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Ronny Pohle kann nicht mehr "ruhigen Gewissens auf die Straße gehen und für die CDU werben" (Bild: Facebook)

Aus Protest gegen das Nein der CDU zur Gleichstellung von Schwulen und Lesben hat das prominente LSU-Vorstandsmitglied Ronny Pohle der Partei den Rücken gekehrt.

Auf dem Bundesparteitag in Hannover hatten es die CDU-Delegierten am Dienstagabend mit deutlicher Mehrheit abgelehnt, eingetragene Lebenspartner im Steuerrecht wie heterosexuelle Eheleute zu behandeln (queer.de berichtete). "Ich habe mich daher entschieden, so lang die Parteiführung diese/unsere Lebensrealität so arrogant ignoriert, meine Mitgliedschaft in der CDU zu beenden", postete der 31-Jährige am Donnerstagmorgen auf Facebook – zusammen mit einem Foto seines durchgeschnittenen Mitgliedsausweises.

Zur Begründung schrieb Pohle: "Die Parteiführung der CDU darf nun, legitimiert durch ein Votum der 'Basis', die Lebensrealität von Lesben und Schwulen in Deutschland gekonnt weiter ignorieren. Statt gestalterisch tätig zu werden, und diesen Anspruch habe ich an eine Volkspartei, wartet sie nun gelassen auf das Urteil des BVerfG." Immer wieder müsse die Union in Sachen Gleichstellung von den Karlsruher Richtern gemaßregelt werden, kritisierte das LSU-Vorstandsmitglied. Ihrem Anspruch als Volkspartei werde sie nicht gerecht. "Ich kann in dieser Atmosphäre nicht ruhigen Gewissens auf die Straße gehen und für die CDU werben."

Sein LSU-Vorstandsamt will Pohle behalten


Selbst innerhalb der LSU hat es Ronny Pohle mit seinen Position nicht leicht (Bild: privat)

Der LSU bleibe er jedoch erhalten, erklärte Pohle: "Ich werde aber weiterhin mit ganzer Kraft mein Mandat bei den Lesben und Schwulen in der Union weiterführen, um die CDU Tag für Tag daran zu erinnern, dass die Realität in diesem Land eben eine andere ist und eine 'Volkspartei' diese Realität zu akzeptieren und zu fördern hat."

Bundesweit bekannt wurde Ronny Pohle im August wegen seiner Strafanzeige gegen den CSU-Politiker Thomas Goppel, der zwischen Homo- und Heterosexuellen "Qualitätsunterschiede" ausgemacht hatte, die sich in der "Bestandssicherung" zeigten (queer.de berichtete). Wegen dieser Aktion, seiner Kompromisslosigkeit und seiner scharfen Worte ist der Berliner im eigenen Verband nicht unumstritten. So bezeichnete Pohle den LSU-Vorsitzenden Alexander Vogt nach dem Bundesparteitag wegen seiner "Schönfärberei der ignoranten Haltung der CDU" als "Weichei" (queer.de berichtete).

Bei der jüngsten Bundesmitgliederversammlung der Lesben und Schwulen in der Union im Oktober in Düsseldorf wurde der ehemalige Geschäftsführer nur äußerst knapp als Beisitzer in den LSU-Bundesvorstand gewählt (queer.de berichtete). (cw)



#1 KokolemleProfil
  • 06.12.2012, 11:51hHerschweiler
  • Bravo Ronny ein konsequenter Schritt. Besser wäre es allerdings der CDU entgültig den Rücken zu kehren und ich die Linkspartei einzutreten. In die Linkspartei deshalb, das es der CDU mal richtig wehtut und auch weil diese Partei sich richtig für uns einsetzt.
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#2 Danke RonnyAnonym
  • 06.12.2012, 13:03h
  • Und bevor sich hier jetzt "die üblichen Bedenkenträger" zu Wort melden und sinngemäß behaupten "nur von innen heraus ließe sich das Verhalten einer Partei langfristig ändern" ...

    Ronny, Sie haben Charakter!

    Möglicherweise würden solidarische Massenaustritte die CDU-Führung ein wenig aus ihrer selbstgefälligen, homophoben Ruhe reißen.

