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Elio Di Rupo ist der erste offen schwule Regierungschef der Welt (Bild: Luc Van Braekel / flickr / by 2.0)

Der belgische Premierminister Elio Di Rupo hat anlässlich einer Präsentation der worldOutgames 2013 in Antwerpen davor gewarnt, dass die Toleranz im Land in den vergangenen Jahren abgenommen habe.

Di Rupo sagte nach Angaben der flämischen Tageszeitung "De Morgen": "Ich denke, dass verschiedene Gruppen in unserem Land gegen die Freiheit sind. In den letzten drei bis vier Jahren hat sich die Atmosphäre verschlechtert. Es gibt viele Opfer", so Di Rupo. Insbesondere die Toleranz gegenüber Minderheiten habe abgenommen. Er warnte davor, die Schuld an homophoben Übergriffen nur auf Migranten zu schieben: "Das wäre zu einfach. Wir müssen an unser aller Toleranz arbeiten und daran erinnern, dass es Gesetze gibt".

Der belgische Premierminister arbeitet derzeit an einem "Nationalen Aktionsplan gegen Homophobie", wie er bereits vereinzelt von deutschen Bundesländern beschlossen wurde (queer.de berichtete). Er ist sicher, dass schwul-lesbische Events wie die worldOutgames, zu der Antwerpen im kommenden Sommer 8.000 Athleten erwartet, die Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten steigern können: "Das ist eine Möglichkeit, die Vielfalt zu zeigen, insbesondere für junge Menschen". Er wolle mit seinem Land auch in der Gesetzgebung ein Vorbild für die Nachbarn sein: "Belgien ist als eines der ersten Länder mit gleichgeschlechtlicher Ehe und Antidkiskriminierungsgesetzen international ein Beispiel", so Di Rupo.

Für die Organisatoren der worldOutgames ist die Unterstützung von Di Rupo wichtig: "Wir haben das Glück, einen schwulen Premierminister zu haben, der eines der Gesichter unser Spiele ist", so Outgames-Sprecher Bart Abeel. Im Sport sei es noch immer nicht üblich, sich offen zu seiner Homosexualität zu bekennen, daher seien Veranstaltungen wie die schwul-lesbische Olympiade wichtig.

Der Sozialist Di Rupo hat 2011 nach über einjähriger Verhandlung eine Regierungskoalition aus Sozialisten, Konservativen und Liberalen geschmiedet (queer.de berichtete). Er ist weltweit der ersten offen schwule Regierungschef und seit 1979 der erste Wallone, der den Posten des Premierministers übernommen hat. (dk)



#1 Thorsten1Profil
  • 07.12.2012, 12:41hBerlin
  • Erstaunlich, wie liberal und offen ein so katholisches Land wie Belgien sein kann.
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#2 carolo
  • 07.12.2012, 14:24h
  • Antwort auf #1 von Thorsten1
  • In diesem so katholischen Belgien gibt es immerhin seit der Staatsgründung 1830 die Trennung von Staat und Kirche.

    Unlängst hat die Innenministerin, die den vormaligen Christdemokraten (heute Demokratisch-Humanistisches Zentrum, cdh) angehört, angeregt, die christlichen Feiertage abzuschaffen und durch neutrale Feiertage zu ersetzen.

    Das stelle man sich bei unserem CSU-Innenfriedrich vor...
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#3 goddamn liberalAnonym
#4 more catholicsAnonym
#6 rememberAnonym
#7 lentilAnonym
  • 07.12.2012, 15:43h
  • Es geht doch, offen schwul zu sein und Politiker UND sich für die Community einzusetzen.
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#8 erbaulichAnonym
#9 LucaAnonym
  • 07.12.2012, 16:22h
  • Da hat er leider recht und das ist eine Entwicklung, die in zahlreichen Ländern (gerade der EU) zu beobachten ist.

    Das hat mehrere Gründe:
    1. Durch die vorschnelle Ost-Erweiterung der EU wurden zahlreiche Länder aufgenommen, die auf EU-Ebene viele Projekte blockieren.

    2. Nach wie vor dürfen Politiker und zahlreiche Kleriker gegen uns hetzen ohne dass das Konsequenzen hat. Damit entsteht dann ein gesellschaftliches Klima für Homophobie.

    3. Auch die Medien berichten über schwul-lesbische Themen viel zu selten.

    4. Aber auch wir sind alle gefordert: statt uns gegenseitig zu bekriegen (z.B. weil manche von uns nicht heiraten wollen und das dann auch nicht für die anderen für nötig halten und das für zu angepasst halten) sollten wir lieber gemeinsam für unsere Rechte kämpfen.

    Und wir sollten uns auch offen, selbstbewusst und selbstverständlich zeigen. Ich gehe mit meinem Freund auch händchenhaltend durch die Fußgängerzone. Wieso machen das nicht alle schwulen und lesbischen Paare? Dann wäre der Anblick so selbstverständlich und alltäglich, dass sich niemand mehr danach umdreht.
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#10 FelixAnonym
  • 07.12.2012, 16:40h
  • Da hat er leider vollkommen recht.

    Wenn wir jetzt nicht endlich aktiv werden - und zwar jeder von uns - werden wir uns noch wundern, wohin dieser konservative Rollback noch führen wird. Für uns alle!!
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