Castro hat demnach seinen jungen Freund mit Geschenken überschüttet. Im Januar 2011 erfuhr Castro, dass Seabra mit Frauen fremdgegangen sei und habe die Beziehung am Abend seiner Tötung beenden wollen. Das Model habe dann aus Wut und Geldgier den in Portugal sehr bekannten Journalisten umgebracht.

Das Strafmaß soll am 21. Dezember verkündet werden. Wegen Mord zweiten Grades droht dem Angeklagten eine Haftstrafe zwischen 15 Jahren und lebenslänglich. (dk)