    Ich wünsche der CDU, dass sie bald in keiner einzigen deutschen Großstadt mehr den Bürgermeister stellt, damit es jedem deutlich ins Auge fällt: Die Christen-Union ist die Partei der "Dorftrottel, die dumm geboren und dumm geblieben sind"
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#3 alexander
#4 CarstenFfm
#5 Rosa_von_ZehnleProfil
  • 06.12.2012, 15:32hLeipzig - Zentrum
  • Diese Reaktion halte ich aber für sehr übertrieben, auch wenn ich kein CDU-Mitglied bin, so denke ich doch:
    Es sind die Interessen von über 80 Mio. Deutsche zu berücksichtigen: Schwule und Lesben sollten da mal etwas toleranter werden und nicht bei jedem Willen, der ihnen nicht gleich erfüllt wird, sind bockig hinsetzen, losheulen und ein Geschrei von sich los lassen, das man denkt, die Welt ginge unter.
    Sicher ist Gleichberechtigung in allen Lebensgemeinschaften wichtig und muß vereinheitlicht werden, aber so einen Prozeß entscheiden wiederum viele Menschen, die man nicht immer und bei jedem Thema sofort unter einem Hut bekommt. Und daß die CDU überhaupt ein Szenethema in Ihren Parteitag auf die Tagesordnung setzt und dort viele Mitglieder auch dafür stimmten, zeigt doch, daß die CDU um diese Themen keine Bogen mehr machen kann.
    Und bitte schön: Vergessen sollten wir auch nicht, das es viele CDU Politiker gibt, wie beispielsweise Frau Süssmuth, die ja schon seit den 80er Jahren schwulenfreundlich engagiert und sogar Mitglied im LSU ist, die UNS wohlgesonnen sind.
    Also bitte auf dem Teppich bleiben, bei den Konservativen geht halt alles etwas langsamer aber dafür bedachter.
    Rosa von Zehnle.
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#6 marcogProfil
  • 06.12.2012, 15:44hOffenburg
  • Antwort auf #5 von Rosa_von_Zehnle
  • Moment mal! Gleichheit vor dem Gesetz ist ein Grundrecht und bedarf überhaupt keiner Mehrheit! Wenn Mehrheiten konstruiert werden müssen um Gleichheit vor dem Gesetz zu verhindern, dann weiß ich nicht was es Schlimmeres geben kann. Und darüber hinaus wie viele hundert Jahre sollen wir noch auf einen solchen Gnadenakt warten?
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#7 Rosa_von_ZehnleProfil
  • 06.12.2012, 15:52hLeipzig - Zentrum
  • Übrigens ist der "Austritt" reine Reine Polemik, denn
    1. ist ein Zerreißen des Ausweises ist noch lange kein Austritt,
    2. stell sich mir die ernsthafte Frage: Warum ist er denn erst in die CDU eingetreten, wo ihm doch klar hätte sein müssen, das die CDU nun nicht die führende Kraft in der Schwulen- und Lesbenpolitik ist? und
    3. es nun logisch wäre, wenn er auch aus dem Bundesvorstand der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) austritt!
    Der angedeutete Austritt ist reine Polemik, damit die (linken) Schwulen wieder etwas gegen die CDU zu meckern haben und um so von den anderen Parteien abzulenken, die auch Mist in der Schuldenpolitik machten und weiter machen werden.
    Rosa von Zehnle
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 WartenAnonym
  • 06.12.2012, 16:04h
  • Antwort auf #5 von Rosa_von_Zehnle
  • Wer wollte denn etwas von heute auf gleich?
    Aber Jahrzehnte warten, hat nichts mehr mit "gleich erfüllen" zu tun.
    Übrigens "bedacht" kommt von denken und das ist eine Hirnaktivität, die den C-Parteien mangels Masse im Oberstübchen nicht möglich ist.
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#10 erererEhemaliges Profil
  • 06.12.2012, 17:11h
  • Dahinter soll sich noch etwas stecken, vermute ich, vielleicht nicht erfuellte Ambititionen - wie, z.B., zum Chef der LSU zu werden oder persoenliche Enttaeuschungen und langjaehrige negative Erfahrungen in der CDU. Oder ist er einfach impulsiv? So alles ploetzlich hinreissen, ich weiss nicht... Zumindest waere er absolut konsequent geblieben: wie kann man die CDU verlassen und die LSU nicht? Geht das ueberhaupt - ich meine, 'rechtlich'? Und der Ausgang der Abstimmung, mein sehr suesser Ronny, war doch schon spaetestens seit dem Sommerinterview von Merkel auf ARD wasserklar, was hast Du doch noch erwartet, nach so klarer Absage der populaersten Bundeskanzlerin in der deutschen Geschichte seit...ja, seit Hitler?! Wunder gibt es immer wieder? Nicht in der Politik. Und nicht sogar im Dezember.
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